Zwei Personen stehen vor einem orangefarbenen Hintergrund, die linke Person, ein Mann, trägt ein blaues Poloshirt und dunkle Hosen, die rechte Person, eine Frau, trägt eine rote Bluse über einem weißen Oberteil und karierte Hosen.
Verschiedenes  |  20.05.2026

MAX!mize – Start-up-Förderung für das Projekt „Expeerience“ von Anastasiia Lutsenko

Anastasiia Lutsenko, Doktorandin am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, und ihr Projekt „Expeerience“ wurden für die erste Phase des MAX!​mize-Start-up-Inkubator-Programms ausgewählt. Nach einem erfolgreichen Bootcamp und einer Präsentation vor der Jury erhält das Projekt sechs Monate lang finanzielle Unterstützung sowie maßgeschneidertes Start-up-Coaching, um sein Innovationspotenzial weiter auszubauen.

Zwei Personen stehen vor einem orangefarbenen Hintergrund, die linke Person, ein Mann, trägt ein blaues Poloshirt und dunkle Hosen, die rechte Person, eine Frau, trägt eine rote Bluse über einem weißen Oberteil und karierte Hosen.
Lyubomyr Matsekh und Anastasiia Lutsenko. Foto: MAX!mize/Fabian Vogl.

Das Projekt “Expeerience” wurde offiziell aufgenommen in MAX!mize, das Start-up-Inkubationsprogramm von Max Planck Innovation für Forschende innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft. Das Programm unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, unternehmerische Kompetenzen zu entwickeln und forschungsbasierte Ideen in tragfähige Innovationen umzusetzen. MAX!mize ist Teil der Start-up-Initiative MAXpreneurs, die ein übergreifendes Netzwerk innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft darstellt. Ziel der Initiative ist es, verschiedene Bemühungen zu bündeln, um mehr Start-up-Potenzial zu erschließen, Start-ups zu stärken und den Bedürfnissen der Gründerinnen und Gründer gerecht zu werden. Neben Max Planck Innovation sind auch die Planck Academy und die Max-Planck-Stiftung Partner von MAXpreneurs.


Nach einem dreitägigen Bootcamp, das aus Workshops, Expert Challenges und einer abschließenden Präsentation vor der Jury bestand, wurde „Expeerience“ für die Teilnahme an Phase 1 des Programms ausgewählt. Während der sechsmonatigen Explorationsphase erhält das Projekteam eine bedarfsorientierte Förderung von bis zu 50.000 € sowie praxisorientiertes Coaching, um das Marktpotenzial des Projekts zu bewerten und seine Anwendungsmöglichkeiten weiterzuentwickeln.


Im Kern befasst sich „Expeerience“ mit der Anwendung von Natural Language Processing (NLP), also der Verarbeitung natürlicher Sprache, in den Bereichen digitale Gesundheitsversorgung und Förderung des Wohlbefindens. Weitere Einzelheiten zum Projekt und seinem technologischen Ansatz werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Das Projekt wird von einem Team aus zwei Forschenden durchgeführt, Anastasiia Lutsenko und Lyubomyr Matsekh, die ihr kombiniertes Fachwissen in den Bereichen Wissenschaft und Unternehmertum nutzen, um diese Idee vom Labor in den Markt zu bringen.


Anastasiia O. Lutsenko, Gründerin und Projektleiterin, stieß im April 2022 von der Akademischen Universität Kiew der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine zur Abteilung Innovation and Entrepreneurship, nachdem sie aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ihre Heimat verlassen musste. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Systemresilienz, wobei sie sich insbesondere mit der Resilienz nationaler Wissenschaftssysteme in Krisenzeiten befasst. Mit ihrem akademischen Hintergrund im Innovationsmanagement und mehr als 15 Jahren Erfahrung in Wissenschaft und Wirtschaft verbindet sie wissenschaftliche Expertise mit unternehmerischer Ambition. Sie erhielt zahlreiche internationale Stipendien und Auszeichnungen, darunter ein Stipendium des Instituts, Stipendien des Marketing Trust (Großbritannien) sowie Auszeichnungen des Accreditation Council for Business Schools and Programs (ACBSP, USA).


