Das Institut
Im Mittelpunkt der Forschung am Institut stehen die Erforschung von Innovations- und Wettbewerbsprozessen sowie die Erarbeitung von Vorschlägen für die Gestaltung der Rahmenbedingungen für diese Prozesse. Die Forschungsfragen werden in einer rechtswissenschaftlichen und einer wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung untersucht.
Das Institut hatte sich seit seiner Gründung vor 60 Jahren der wissenschaftlich fundierten Weiterentwicklung des Immaterialgüter- und Wettbewerbsrechts gewidmet. Es hat dabei wichtige Gesetzgebungsprozesse auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene durch weit gefächerte Forschungsbeiträge angestoßen und begleitet.
Mit der Erweiterung des Instituts um eine wirtschaftswissenschaftliche Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research im Jahr 2013 wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass rechtswissenschaftliche Aspekte für die Regulierung dieser Prozesse nicht allein ausschlaggebend sind. Vielmehr bilden ökonomische Betrachtungen für rechtswissenschaftlich Forschende ein wichtiges, komplementäres Instrumentarium im Hinblick auf die Wirkungen von Rechtsnormen. Umgekehrt stützt sich die Wirtschaftswissenschaft vermehrt auf rechtswissenschaftliche Erkenntnisse, um die betrachteten Prozesse und Institutionen realistischer modellieren und empirisch untersuchen zu können. Mit solch komplementären Ansätzen in der Forschung lassen sich namentlich jene neuen Phänomene besser bewerten, die zunehmend das Interesse von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft finden.
2024 wurde das Net Zero Lab aufgebaut, eine unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppe, die sich mit Innovationen in der Klimatechnologie, der Dekarbonisierung von Unternehmen sowie Kohlenstoffmärkten befasst.
Tatsächlich erfahren die Forschungsthemen des Instituts nicht nur in der wissenschaftlichen Diskussion wachsende Aufmerksamkeit, sondern bewegen auch im politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Dazu trägt eine Vielzahl von Faktoren bei, wie etwa die rasch fortschreitende Digitalisierung oder die Öffnung von Kreations- und Innovationsprozessen.
Das verbreiterte Methodenspektrum des Instituts erlaubt es, sich veränderten Rahmenbedingungen in Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft anzupassen. Dies ist umso wichtiger, als der Ruf nach einer evidenzbasierten Beratung durch die Wissenschaft in der Politik in jüngerer Zeit immer lauter wurde: Datengestützte Analysen sollen kausale Zusammenhänge beleuchten und Korrelationen aufzeigen, die durch eine Vielzahl von Effekten hervorgerufen werden.
Eine weitere zentrale Aufgabe des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb liegt in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses nach Abschluss des Universitätsstudiums. Mit seiner einmaligen Infrastruktur und seinen Fördermöglichkeiten zieht es jährlich über 100 junge Forschende aus der ganzen Welt an, vornehmlich Promovierende, aber auch viele Wissenschaftler*innen, die sich auf eine universitäre Karriere vorbereiten. Zudem wird eine große Zahl wissenschaftlicher Gäste betreut, die sich in der weltweit führenden Bibliothek auf den Gebieten des Instituts ihren Recherchen und Forschungsprojekten widmen können.
Einen wichtigen und vor allem auch praxisrelevanten Beitrag leistet zudem das Munich Intellectual Property Law Center (MIPLC). Hier bietet das Institut in einem internationalen Netzwerk mit Partneruniversitäten einen mit weltweit renommierten Lehrenden besetzten und vollständig in englischer Sprache geführten LL.M.-Studiengang mit Schwerpunkt im IP-Recht an.
Geschichte des Instituts
Das Institut wurde im Jahr 1966 als Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht gegründet. Nach der Einrichtung einer wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung im Jahr 2013 wurde es 2014 umbenannt in Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb.
Kurze Historie des Instituts
2025
Umzug in das neue Institutsgebäude HERZOG MAX in der Herzog-Max-Str. 4, Aufnahme des offiziellen Betriebs zum 1. Mai 2025
2014
Umbenennung in Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb
2013
Erweiterung des Instituts um eine wirtschaftswissenschaftliche Abteilung, Innovation and Entrepreneurship Research, unter der Leitung von Dietmar Harhoff
2011
Verselbständigung des bisherigen Instituts in zwei unabhängige Institute, nämlich das Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, unter der Leitung von Reto M. Hilty und Josef Drexl sowie das Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, unter der Leitung von Kai A. Konrad und Wolfgang Schön.
2009
Erweiterung des Instituts um die Abteilung Finanzwissenschaft unter der Leitung von Kai A. Konrad
2002
Ausbau zum Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht
1999
Umzug in das neue Gebäude der Max-Planck-Gesellschaft am Marstallplatz im Stadtbezirk Altstadt-Lehel
1988
Anmietung weiterer Räumlichkeiten in der Maria-Theresia-Str. 22 für die ständig wachsende Bibliothek
1978
Im Herbst 1978 bezieht das Institut ein weiteres Gebäude in der Maria-Theresia-Str. 21 in München-Bogenhausen.
1967
Einweihung des Institutsgebäudes in der Siebertstr. 3 in München-Bogenhausen am 17. Oktober 1967. Der Standort wurde in der Folge auf ein weiteres Gebäude in der Siebertstr. 5 ausgedehnt.
1966
Nach Beschluss des Senats der Max-Planck-Gesellschaft vom 14. Dezember 1965 über die Gründung des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht nimmt das Institut am 1. März 1966 noch in den Räumen des Reimer-Instituts beim Deutschen Patentamt in der Zweibrückenstraße seine Arbeit auf.
Eine ausführliche Abhandlung zur Geschichte des Instituts von 1966 bis 2002 hat Eric Steinhauer mit seinem 2023 erschienen Beitrag Ein Institut auf der Suche nach seinem Gegenstand (DOI) verfasst.
Tätigkeitsberichte
Mit den Tätigkeitsberichten informiert das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb über seine Tätigkeit in den vergangenen Jahren. Die zahlreichen Aktivitäten des Instituts – die wissenschaftlichen Projekte, die Veranstaltungen, die Mitarbeit in Fachverbänden sowie die Beiträge zur wissenschaftlichen Beratung von Regierungen und internationalen Organisationen – werden im Detail vorgestellt. Die Berichte bis zum Jahr 2011 sind Zweijahresberichte; seit dem Jahr 2012 werden Dreijahresberichte erstellt.
Alle Berichte im Überblick
Activity Report 2021–2023
Tätigkeitsbericht 2018–2020
Tätigkeitsbericht 2015–2017
Tätigkeitsbericht 2012–2014
Tätigkeitsbericht 2010–2011
Tätigkeitsbericht 2008–2009
Tätigkeitsbericht 2006–2007
Tätigkeitsbericht 2004–2005