Fabian Gaessler der der Universität Pompeu Fabra in Barcelona
Personalie  |  16.09.2022

Assistenzprofessur an der Universität Pompeu Fabra (Barcelona) für Fabian Gaessler

Fabian Gaessler, bisher Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, ist seit 15. September Assistant Professor (Tenure Track) an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. Er beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit Innovation und Strategie.

Fabian Gaessler der der Universität Pompeu Fabra in Barcelona
Dr. Fabian Gaessler

Seine Arbeitsbereiche liegen an der Schnittstelle zwischen Innovation und strategischem Management mit besonderem Schwerpunkt auf Rechten am geistigen Eigentum, Wissensproduktion und Technologiestrategie.


Fabian Gaessler war bis dato Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff. Er kam bereits als Doktorand an das Institut und war seit Gründung der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung im Jahr 2013 im Forschungsteam. Im Jahr 2017 wurde er für seine Dissertation “Enforcing and Trading Patents – Evidence for Europe” mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet. Die Max-Planck-Gesellschaft vergibt diesen mit 7.500 Euro dotierten Preis, um talentierte Nachwuchsforschende zu motivieren, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben. In den Jahren 2018 und 2019 war Fabian Gaessler als Vertretungsprofessor für Technologiemanagement an der Technischen Universität München tätig.


Fabian Gaessler hat seine Forschungsergebnisse in renommierten internationalen Fachzeitschriften wie dem Journal of Economics & Management Strategy, dem Journal of Economic Behavior & Organization, Research Policy, dem Review of Economics and Statistics und Science Advances veröffentlicht. Seit kurzem ist er Mitglied des Beirats der Förderinitiative “T!Raum” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.


Seine Tätigkeit an der Universität Pompeu Fabra umfasst Forschung und Lehre in den Bereichen Innovation und Strategie. Als Affiliated Research Fellow bleibt er dem Max Planck Institut für Innovation und Wettbewerb weiterhin eng verbunden.

Call for Nominations: Director (f/m/d)
Personalie  |  17.08.2022

Aufruf zur Nominierung: Direktor*in

Wir bitten um Nominierungen – einschließlich Selbstnominierungen – für die Position einer Direktorin bzw. eines Direktors (w/m/d) zur Leitung einer Forschungsabteilung am Institut. Das einzigartige, innovative und langfristig angelegte Forschungsprogramm der Kandidat*innen sollte sich auf die Untersuchung der wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen und Implikationen von Innovationsprozessen konzentrieren, wobei das spezifische Fachgebiet offen ist.

Nominations and Self-Nominations Sought for the Position of Director (f/m/d) at the Max Planck Institute for Innovation and Competition


The Institute invites nominations, including self-nominations, for a Director, who is expected to lead a research department at the Institute. While the specific area of expertise is open, the future Director’s unique, innovative and long-term research program should focus on the study of the economic foundations and implications of innovation processes.


Max Planck Directors should have a record of excellent research and successful leadership, the ability or potential to devise a long-term visionary strategy for their research, and the potential to make a substantial contribution to their Institute’s mission. They are also expected to develop collaborations with other departments at the Institute and other institutes within the society as well as other globally leading research organizations.


Research at the MPI for Innovation and Competition is focused on legal and economic studies of processes of innovation and competition (see website). Our mission is to understand the incentives, determinants and implications of innovation. Currently, the Institute has three departments, each led by one Director: The new Director will join the directorate as the successor to one of the three Directors (Dietmar Harhoff). The Institute offers outstanding infrastructure for studying innovation via the use of, e.g., large data in econometric studies as well as field and lab experiments. The working language is English.


The Institute is located in Munich, Germany, and has close collaborative links with both Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Munich and the Technical University of Munich.


The Institute is part of the Max Planck Society, an independent non-governmental association dedicated to fundamental research in the natural sciences, life sciences, social sciences, and humanities. The Max Planck Society, an equal opportunities employer, is committed to diversity and inclusion in all aspects of recruiting and employment and is particularly committed to increasing the number of women among its scientific leadership. Therefore, we strongly encourage nominations of qualified female researchers.


Nominations, including self-nominations, should be sent to: nominations(at)ip.mpg.de.