Das Projektteam wird durch Dr. Lyubomyr Matsekh verstärkt, der als Berater für kognitive Linguistik fungiert. Er leitet den Bereich Nachhaltigkeitsberatung bei ELEKS, einem internationalen Softwareentwicklungs- und IT-Beratungsunternehmen, das sich auf digitale Transformation und Technologielösungen für globale Kunden spezialisiert hat. Neben seiner Tätigkeit bei ELEKS lehrt er an der Hochschule Reutlingen die Fächer Führung, Nachhaltigkeit und soziales Unternehmertum. Bei Expeerience bringt er sein Fachwissen in den Bereichen kognitive Linguistik und unternehmerische Strategie ein.

Gruppe von Teilnehmenden der VII. SIPLA-Konferenz steht in einer Reihe vor einer hellen Wand im Freien
Veranstaltungsbericht  |  18.05.2026

VII. SIPLA-Konferenz: Impulse für den grünen Wasserstoffmarkt in Lateinamerika

Die Initiative Smart IP for Latin America (SIPLA) des Instituts hat gemeinsam mit der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) am 13. Mai die VII. SIPLA-Konferenz veranstaltet. Unter dem Motto „Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Wasserstoffmarkt in Lateinamerika" kamen in Chile Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung sowie internationale Fachleute zusammen. Ziel war, die Chancen und Hürden dieser für den Kontinent strategischen Branche interdisziplinär zu diskutieren. 

Gruppe von Teilnehmenden der VII. SIPLA-Konferenz steht in einer Reihe vor einer hellen Wand im Freien
Teilnehmende der VII. SIPLA-Konferenz. Foto: UCSC

Im Fokus standen neben Wasserstofftechnologien insbesondere regulatorische Fragen, Governance, Zertifizierung und geistiges Eigentum. Reto Hilty, emeritierter Direktor am Institut und Leiter von SIPLA, hob das enorme Potenzial der Region hervor: „Lateinamerika verfügt über außergewöhnliche natürliche Ressourcen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Wichtigste ist nun eine koordinierte Politik und gemeinsame Strategie zwischen den Ländern.“ Er betonte, dass allein die Diskussion dieser Themen von großem Wert sei.


Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Privatwirtschaft und Staat. Während die UCSC ihre langjährige Forschung im Energiebereich präsentierte, forderte die Industrie klare Rahmenbedingungen. Rebeca Poleo von Vantaris Energy Advisors betonte: „Es handelt sich um kapitalintensive Projekte, die stabile Regeln erfordern.“ Die hohe Resonanz und der volle Hörsaal zeugten vom großen Interesse. Das Treffen wurde von Partnern wie der GIZ, der EU-Botschaft und dem Energieministerium unterstützt.


Mehr Informationen zur SIPLA-Konferenz finden Sie in den Berichten auf der SIPLA-Webseite:

VII SIPLA Conference


Über SIPLA

Smart IP for Latin America ist eine Forschungsinitiative des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Sie bietet ein neutrales Forum für den akademischen und rechtspolitischen Diskurs über Immaterialgüter-  und Wettbewerbsrecht in Lateinamerika. Ziel ist, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf der Grundlage unparteiischer und evidenzbasierter Grundlagenforschung zu informieren und zu beraten. Damit soll die Verwirklichung des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenzials Lateinamerikas unterstützt werden.

RISE Workshop Logo
Verschiedenes  |  15.05.2026

Call for Papers – RISE9 Workshop

Junge Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften oder Management, die beim 9th Research on Innovation, Science and Entrepreneurship Workshop ein empirisches Forschungspapier präsentieren möchten, sind eingeladen, dieses bis zum 24. Juli 2026 einzureichen.

Bereits zum neunten Mal wird die zweitägige Veranstaltung von Promovierenden und Postdocs der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff organisiert, um jungen Forschenden die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten vorzustellen.


Ziel des RISE9 Workshops am 14./15. Dezember 2026 ist, eine ausgewählte Anzahl herausragender Forschungsarbeiten von Promovierenden und Junior Postdocs eingehend zu diskutieren, Feedback zu geben sowie sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Forschungsinstitutionen zu vernetzen.


Zum Call for Papers RISE9.


Zur RISE9 Workshop Website.

