Personalie  |  13.07.2026

Adolf Dietz zum 90. Geburtstag – Eine herzliche Gratulation!

Am 10. Juli feierte Adolf Dietz seinen 90. Geburtstag. Das Institut gratuliert Adolf Dietz sehr herzlich zu diesem besonderen Anlass und würdigt ein wissenschaftliches Lebenswerk, das die urheberrechtliche Forschung am Institut über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat. In besonderer Weise hervorzuheben ist dabei die weit über das Institut hinausreichende Bedeutung seiner Arbeiten für die Entwicklung des Urheberrechts insgesamt – national wie international.

Prof. Dr. Dr. h.c. Adolf Dietz steht links und trägt einen dunklen Anzug mit Hemd und Krawatte. Er schüttelt die Hand von Dr. Rudolf Leška, der rechts steht und einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte sowie ein Einstecktuch trägt. Dr. Rudolf Leška hält eine dunkle, glänzende Skulptur in der linken Hand.
Prof. Dr. Dr. h.c. Adolf Dietz (links) mit Dr. Rudolf Leška bei Auszeichnung mit dem Jan-Löwenbach-Preis der ALAI-Landesgruppe Tschechien 2025.

Nach dem Jurastudium (als Maximilianäer) in München und Paris promovierte Adolf Dietz 1966 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und legte 1967 das zweite juristische Staatsexamen ab. Bereits ab 1966 war er am damaligen Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht tätig – zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, von 1972 bis 1978 als Referatsleiter und anschließend bis zu seiner Pensionierung 2001 als Forschungsgruppenleiter in der Abteilung Urheberrecht. Als Schüler Eugen Ulmers hat er nicht nur die urheberrechtliche Forschung am Institut mitgetragen, sondern auch die Ostrechts- und die Chinaabteilung aufgebaut und über viele Jahre geleitet.


Sein außergewöhnliches Sprachtalent und die Fähigkeit, fremde Rechtsordnungen und Kulturen in ihrer Tiefe zu erfassen, machten Adolf Dietz zu einem der herausragenden Rechtsvergleicher seines Fachs. Seine Arbeiten reichen von der Dissertation zum deutschen und französischen Droit Moral (1968) über die Darstellung des ungarischen Patentrechts (1976), den Essay zu Urheberrecht und Entwicklungsländern (1981) und den Band zur Neuregelung des gewerblichen Rechtsschutzes in China (1988) bis hin zur Kommentierung des Urheberpersönlichkeitsrechts (1987/1999). Besondere Bedeutung kommt seinen Pionierarbeiten zum Urheberrecht in der Europäischen Gemeinschaft zu, die bis heute Grundlage der europäischen Harmonisierungsarbeit geblieben sind. Auch sein besonderer Fokus auf die Belange von Kreativen hat ihn ausgezeichnet.


Über sein eigenes wissenschaftliches Werk hinaus hat Adolf Dietz das Institut international sichtbar gemacht: durch seine langjährige Expertentätigkeit für die Europäische Kommission, den Aufbau der Kooperation mit dem chinesischen Patent- und Urheberamt sowie sein Engagement als Präsident der Deutschen Landesgruppe und Vizepräsident der Association Littéraire et Artistique Internationale (ALAI). Als Experte für deutsches, europäisches und internationales Urheberrecht sowie für das Recht des geistigen Eigentums in Mittel- und Osteuropa und der Volksrepublik China hat er zahlreiche Bücher und Aufsätze vorgelegt und wurde als Honorarprofessor in Deutschland und China geehrt.


Sein Wirken ist vielfach ausgezeichnet worden: 1996 mit der Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität Brüssel, 2002 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und zuletzt im März 2025 mit dem erstmals verliehenen Jan-Löwenbach-Preis der tschechischen ALAI-Landesgruppe, mit dem seine großen Verdienste im deutsch-tschechischen Urheberrechtsdialog gewürdigt wurden.


Dem Institut ist Adolf Dietz auch nach seiner Pensionierung als Affiliated Research Fellow eng verbunden geblieben; er trägt den wissenschaftlichen Austausch bis heute mit. Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten aus aller Welt haben von seiner Betreuung, seiner Kollegialität und seiner Weltoffenheit profitiert.


Zum 90. Geburtstag wünschen wir Adolf Dietz von Herzen Gesundheit, Wohlergehen und weiterhin Freude an der wissenschaftlichen Arbeit.