A nomination should include:
 

  • The candidate’s name and current affiliation
  • A brief motivational statement (200 words max.) specifying why you have nominated the candidate


Note that this call is part of the Institute’s scouting procedure; its purpose is to inform the Institute about possible candidates. The formal appointment procedure will follow. As a result of this call, a selection of (self-)nominated candidates will then be invited for a visit to the Institute in due time.


All nominations will be treated in the strictest confidence. We expect this call to remain open until midnight (CET) on Sunday, 18 September 2022.



Download the Call for Nominations and Self-Nominations: PDF

Impression vom Workshop „Shaping the Internet for the Future“
Veranstaltungsbericht  |  20.07.2022

Shaping the Internet for the Future – Workshop zum Thema Netzneutralität

Am 24. und 25. Juni veranstaltete das Institut einen zweitägigen Workshop, um die Diskussion über die Regeln der Netzneutralität zu führen, zu der alle relevanten Interessengruppen eingeladen waren. Aber auch ganz allgemein ging es um die Frage, wie ein Internet der Zukunft gestaltet werden kann, mit dem das gesamte Potenzial des Internets für das Gemeinwohl genutzt werden kann. 

Impression vom Workshop „Shaping the Internet for the Future“
Impression vom Workshop „Shaping the Internet for the Future“ (Foto: Delia Zirilli)

Im Zusammenhang mit den neuen technologischen Entwicklungen und Geschäftsmodellen im Ökosystem Internet ist die Debatte über die Regeln der Netzneutralität wieder aufgeflammt. So erwägt die Europäische Kommission beispielsweise faire Formen der Bezahlung durch die großen Technologiekonzerne, was zu Schwierigkeiten mit der derzeitigen Verordnung über das offene Internet führen könnte. Es ist zwar sinnvoll, die Regulierung im Lichte neuer Entwicklungen und gesellschaftlicher Bedürfnisse zu überprüfen, doch sollte dies unter Anhörung aller Beteiligten geschehen.


Die Teilnehmenden des Workshops gehörten in den letzten zehn Jahren zu den Hauptakteuren der Debatte. Unter ihnen waren Vertreter öffentlicher Institutionen wie BEREC und Bundesnetzagentur sowie Vertreter der Zivilgesellschaft (Internet Society, Epicenter.works), Think Tanks (WIK) und Forschende aus technischen, wirtschaftlichen und juristischen Disziplinen. Darüber hinaus profitierte die Diskussion von der Teilnahme von Vertreter*innen der Industrie, darunter große Inhalteanbieter (Netflix), Verbände der Internetwirtschaft (eco e.V., ETNO) und Unternehmen, die neue Technologien sowohl auf der Ebene der Internetanwendungen als auch der Infrastruktur entwickeln.  Der Workshop konzentrierte sich auf die EU, brachte aber auch Teilnehmende aus anderen Ländern zusammen, in denen die Netzneutralitätspolitik im Wandel begriffen ist, wie beispielsweise in den USA und im Vereinigten Königreich.


Mehr oder weniger Regulierung: Rendite versus Offenes Internet


Die Diskussionen machten deutlich, dass die Debatte über die Netzneutralität noch lange nicht abgeschlossen ist und weiterhin polarisiert, so dass faktengestützte Argumente notwendiger sind denn je. Eine der wichtigsten Fragen, die nach wie vor unbeantwortet ist, lautet, wie ausreichende Anreize geschaffen werden können, um Investitionen in die Infrastruktur des Internets sowie Innovationen in dem sich schnell entwickelnden Ökosystem Internet zu fördern. Während einige die Notwendigkeit sehen, die Regulierung zu lockern, um eine stärkere Preisdifferenzierung zu ermöglichen und damit die Rendite für die Beteiligten zu erhöhen, sind andere der Meinung, dass die hart erkämpften Regeln zur Netzneutralität in der EU-Verordnung zum offenen Internet beibehalten werden sollten. 