Oranger Umriss der Deutschlandkarte mit weißer Schrift 'VDI-Initiative: Zukunft Deutschland 2050'
Verschiedenes  |  21.04.2026

Dietmar Harhoff im Innovationsrat des VDI – 5 Impulse für den Innovationsstandort Deutschland

Dietmar Harhoff ist Mitglied im neuen Innovationsrat für Deutschland des VDI. Der Innovationsrat, der im Vorfeld der Hannovermesse konstituiert wurde, ist Teil der VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050“, die eine langfristig angelegte Strategie für die Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland entwickelt.

Deutschland verfügt über eine starke Forschungslandschaft, leistungsfähige Industrie und hochqualifizierte Fachkräfte. Dennoch gelingt es häufig nicht, technologische Innovationen schnell genug in marktfähige Anwendungen zu überführen – mit spürbaren Folgen für Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung. Der Transfer zwischen Forschung, Entwicklung und industrieller Skalierung bleibt eine zentrale Herausforderung für den Standort. Der Innovationsrat fordert daher eine Neuausrichtung der Innovationspolitik: weg vom kurzfristigen Denken in Legislaturperioden, hin zu einer langfristigen, faktenbasierten Strategie.


Acht führende Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeiten im Innovationsrat für eine stärker umsetzungsorientierte Innovationspolitik konkrete Empfehlungen. Während viele Debatten auf abstrakter Ebene geführt werden, richtet der Rat den Fokus konsequent auf die praktische Realisierung von Innovationen. Entscheidend ist dabei, unter welchen technologischen, regulatorischen und ökonomischen Bedingungen neue Lösungen tatsächlich in die Anwendung gelangen. Hier bringt sich der Innovationsrat als unabhängiges, interdisziplinäres Gremium eine technologieorientierte Perspektive in den innovationspolitischen Diskurs ein.


5 Impulse für den Innovationsstandort Deutschland


Der Innovationsrat fordert in seinen Impulsen für den Innovationsstandort Deutschland eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Innovation und dessen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland:


1. Langfristige Innovationsstrategie etablieren
Innovation darf nicht im Takt von Legislaturperioden gedacht werden. Deutschland braucht eine faktenbasierte, langfristige Strategie mit klaren Prioritäten bei Schlüsseltechnologien, Infrastruktur, Ressourcen und Fachkräften.


2. Regulierung innovationsfreundlich gestalten
Schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen sind erforderlich. Reallabore, Experimentierklauseln und der Abbau von „Goldplating“ sollen Innovation erleichtern – auch durch eine aktivere Rolle Deutschlands auf EU-Ebene.


3. Investitionen und Skalierung stärken
Schlüsseltechnologien erfordern langfristige Investitionen und Risikobereitschaft. Ziel ist es, Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern in Deutschland zu skalieren – durch bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, Start-ups und Kooperationen.


4. Bildung und Fachkräfte neu ausrichten
Ein innovationsorientiertes Bildungs- und Arbeitsmarktsystem ist zentral. Lebenslanges Lernen, Up- und Reskilling sowie die systematische Förderung von Talenten sind entscheidend, um Fachkräfteengpässe zu reduzieren.


5. Schlüsseltechnologien gezielt ausbauen
Deutschland muss bei Technologien wie KI, Mikroelektronik, Biotechnologie und Robotik wieder eine führende Rolle einnehmen. Voraussetzung sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, ausreichend Energie sowie eine konsequente industrielle Umsetzung.


Dietmar Harhoff betont: „Wir müssen jetzt unser Land, unsere Institutionen umbauen. Das gelingt, wenn wir neue Freude an Innovation und an Technik gewinnen. Wenn Sie wie ich Start-ups beobachten, junge Menschen an Hochschulen oder unsere Auszubildenden in Unternehmen sehen, wie sie jeden Tag zum Wohle der Menschen Technik gestalten, dann müssen Sie einfach optimistisch sein. Die beste Zeit kommt noch – der Innovationsrat kann dazu beitragen, dass wir eine neue erfolgreiche Phase für Deutschland und Europa einläuten, aufbauend auf Innovationsbereitschaft und Unternehmertum.“


Die Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ wurde vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) initiiert. Seit 2026 engagiert sich darin auch die Gesellschaft für Informatik, insbesondere im Bereich KI. Damit vereint der Innovationsrat die Expertise von zwei großen technisch-wissenschaftlichen Communities mit zusammen über 160.000 persönlichen Mitgliedern. Unabhängig von Einzelinteressen der Wirtschaft bündeln die Initiatoren ihre Stärken, um eine klare, sachorientierte Stimme in den innovationspolitischen Diskurs einzubringen.


