Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times"
Veranstaltungsbericht  |  24.10.2025

Eröffnungssymposium zu Innovationsforschung in disruptiven Zeiten

Am Dienstag, den 21. Oktober 2025, fand als zweite Veranstaltung im Rahmen der feierlichen Eröffnung des neuen Standortes des Instituts am Stachus ein wissenschaftliches Symposium statt, das sich in zwei Paneldiskussionen Themen widmete, die für die Innovationsforschung in disruptiven Zeiten prägend sind. Über einhundert Gäste erhielten anregende Impulse und konnten sich mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen intensiv austauschen.

Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times"
Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times". Foto: Myriam Rion
Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research“
Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research“. Foto: Myriam Rion
Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”
Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”. Foto: Myriam Rion

Das erste Panel, das von Marina Chugunova moderiert wurde, die seit 2018 Senior Research Fellow in der wirtschafts­wissen­schaftlichen Abteilung des Instituts ist, befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Innovation und neuer Geopolitik. Die Leitung des zweiten Panels übernahm Heiko Richter, der bis September dieses Jahres Wissenschaftlicher Referent in der juristischen Abteilung des Instituts war und im Oktober 2025 den Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer übernommen hat. Er betrachtete mit seinen Gästen Fragen zur Regulierung zwischen geopolitischen Herausforderungen und Deglobalisierung.


Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research”
 

  • Prof. Dr. Fabian Gaessler (Universitat Pompeu Fabra)
  • Prof. Dr. Carolin Haeussler (Universität Passau / Expertenkommission Forschung und Innovation)
  • Prof. Dr. Hanna Hottenrott (TU München / Exzellenzcluster TransforM)
  • Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Monopolkommission / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
  • Dr. Marina Chugunova (Moderation)

Während der Podiumsdiskussion untersuchten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Wissenschaftspolitik, wie geopolitische Spannungen die globale Forschungszusammenarbeit, die Mobilität von Fachkräften und den technologischen Wettbewerb verändern. Die Diskussion stützte sich auf historische Parallelen, aktuelle regulatorische Debatten und die Realitäten, mit denen Universitäten, Forschungsinstitutionen und Unternehmen konfrontiert sind. Ein zentrales Thema war die wachsende Verantwortung der Forschungs­gemeinschaft, sich aktiv mit der Gesellschaft und Entscheidungsträgern auseinanderzusetzen, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse klar und aussagekräftig kommuniziert werden – in einer Zeit, in der Fehlinformationen und politische Polarisierung die evidenzbasierte Politikgestaltung zunehmend herausfordern.


Die Podiumsteilnehmer betonten, dass wir eine Phase der Neuausrichtung in Forschung und Innovation durchlaufen, die durch Verschiebungen in globalen Allianzen, strengere Kontrollen sensibler Technologien und neue Fragen zum Gleichgewicht zwischen Offenheit und Sicherheit gekennzeichnet ist. Die Expertinnen und Experten diskutierten, ob Innovation heute eher durch Wettbewerb oder durch Zusammenarbeit vorangetrieben wird, und erörterten dabei die Rolle der Big Tech, die Herausforderungen bei der Regulierung von Technologien, die sich schneller entwickeln als die rechtlichen Rahmenbedingungen, sowie die wachsende Bedeutung der Dual-Use-Forschung. Die Diskussion unterstrich, dass Resilienz in einem sich schnell verändernden Umfeld nicht nur eine effektive Governance, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen erfordert.


Eine klare Erkenntnis kristallisierte sich heraus: Die Fähigkeit Europas, offen, glaubwürdig und strategisch agil zu bleiben, wird seine Position in der globalen Innovationslandschaft bestimmen.  


Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”
 

  • Prof. Dr. Michèle Finck (Universität Tübingen)
  • Prof. Dr. Henning Grosse Ruse-Khan (University of Cambridge)
  • Dr. Malte Toetzke (Net Zero Lab / Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb)
  • Prof. Dr. Peter Yu (Texas A&M University)
  • Prof. Dr. Heiko Richter (Moderation)

Das Panel befasste sich mit der sich wandelnden Regulierungslandschaft an der Schnittstelle zwischen globalen Herausforderungen und Deglobalisierungsdruck und ging dabei der Frage nach, wie transnationale Themen wie KI, Klimawandel, geistiges Eigentum und Handel angesichts der zunehmenden nationalen Fragmentierung angegangen werden. Die Teilnehmenden untersuchten zunächst die Rolle der EU bei der Regulierung des digitalen Bereichs und der KI, wobei sie den Wandel der Union hin zu einem selbstbewussteren Regulierungsparadigma hervorhoben, welches sich im Spannungsfeld zwischen den Interessen der Mitgliedstaaten und der Notwendigkeit globaler Standards behaupten muss.