Ein weiteres zentrales Thema ist die Präsenz von großen Technologieunternehmen im Ökosystem Internet. Einerseits haben diese Unternehmen begonnen, ihre eigenen privaten Netze zu entwickeln, was die Frage aufwirft, ob es zwei verschiedene Netzwerke gibt, ein privates und weitgehend unreguliertes und ein öffentliches, das der Regulierung unterliegt. Andererseits ist die Debatte über faire Beiträge erneut aufgelebt, wonach große Anbieter von Inhalten im Verhältnis zu ihrer Nutzung des Netzes zahlen sollten. Dieser erneute Vorstoß erfolgte in Form der Veröffentlichung einer von ETNO in Auftrag gegebenen Studie über die sozioökonomischen Vorteile eines gerechteren Verhältnisses zwischen Tech-Giganten und Telekommunikationsbetreibern. Das Argument ist, dass dies die Finanzierung der Investitionen ermöglichen würde, die für die Einführung der 5G-Technologie erforderlich sind. Je nachdem, wie ein fairer Beitrag gewährleistet wird, könnte dies das etablierte Netzneutralitätssystem in der EU stören und stößt bei vielen Interessengruppen auf heftigen Widerstand.


Schlussfolgerung und Ausblick


Eine generelle Schlussfolgerung des Workshops ist, dass das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb aufgrund seiner Unabhängigkeit in einer guten Position ist, um die Debatte von einem akademischen und neutralen Standpunkt aus zu führen. Vor diesem Hintergrund lieferte der Workshop Erkenntnisse, die es dem Institut ermöglichen, eine neue Forschungslinie weiterzuentwickeln, die einen grundlegenden Teil des Diskurses über die digitale Wirtschaft darstellt.

Teilnehmende des Munich Summer Institute 2022 in der großen Halle am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, München
Veranstaltungsbericht  |  08.07.2022

Munich Summer Institute 2022 – endlich wieder in Präsenz!

Zum ersten Mal seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie fand das Munich Summer Institute vom 8. bis 10. Juni 2022 wieder als Präsenz­veranstal­tung statt. Nach über zwei Jahren mit zahllosen virtuellen Meetings freuten sich die gastgebenden Institutionen besonders, die MSI-Community wieder live in München begrüßen zu können. 120 Teil­nehmende erlebten drei Tage interdisziplinärer Forschung mit drei Keynote-Vorträgen, 17 Vollpräsentationen wissenschaftlicher Papiere und 34 Poster-Slam-Präsentationen.

Teilnehmende des Munich Summer Institute 2022 in der großen Halle am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, München
Teilnehmende des Munich Summer Institute 2022 in der großen Halle am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb

Am ersten Veranstaltungstag erörterte die Hauptrednerin Hanna Halaburda (NYU) auf erfrischende Weise, ob Bitcoin uns helfen kann, umweltfreundlicher zu werden. Die Präsentationen der Papers und Poster an diesem Tag konzentrierten sich auf die Themen „Datenschutz & Information“, „Digitalisierung, Strategie & Organisation“, „Medien“ und „Marktdynamik“.


Der zweite Tag befasste sich zunächst mit den Themen „Startups“, dem „Gender Gap“ sowie  „Entrepreneurship & Innovation“. Die Keynote hierzu hielt Nicola Lacetera (University of Toronto) zu  “Trust and Social Support: Rethinking the Economics of Innovation in the Age of AI”. Im Anschluss widmeten sich die Teilnehmenden den Bereichen „Information“ und „Arbeit“.


Der dritte Tag bot erst Einsichten in den Themenbereich „Anreize“ und beschäftigte sich dann mit dem Paradoxon der Regulierung des Datenschutzes. Melissa Wassermann (University of Texas Austin) sprach in ihrer Keynote, gestützt auf Erkenntnisse aus der pharmazeutischen Patentprüfung, über Investitionen in die Ex-Ante-Regulierung. Der letzte Poster-Slam stand im Zeichen von IP aus juristischer und ökonomischer Perspektive, Innovation und Digitalisierung. Das MSI 2022 endete mit Präsentationen zu Plattform-Regulierung und Arzneimittelpatenten.


Das Munich Summer Institute zielt seit seiner Premiere im Jahr 2016 darauf ab, die Vernetzung innerhalb einer internationalen und interdisziplinären Gemeinschaft von Forschenden zu fördern. Dementsprechend wurde die Konferenz gemeinsam vom Center for Law & Economics der ETH Zürich (Stefan Bechtold), dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb (Dietmar Harhoff), den Lehrstühlen für  Technologie- und Innovationsmanagement und Innovationsökonomik an der TUM (Joachim Henkel und Hanna Hottenrott) sowie dem ISTO an der LMU (Jörg Claussen und Tobias Kretschmer) organisiert.