Weitere Mitglieder des Innovationsrates sind:


Prof. Dr. Lutz Eckstein (RWTH Aaachen und Präsident des VDI)
Prof. Dr. Veronika Grimm (Technische Universität Nürnberg und Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung)
Prof. Dr. Jürgen Kühling (Universität Regensburg und bis 2024 Vorsitzender der Monopolkommission)
Dr. Anne Lamp (Gründerin und Unternehmerin im Bereich Circular Economy, traceless materials)
Dr. Melanie Maas-Brunner (vormals Vorstandsmitglied und Chief Technology Officer der BASF, Mitglied des Senats der Max-Planck-Gesellschaft, ab Juni 2026 Präsidenting des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft)
Adrian Willig (Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik sowie Direktor und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDI)
Prof. Dr.-Ing. Martin Wolf (FH Aachen und Präsident der Gesellschaft für Informatik)


Mehr Informationen:


Zum Innovationsrat Deutschland
Zur Initiative „Zukunft Deutschland 2050“
Zum VDI

Sechs Personen sitzen um einen weißen Tisch in einem Besprechungsraum, im Hintergrund ein Bildschirm mit einer Person und eine ukrainische Flagge an der Wand.
Veranstaltungsbericht  |  01.04.2026

Methodik-Workshop bringt Forschung zur Integration der ukrainischen Pharmaindustrie in die Lieferketten der EU voran

Am 23. März 2026 veranstaltete das Institut im Rahmen der Forschungsinitiative „From Legacy to Leadership: Rebuilding Ukraine’s Pharmaceutical Industry in Partnership with the EU“ einen Methodik-Workshop. Der Workshop versammelte ein interdisziplinäres Team, um zentrale Annahmen zu überprüfen und den analytischen Rahmen des Projekts zu verfeinern.

Sechs Personen sitzen um einen weißen Tisch in einem Besprechungsraum, im Hintergrund ein Bildschirm mit einer Person und eine ukrainische Flagge an der Wand.
Teilnehmende des Methodik-Workshops im Rahmen der Forschungsinitiative “Playbook Ukraine”.

Der Workshop ist ein Eckpfeiler der umfassenderen Forschungsinitiative zur Entwicklung eines „Playbook Ukraine“, die von der VolkswagenStiftung gefördert wird und darauf abzielt, einen strategischen Rahmen für die Integration der ukrainischen Arzneimittelproduktion in europäische Lieferketten zu entwickeln und gleichzeitig strukturellen Schwächen im EU-System zu begegnen. Weitere Hintergrundinformationen zum Projekt finden Sie hier: VolkswagenStiftung fördert Projekt zur Revitalisierung der ukrainischen Pharmaindustrie.


Der Methodik-Workshop brachte ein interdisziplinäres Team aus Forschenden und Fachleuten zusammen, darunter  Prof. Dr. Liudmyla Petrenko, Prof. Dr. Natalia Mazaraki, Dr. Peter R. Slowinski, Prof. Dr. Karin Hoisl, Elisabeth Hofmeister und Viktoriia Kyrylenko.


Im Mittelpunkt der Diskussion standen Szenarien für eine Zukunft der ukrainischen Pharmaindustrie im regulatorischen und industriellen Rahmen der EU. Ein zentrales Ziel war, die Leithypothese des Projekts einem Stresstest zu unterziehen: dass nämlich gezielte Kooperation und eine strategische industrielle Ausrichtung gleichzeitig den Wiederaufbau des ukrainischen Pharmasektors unterstützen und dazu beitragen können, Schwachstellen in den Lieferketten innerhalb der EU zu verringern.


