Veranstaltungsbericht  |  17.07.2026

Internationale Perspektiven auf Immaterialgüterrecht: Symposium in Rio de Janeiro bringt Wissenschaft, Justiz und Ministerien zusammen

Rechtsvergleichung heißt nicht, fremde Modelle zu kopieren. Sie zeigt, wie unterschiedliche Länder dieselben rechtlichen Herausforderungen lösen – und welche Ergebnisse dabei herauskommen. Genau darum ging es am 3. Juli 2026 beim internationalen Symposium „Global Perspectives on Intellectual Property Law – Public Health, Fair Competition and Artificial Intelligence“ an der Richterakademie des Bundesstaates Rio de Janeiro (EMERJ).

Gruppe von 15 Personen in formeller Kleidung steht in einem Flur mit Porträtfotos an der Wand im Hintergrund
Organisator*innen, Referent*innen, Moderator*innen des Symposiums „Global Perspectives on Intellectual Property Law“
Mann mit Brille und roter Krawatte spricht an einem Konferenztisch mit Mikrofonen und Namensschild vor einer Wand mit goldenen Buchstaben und einer Flagge
Dr. Pedro Henrique D. Batista
Ein älterer Mann mit Brille sitzt an einem Konferenztisch vor einem Namensschild mit der Aufschrift 'Doctor Reto Hilty' und spricht, im Hintergrund eine Projektionsfolie mit Text zu einem Entschädigungsmechanismus für die Reproduktion von Werken für KI-Trainingszwecke.
Prof. Dr. Dr. h.c. Reto M. Hilty

Mehr als 200 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung im hybriden Format: renommierte Wissenschaftler*innen aus sieben Ländern, Vertreter*innen brasilianischer Ministerien und Mitglieder der brasilianischen Justiz diskutierten aktuelle Herausforderungen an der Schnittstelle von Innovation, Wettbewerb, Gesundheit und Künstlicher Intelligenz. Auch zwei Institutsangehörige waren involviert:  Pedro Henrique D. Batista, Affiliated Research Fellow des Instituts, organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit der EMERJ – wenige Tage, nachdem er bereits den 44. Jahreskongress der ATRIP in São Paulo maßgeblich mitgestaltet hatte. Neben seiner Teilnahme am Eröffnungspanel hielt er einen Vortrag zum Thema “Sham Litigation im Patentrecht”.


Auch Reto M. Hilty, emeritierter Direktor des Instituts, referierte auf dem Symposium. Er sprach über aktuelle Entwicklungen des europäischen Urheberrechts im digitalen Zeitalter und beteiligte sich an den anschließenden wissenschaftlichen Diskussionen.


Das Programm deckte ein breites Themenspektrum ab: Regulierung und Innovationskapazität, Public Health und Patentrecht, Lizenzen und Patente zur Zweitnutzung, unlauterer Wettbewerb und Trade Dress. Dazu kamen geografische Herkunftsangaben, Technologietransfer, Rechtstechnologie sowie Urheberrecht und Künstliche Intelligenz. Die Veranstaltung sollte rechtsvergleichende Perspektiven auf diese regulatorischen Herausforderungen zusammenbringen und den akademischen Austausch zwischen Ländern und Wissenschaftler*innen vertiefen.


Möglich gemacht haben das Symposium das Institut und das FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur – mit ihrer institutionellen Unterstützung sowie die britische Regierung und LES Brasil als Partner.


Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Innovation stellen das Immaterialgüterrecht weltweit vor dieselben Fragen – nur die Antworten fallen je nach Rechtssystem unterschiedlich aus. Das Symposium in Rio de Janeiro hat gezeigt, wie viel Wissenschaft, Justiz und Politik von diesem Vergleich lernen können, wenn sie ihn gemeinsam führen.