Wir danken allen Mitwirkenden, besonders den Vortragenden, Ko-Referierenden und Teilnehmenden für ein wirklich gelungenes MSI 2022 und freuen uns jetzt schon auf das Munich Summer Institute 2023, das von 24. bis 26. Mai 2023 stattfinden wird!


Zur Nachlese des kompletten Programm des MSI 2022 geht es hier.

Zdenko Caganic
Personalie  |  06.07.2022

Wir trauern um unseren Kollegen und Freund Zdenko Caganic (1968 – 2022)

Mit großer Trauer und Bestürzung mussten wir vernehmen, dass unser langjähriger Kollege und Freund Zdenko Caganic am 5. Juli 2022 verstorben ist. Sein Tod erschüttert uns alle zutiefst.

Zdenko Caganic
Unser Kollege und Freund Zdenko Caganic (1968 – 2022)

Ganz plötzlich und ohne jede Vorwarnung erlitt er am Rande einer Dienstfahrt einen Herzstillstand. Sofortige Hilfe, die ihm von Begleiter*innen und Notärzten geleistet wurde, konnte nichts mehr ausrichten.


Herr Caganic gehörte seit mehr als 20 Jahren zum Kernteam unserer Institute. Mit Leidenschaft, Klugheit und Witz setzte er sich für unser aller Belange ein.


Er war geschätzt und beliebt, ansprechbar für jeden und seinen Kollegen in den Hausdiensten eine stete Stütze. Wir alle haben uns bei unendlich vielen Gelegenheiten auf seine Hilfe verlassen können. 


Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie, allen voran seiner Ehefrau Jakica Caganic, die ebenfalls seit vielen Jahren zu unseren geschätzten Mitarbeiterinnen gehört. Das Ehepaar Caganic war über lange Zeit ein fester Bestandteil unserer „Max-Planck-Familie“. Wir sind sicher, dass die ganze Belegschaft Frau Caganic in dieser schweren Zeit beistehen wird.  


Für uns bleibt nichts, als um Herrn Caganic und mit seiner Familie zu trauern.


Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb und Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen sowie die Vorgängerinstitute.

Josef Drexl während seines Eröffnungsvortrags zum Start der Max Planck Partnergroup Senegal. (Foto: Université Virtuelle du Senegal)
Veranstaltungsbericht  |  05.04.2022

Offizielle Eröffnungsveranstaltung der Max-Planck-Partnergruppe im Senegal

Am 16. und 17. März 2022 fand in Dakar, Senegal, die Eröffnungsveranstaltung zur Gründung der Max Planck Partnergruppe an der Université Virtuelle du Sénégal, kurz UVS, statt. Zum Start ihrer wissenschaftlichen Aktivitäten veranstaltete die Forschungsgruppe einen Kick-off-Workshop zum Thema “Access, Data Sharing and Sustainable Development Goals: A Overview from the Senegal's Point of View”.

Josef Drexl während seines Eröffnungsvortrags zum Start der Max Planck Partnergroup Senegal. (Foto: Université Virtuelle du Senegal)
Josef Drexl während seines Eröffnungsvortrags zum Start der Max Planck Partnergroup Senegal. (Foto: Université Virtuelle du Senegal)

Anlässlich der feierlichen Eröffnungsveranstaltung vor dem Workshop hielt Josef Drexl, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, einen Vortrag zum Thema « Marchés numériques, droit de la concurrence et développement éconmique » (Digitale Märkte, Kartellrecht und ökonomische Entwicklung). Die Veranstaltung wurde live über die Plattform YouTube gestreamt und ist dort auch noch abrufbar.


Mit der Gründung der Forschungsgruppe verbindet die UVS die Hoffnung, dass die eigene strategische Ausrichtung gestärkt wird und das erste Projekt nur der Anfang einer langen Partnerschaft zwischen beiden Institutionen ist, wie die UVS auf Twitter schreibt.