Eine besondere Rolle spielte der Beitrag des Industrieexperten Dr. Alexei Slobodianski, Lead EU Qualified Person bei Thermo Fisher Scientific in Germany. in Deutschland. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in GMP-regulierten Produktionsumgebungen, die unter anderem in den Bereichen Impfstoffe, Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs) und Blutprodukte internationalen Regelwerken zur Qualitätssicherung von Produktionsabläufen folgen, brachte er eine praxisnahe Perspektive in die Diskussion ein. Seine Einschätzungen halfen, zentrale Unsicherheiten im Forschungsdesign zu klären, und lieferten konkrete Hinweise zu operativen Prioritäten sowie den nächsten Schritten des Projekts.


Der Workshop diente nicht nur der Analyse, sondern förderte auch den interdisziplinären Austausch zwischen juristischen, ökonomischen und industriebezogenen Sichtweisen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Projekt eng an den realen Bedingungen der pharmazeutischen Produktion und den regulatorischen Vorgaben ausgerichtet bleibt.


Mehr Informationen:


Siehe Forschungsposter “From Legacy to Leadership – A Playbook to Rebuild Ukraine’s Pharmaceutical Industry in Partnership with the EU” (PDF) mit Details zu Daten und Methodik, Strategien sowie möglichen Anwendungsfällen und Auswirkungen.

Gruppenfoto von Mitgliedern des Strategiekreises Technologie und Innovation im Bundeskanzleramt, stehend in zwei Reihen, formelle Kleidung, Bundesklanzer, Bundesminister und Bundesministerinnen, Experten und Expertinnen.
Verschiedenes  |  24.03.2026

Strategiekreis für Technologie und Innovation berät zu Künstlicher Intelligenz und Innovationen im Verteidigungsbereich

Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Strategiekreis für Technologie und Innovation in seiner zweiten Sitzung der 21. Legislaturperiode getagt. Der Strategiekreis setzte seine Beratungen zu den beiden in der Auftaktsitzung am 6. November 2025 festgelegten Themen „Künstliche Intelligenz“ sowie „Innovationen im Verteidigungs­bereich“ fort. Zudem wurden Optionen zur Stärkung des deutschen Innovationssystems beleuchtet. 

Gruppenfoto von Mitgliedern des Strategiekreises Technologie und Innovation im Bundeskanzleramt, stehend in zwei Reihen, formelle Kleidung, Bundesklanzer, Bundesminister und Bundesministerinnen, Experten und Expertinnen.
Der Bundeskanzler und Bundesministerinnen und -minister mit den Mitgliedern des Strategiekreises Technologie und Innovation. Foto: Bundesregierung/Sandra Steins.

Mehr auf der acatech-Website.

Verschiedenes  |  01.03.2026

Sechzig Jahre Forschung (1966–2026) – Ein Augenblick zum Innehalten

Das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht wurde am 1. März 1966 gegründet und diente ursprünglich der Grundlagenforschung im Bereich des Immaterialgüterrechts. ​​​Die Arbeit des Instituts hat die Gesetzgebung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene maßgeblich mitgeprägt und fördert bis heute den evidenzbasierten Diskurs zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. 

Komplexe Innovationsprozesse, ihre Determinanten und Implikationen ​lassen sich jedoch nicht aus der Perspektive einer einzelnen ​Disziplin verstehen. Im Jahr 2013 wurde eine neue Abteilung für Innovation and Entrepreneurship Research eingerichtet, um umfassendere Analysen durchzuführen. Die Kombination von rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven erlaubt es uns, die Auswirkungen von Regeln, Institutionen und die Folgen technologischen Wandels besser bewerten zu können, insbesondere in einer Zeit, die von Digitalisierung und zunehmend offenen und kollaborativen Innovationsmodellen geprägt ist.​ 


Unser Institut, das 2014 in Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb umbenannt wurde, hat zu einem tieferen Verständnis davon beigetragen, wie Innovation und Wettbewerb zusammenwirken, wie sie durch rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt werden und wie sich Regulierung auf sie auswirkt. 


Ebenso zentral für unsere Mission ist die Förderung von Nachwuchsforschenden. Jedes Jahr kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt an das Institut, um an ihren Promotions- und Postdoc-Projekten zu arbeiten, unsere Infrastruktur und Bibliothek zu nutzen und zu einer lebendigen internationalen akademischen Gemeinschaft beizutragen. Initiativen wie das Munich Intellectual Property Law Center (MIPLC) verbinden Forschung, Lehre und Praxis durch internationale juristische Ausbildung. 


Auch heute, nach 60 Jahren Forschung, ist unser Selbstverständnis unverändert geblieben: Wir betreiben unabhängige Grundlagenforschung und liefern Erkenntnisse, die zum Verständnis und zur Gestaltung des sich wandelnden Zusammenspiels zwischen Innovation, Wettbewerb und Regulierung beitragen. 


Wir haben das Jubiläum zum Anlass genommen, die Webpage​ über unser Institut zu überarbeiten.
Schauen Sie doch einmal vorbei: Das Institut

Screenshot GRUR International Cover GEMA vs OpenAI
Verschiedenes  |  09.02.2026

GEMA versus OpenAI – Professionelle englische Übersetzung kostenlos verfügbar bei GRUR International

Eine professionelle englische Übersetzung des Rechtsstreits GEMA gegen OpenAI (42 O 14139/24) wurde von GRUR International veröffentlicht. Die Übersetzung ist bis einschließlich 15. Februar kostenlos verfügbar. Diese Übersetzung soll eine breitere, sprachlich zugängliche Diskussion sowohl im akademischen als auch im praktischen Kontext fördern.

Übersetzung bei GRUR International.

München. Luftaufnahme der Innenstadt von München mit dem Marienplatz bei Sonnenuntergang.
Verschiedenes  |  09.02.2026

Call for Papers – Munich Conference on IP, Competition and Innovation

Vom 15. bis 16. Oktober 2026 findet die dritte Conference on IP, Competition and Innovation in Zusam­men­arbeit mit dem European University Institute (Florenz) statt. Dabei treffen sich die Teilnehmenden erstmals in München. Forschende der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften aus den Bereichen IP, Kartellrecht oder Innovationspolitik sind eingeladen, bis zum 30. April 2026 einen unveröffentlichten Beitrag in englischer Sprache einzureichen.

München. Luftaufnahme der Innenstadt von München mit dem Marienplatz bei Sonnenuntergang.
Foto: rudi1976 / Adobe Stock

The relationship between intellectual property (IP) rights and competition policy is complex, especially when viewed through the lens of innovation. At a high level, there is a broad consensus that IP and competition policy, each with its own instruments, share the objective of enhancing consumer welfare and promoting innovation and are, in this sense, complementary. In practice, however, the ‘if’ and ‘how’ innovation considerations (e.g., incentives, appropriability and diffusion) inform competition policy design and enforcement, particularly in IP-intensive cases, raise significant analytical and institutional challenges. Technological and societal developments are reshaping innovation processes, from cumulative and data-driven R&D to platform-based ecosystems, with corresponding shifts in how IP rights are deployed as strategic assets in the market. At the same time, differences in the treatment of IP rights under competition policy across jurisdictions can generate geopolitical frictions, given the central role of IP in international trade and the extra-territorial reach of competition rules. Against this background, the Munich Conference on IP, Competition and Innovation welcomes unpublished papers from lawyers and economists, both on cross-cutting and sector-specific IP and competition law issues. The selected contributions will be discussed in-depth during the two-day event, emphasising the societal impact of the research findings.
 

Full Call for Papers as PDF
 


Please find all detailed information and the registration on the conference webpage.

Hochhaus der Universidad Católica de la Santísima Concepción mit großem Banner und umliegenden Grünflächen
Veranstaltungsbericht  |  15.01.2026

SIPLA-Initiative: Veranstaltungen in Chile und Kolumbien

Die Initiative „Smart IP for Latin America“ (SIPLA) hat im Rahmen ihrer internationalen Kooperationsaktivitäten im Jahr 2025 eine Reihe von Veranstaltungen in Chile und Kolumbien durchgeführt. Damit bereitet sich die Initiative auf ihre Jahreskonferenz 2026 vor und sondiert neue Forschungsprojekte.

Hochhaus der Universidad Católica de la Santísima Concepción mit großem Banner und umliegenden Grünflächen
Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC), Chile

Jahreskonferenz: Vorbereitungstreffen in Concepción


Die Vorbereitungstreffen für die Jahreskonferenz 2026 fanden im November 2025 in Concepción, Chile, statt. Das Team besuchte das Energiezentrum der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) und führte Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich Energietechnologien und Immaterialgüterrecht. Die chilenische Universität gilt als wichtiger Partner für den wissenschaftlichen Austausch in Lateinamerika.
 