Mit dem Projekt “Access, Data Sharing and Sustainable Development Goals: Regulation of the Data Economy in Emerging Economies” will das Institut gemeinsam mit Partnern aus Schwellenländern Ratschläge zur Gestaltung des optimalen Regulierungsrahmen für das Datenteilen zur Förderung nachhaltige Entwicklung in den Ländern des globalen Südens entwickeln. Neben der UVS gehören zu den Forschungspartnern auch Universitäten in Indien und Brasilien.

3. SIPLA-Konferenz, 16.03.2022, Buenos Aires, Argentinien
Veranstaltungsbericht  |  23.03.2022

Dritte SIPLA-Jahrestagung: Innovation als Schlüsselkomponente für nachhaltige Entwicklung

Welche Rolle können Innovationen bei der Lösung grundlegender Herausforderungen der Menschheit – Klimawandel, Ernährung und Gesundheit der Weltbevölkerung – spielen? Liefern neue Technologien einen strategischen Beitrag für nachhaltige Entwicklungen – und wo liegen die Potentiale von Lateinamerika? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmenden der dritten Jahrestagung der Forschungsinitiative “Smart IP in Latin America” (SIPLA) des Instituts, die am 16. März in Buenos Aires stattfand.

3. SIPLA-Konferenz, 16.03.2022, Buenos Aires, Argentinien
3. SIPLA-Konferenz, 16.03.2022, Buenos Aires, Argentinien

Da die Länder Lateinamerikas dank gewisser Ressourcen über ein erhebliches Innovationspotenzial im Bereich der nachhaltigen Technologien verfügen, lag der Fokus der Konferenz auf den spezifischen Anreizen, die entsprechende Innovationen in der Region befördern können. Reto Hilty, Direktor am Institut, und Diego Hurtado, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation, eröffneten die Veranstaltung.


Die Debatte umfasste drei Panels: Eines mit Vertretern verschiedener lateinamerikanischer Start-ups, ein Panel mit Expertinnen und Experten aus den Wirtschaftswissenschaften sowie ein Panel mit Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftlern. Die wissenschaftlichen Panels erörterten mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Ansätzen die Fragen, wie Innovationen im Bereich der nachhaltigen Technologien gefördert werden können.


Das erste Panel konzentrierte sich auf die Frage, in welchen Bereichen die eingeladenen Start-ups aus sechs lateinamerikanischen Ländern besonders innovativ sind. Ebenso wurden die rechtlichen und ökonomischen Schwierigkeiten thematisiert, mit denen Gründerinnen und Gründer, aber auch etablierte Unternehmen konfrontiert sind. Außerdem wurde untersucht, inwieweit staatliche oder anderweitige Förderungen ausschlaggebend waren und so zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen konnten.


Das ökonomische Panel befasste sich mit der Frage, wie Anreize erschaffen oder erhöht werden können, um in den Bereichen nachhaltigkeitsorientierter Technologien innovativ tätig zu sein. Auch die Betrachtung, welche Faktoren sich positiv oder negativ auf die Investitionsbereitschaft privater Akteure auswirken und welche Folgerungen daraus in regulatorischer Hinsicht gezogen werden können, beschäftigte die Wirtschaftswissenschaftler.


Im dritten Panel setzten sich Rechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit den juristischen Rahmenbedingungen auseinander, die nicht nur Anreize, sondern ebenso Hindernisse für eine nachhaltige Entwicklung darstellen können. Zudem wurde die Komplexität dieser Rahmenbedingungen hervorgehoben und die Schwierigkeiten von Start-ups eingegangen, diese einzuhalten.


Das enorme Interesse, das dieses Thema auf sich zieht, schlug sich auch in der Zahl der Teilnehmenden nieder: Knapp 1.000 Personen nahmen an der hybriden Konferenz teil, wie das argentinische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation mitteilte. Das Ministerium fungierte als Co-Veranstalter und war gleichzeitig auch Veranstaltungsort dieser Konferenz.


SIPLA - Smart IP for Latin Armerica

Otto-Hahn-Medaille, Felix Poege, Daria Kim
Auszeichnung  |  18.03.2022

Zwei Otto-Hahn-Medaillen für junge Forschende des Instituts

Dr. Daria Kim und Dr. Felix Pöge, Forschende am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, die beide im Jahr 2021 ihre Promotion abgeschlossen haben, sind von der Max-Planck-Gesellschaft in Anerkennung ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet worden. 