Fünf Workshops in Bogotá


In Bogotá, Kolumbien, organisierte SIPLA im November 2025 fünf Sondierungsworkshops, um Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit lokalen Experten bei neuen SIPLA-Forschungsprojekten zu identifizieren.


Upcycling und zirkuläre Innovation
Der Workshop zu Upcycling und zirkulärer Innovation beleuchtete die Rolle des geistigen Eigentums in nachhaltigen Wirtschaftsmodellen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie Innovationen in der Kreislaufwirtschaft rechtlich geschützt und gefördert werden können. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Eigentumsrechte an traditionellen Immaterialgütern an neue Geschäftsmodelle angepasst werden müssen. Die Fachleute analysierten erfolgreiche Beispiele aus der Region und identifizierten Hindernisse, die der kreativen Wiederverwendung von Materialien im Wege stehen.


Greenwashing
Das Thema Greenwashing stand im Mittelpunkt eines weiteren Workshops. Expert*innen aus den Bereichen Recht, Wirtschaft und Zivilgesellschaft analysierten irreführende Umweltaussagen und entwickelten Ansätze für eine wirksamere Regulierung. Die Diskussionen zeigten, dass viele lateinamerikanische Länder noch nicht über ausreichende rechtliche Instrumente verfügen, um falsche Nachhaltigkeitsaussagen zu ahnden. Die Teilnehmenden entwickelten Vorschläge für Transparenzanforderungen und Sanktionsmechanismen, um Verbraucher*innen besser zu schützen.


Kunststoff und Mikroplastik
In einem dritten Workshop wurden die rechtlichen Herausforderungen durch Kunststoff und Mikroplastik diskutiert. Im Mittelpunkt standen Regulierungslücken und mögliche Lösungen für dieses wachsende Umweltproblem. Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage gelegt, wie Haftungsregeln gestaltet werden können, um Hersteller zu verpflichten, Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen. Die Fachleute betrachteten internationale Beispiele und diskutierten, welche Ansätze auf lateinamerikanische Kontexte übertragen werden könnten.


Wasserstofftechnologien
Ein Workshop zu Wasserstofftechnologien untersuchte das Spannungsfeld zwischen Patentschutz, Regulierung und Innovation. Die Teilnehmenden diskutierten, wie lateinamerikanische Länder ihr Potenzial in diesem vielversprechenden Energiesektor ausschöpfen können. Eine zentrale Frage war, ob strenge Patentrechte die Verbreitung von Technologien hemmen oder ob sie notwendige Investitionsanreize schaffen. Die Diskussionen berücksichtigten auch staatliche Förderstrategien und die Bedeutung des Technologietransfers für die Region. Dieser Workshop diente als Auftakt für die bevorstehende Jahreskonferenz in Concepción im Jahr 2026.


Biologische Betriebsmittel
Der letzte Workshop konzentrierte sich auf biologische Betriebsmittel in der nachhaltigen Landwirtschaft. Zu den biologischen Betriebsmitteln gehören Produkte wie Biodünger, Biostimulanzien und Bodenverbesserungsmittel sowie biologische Pestizide. Die Expert*innen diskutierten regulatorische Rahmenbedingungen, Innovationsanreize und Wettbewerbsfragen im Agrarsektor. Ein Schwerpunkt lag auf der Zulassung biologischer Pestizide und Düngemittel, die oft langwierigen Verfahren unterliegen. Die Teilnehmenden untersuchten, wie die Regulierung vereinfacht werden kann, ohne Sicherheitsstandards zu beeinträchtigen. Sie diskutierten auch den Zugang von kleinbäuerlichen Betrieben zu innovativen biologischen Betriebsmitteln und mögliche Förderinstrumente.


Über SIPLA
 

Smart IP for Latin America ist eine Forschungsinitiative des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Sie bietet ein neutrales Forum für den akademischen und rechtspolitischen Diskurs über Immaterialgüter-  und Wettbewerbsrecht in Lateinamerika. Ziel ist, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf der Grundlage unparteiischer und evidenzbasierter Grundlagenforschung zu informieren und zu beraten. Damit soll die Verwirklichung des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenzials Lateinamerikas unterstützt werden.