Die Rechtswissenschaftlerin Daria Kim


Die Rechtswissenschaftlerin Daria Kim erhält den Preis für Ihre Arbeit zum Thema “Access to Non-Summary Clinical Trial Data for Research Purposes Under EU Law”, einer Studie über die Regulierung des Zugangs zu Daten, die im Rahmen klinischer Prüfungen erhoben wurden, um die zukünftige Arzneimittelforschung zu verbessern.


Daria Kim legt in ihrer Dissertation eine eingehende Studie vor, wie der Zugang zu Patientendaten, die im Rahmen klinischer Studien gewonnen werden, gewährleistet und geregelt werden kann. Die interdisziplinäre Studie integriert Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung, den Wirtschaftswissenschaften sowie zu Gemeinwohlinteressen im Rahmen einer normativen Analyse. Die Verfasserin entwickelt einen Vorschlag für neue Datenzugangsregeln auf der Ebene des europäischen Rechts, die es ermöglichen, das in klinischen Daten enthaltene Erkenntnispotenzial für die Gesellschaft insgesamt nutzbar zu machen, ohne gleichzeitig die Innovationsanreize für jene Pharmaunternehmen zu beeinträchtigen, die diese Daten ursprünglich erhoben haben. Sie leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung des normativen Ordnungsrahmens zur Förderung von Innovation vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Digitalisierung.


Daria Kim arbeitet mittlerweile als wissenschaftliche Referentin am Institut.


Der Wirtschaftswissenschaftler Felix Pöge


Der Wirtschaftswissenschaftler Felix Pöge wird für seine Dissertation zum Thema “Corporate Innovation – The Role of Scientific Discoveries, Taxation and Antitrust” ausgezeichnet, die wichtige Beiträge zur Analyse von Innovationsprozessen liefert, insbesondere zu den Auswirkungen von Wettbewerb auf Innovationsergebnisse.


In vier Aufsätzen beantwortet Felix Pöge drängende Forschungsfragen und untersucht, wie sich die Qualität wissenschaftlicher Beiträge, die Besteuerung von Unternehmen, die Beteiligung von Unternehmen an wissenschaftlichen Konferenzen und Industriestruktur auf Innovationsergebnisse auswirken. In seinem umfassendsten Aufsatz befasst er sich mit der Auflösung der IG Farben nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Auswirkungen auf Wettbewerb und Innovation im Chemiesektor. Pöge kommt zu dem Ergebnis, dass die politisch motivierte Umstrukturierung zu einem erheblichen Anstieg des Wettbewerbs führte, der sich in niedrigeren Preisen für eine große Zahl chemischer Produkte und in einer Zunahme der Patentierungsaktivitäten der von der Auflösung betroffenen Unternehmen niederschlug. Für die aktuelle Debatte über die Auswirkungen von Fusionen auf Wettbewerb und Innovation liefert diese historische Studie wichtige Hinweise und impliziert, dass Fusionen sowohl dem Wettbewerb als auch der Innovation schaden können.


Felix Pöge ist nunmehr Postdoc bei der Technology & Policy Research Initiative an der Universität Boston.


Die Max-Planck-Gesellschaft vergibt den Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen, der nach dem „Vater der Kernchemie” Otto Emil Hahn (1879–1968) benannt ist, seit 1978. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und soll junge begabte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einer Forschungskarriere zu motivieren.


Die Otto-Hahn-Medaille für den wissenschaftlichen Nachwuchs wird im Rahmen der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft am 22. Juni 2022 in Berlin überreicht.


Wir gratulieren der Preisträgerin und dem Preisträger!



Access to Non-Summary Clinical Trial Data for Research Purposes Under EU Law (pdf und epub)

Corporate Innovation – The Role of Scientific Discoveries, Taxation and Antitrust (pdf)

Verschiedenes  |  09.03.2022

Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb bietet ukrainischen Forschenden Unterstützung

Sowohl die rechts- als auch die wirtschaftswissenschaftliche Abteilung des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb bieten Unterstützung für ukrainische Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler an, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen müssen. Genauso können sich ukrainische Forschende an uns wenden, deren Forschungsaufenthalt außerhalb der Ukraine derzeit endet und die nach einer Möglichkeit suchen, ihre Forschungstätigkeit fortzusetzen. Das Institut bietet Büroarbeitsplätze, Zugang zur Bibliothek, ein Stipendium für mindestens sechs Monate (verlängerbar) sowie Unterstützung bei der Wohnungssuche.

Forschende mit Hintergrund in oder Interesse an den Bereichen Wettbewerbsrecht, Immaterialgüterrecht, Innovationsökonomie oder Entrepreneurship können sich an scienceforukraine(at)ip.mpg.de wenden. Das gilt sowohl für Promovierende als auch für promovierte Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler.


Aktualisierung vom 4. Mai 2022


Seit der Veröffentlichung dieser Information sind zahlreiche Bewerbungen eingegangen. Bisher konnten acht Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut aufgenommen werden. Zwei Personen forschen nun in der Abteilung von Reto M. Hilty, und jeweils drei in der Abteilung von Josef Drexl der Abteilung von Dietmar Harhoff. Neben der Integration am Institut haben Mitarbeitende dabei geholfen zu dolmetschen, einen Kindergartenplatz zu finden, Schulplätze zu organisieren und Wohnraum für die Forschenden und ihre Angehörigen zu finden. Insgesamt werden die Geflüchteten von sieben Angehörige begleitet, darunter fünf Kinder. Um die Kontakte zu und unter den neuen Kolleginnen und Kollegen zu stärken, wurden Ausflüge organisiert und sogar privat zu einem Osterbrunch eingeladen. All das kann den grausamen Krieg in der Ukraine nicht vergessen machen, aber hoffentlich das Ankommen in der neuen Umgebung etwas erleichtern.

Reto M. Hilty (l.), Andrés Barreto González
Verschiedenes  |  04.03.2022

Smart IP for Latin America: Weitere Vereinbarung im Rahmen der Initiative unterzeichnet

Am 16.02.2022 hat Reto M. Hilty in Bogotá eine Vereinbarung mit dem kolumbianischen Staatssekretär für Industrie und Handel Andrés Barreto González unterzeichnet. Ziel ist, im Rahmen von Studien und Workshops im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes und des Wettbewerbsrechts zusammenzuarbeiten.

Reto M. Hilty (l.), Andrés Barreto González
Prof. Dr. Dr. h.c. Reto M. Hilty (links) mit dem kolumbianischen Staatssekretär für Industrie und Handel Andrés Barreto González (Foto: Roxana Blasetti)

Durch die Kooperation zwischen der SIPLA-Inititive des Instituts und der kolumbianischen Behörde für Industrie und Handel (Superintendencia de Industria y Comercio) erwarten beide Partner, dass Forschungsergebnisse aus gemeinsam definierten Projekten dabei helfen werden, staatliche Maßnahmen zielgerichtet festzulegen und effizienter umzusetzen.


Eine ähnliche Partnerschaft wurde bereits mit Argentinien vereinbart, weitere Vereinbarungen dieser Art in lateinamerikanischen Ländern sollen künftig noch folgen.


Über SIPLA


Smart IP for Latin America ist eine Forschungs­initiative des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Sie bietet ein neutrales Forum für den aka­demischen und rechts­politischen Diskurs über das Immaterial­güter- und Wett­bewerbs­recht in Latein­amerika. Wissen­schaft, Politik, Wirt­schaft und Öffent­lich­keit sollen auf der Basis un­partei­ischer und evidenz­basierter Grund­lagen­forschung infor­miert und beraten werden. Ziel ist es, die Verwirk­lichung des sozialen, kulturellen und wirt­schaft­lichen Poten­zials Latein­amerikas zu unterstützen.


Smart IP for Latin America wurde 2018 anlässlich einer ersten Konferenz in Santiago de Chile ins Leben gerufen, an der Vertre­terinnen und Vertreter aus Wissen­schaft, Politik, Industrie und Rechts­praxis teil­genommen haben. Ein Büro an der Universität von Buenos Aires – das „Observatorio“ – koor­diniert in enger Zusammen­arbeit mit dem SIPLA-Team am Institut in München seit 2019 die Forschungs­aktivitäten und Veranstal­tungen vor Ort. Dem Team steht ein hoch­karätig besetztes Beratungs­gremium mit wissen­schaft­lichen Ver­tretern aus ganz Latein­amerika zur Seite.