Beim Thema Klimawandel wurden das transformative Potenzial der KI in der Forschung und die uneinheitlichen Fortschritte bei den internationalen Bemühungen zur Dekarbonisierung erörtert, was sowohl die Chancen als auch die Grenzen der derzeitigen Regulierungsinstrumente verdeutlichte. Die Diskussion zu regulatorischen Denkweisen der USA und Chinas, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und geistiges Eigentum, zeigte unterschiedliche Prioritäten und Strategien auf, die durch den wirtschaftlichen und geopolitischen Wettbewerb geprägt sind. Zum Abschluss sprach die Runde über die Zukunft multilateraler Institutionen wie der WTO und analysierte dabei kritisch deren Schwächen als auch Chancen, in einer fragmentierten Welt regulatorische Kohärenz zu fördern.


Die Erkenntnis aus der Diskussion war, dass eine wirksame Regulierung heute erfordert, zwischen globalen Koordinierungsbedürfnissen und einer zunehmenden nationalen Zurückhaltung zu navigieren und zu vermitteln. Letztendlich verdeutlichte das Panel, dass Regulierung zunehmend als Balanceakt positioniert wird – nicht rein globalistisch oder streng national, sondern als flexibles Instrument, das sich an veränderte politische, technologische und wirtschaftliche Dynamiken anpassen muss.

Eingang in der Herzog-Max-Straße
Veranstaltungsbericht  |  23.10.2025

Innovationsforschung im Herzen Münchens

Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 20. Oktober hat das Institut seine neuen Räumlichkeiten am Stachus, im Herzen von München, eingeweiht. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Stadt und Gesellschaft würdigten den Umzug als wichtigen Meilenstein nicht nur für das Institut und die Stadt München, sondern auch für die Präsenz der Forschung in der Gesellschaft.

Eingang in der Herzog-Max-Straße
Eingang in der Herzog-Max-Straße. Foto: Myriam Rion
Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft
Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Foto: Myriam Rion
Johannes Eberle (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst).
Johannes Eberle (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst). Foto: Myriam Rion
Der zweite Bürgermeister der Stadt München Dominik Krause mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Josef Drexl
Der zweite Bürgermeister der Stadt München Dominik Krause mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Josef Drexl. Foto: Myriam Rion

Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und hochranginge Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft adressierten vor rund 120 Gästen in Grußworten die Bedeutung der Forschung des Instituts und die Chancen, im neuen Umfeld Impulse zu setzen. Dabei wurde deutlich, dass Forschung nicht nur eine treibende Kraft für Innovation und Fortschritt ist, sondern angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mehr denn je in der Mitte der Gesellschaft verankert sein muss.


Prof. Dr. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft

„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht mit seiner Mission im Brennpunkt unserer Zeit. Es erforscht die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen von Innovation, Wettbewerb und Regulierung. In einer Phase, in der sich Deutschland neu erfinden muss zwischen digitalem Wandel, bürokratischer Erstarrung und geopolitischen Spannungen, ist diese Forschung – gerade diese Forschung – unverzichtbar. Sie stellt ja überhaupt erst die Fragen, bevor sie die Antworten gibt, durch die das Institut Orientierung für den gesellschaftlichen und politischen Prozess bietet, den wir nie ersetzen können, wir können ihn nur begleiten. Der Umzug ist ein Signal, dass Wissenschaft – und noch dazu eine so wichtige Forschung, wie sie hier läuft, die auch die Zukunft des Wirtschaftssystems einschließt – in die Mitte der Stadt gehört, in die Mitte der Gesellschaft.“


Dr. Johannes Eberle, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Abteilungsleiter Forschung / Wissenschaftssystem

„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht für alles, was sich ein Wissenschaftsminister, ein Wirtschaftsminister und eine Bundesministerin nur wünschen können: Es bietet herausragende Wissenschaft, die nicht im sprichwörtlichen Elfenbeinturm verharrt, sondern in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkt, und das seit fast 60 Jahren. Seit der Gründung im Jahr 1966 ist das Institut ein zentraler Impulsgeber bei den großen Fragen der Zeit. […] Doch ein Institut für Innovation und Wettbewerb lebt natürlich nicht vornehmlich von seinen Errungenschaften in der Vergangenheit, sondern von seiner Gestaltungskraft für das Jetzt und das Morgen. Und auch hier zeigt sich, es ist am Puls der Zeit und trägt heute mehr denn je zu einer Beantwortung gesellschaftlicher Schlüsselfragen bei. Es leistet wertvolle Beiträge zu den Jahrhundertumwälzungen durch das Thema KI, insbesondere bei den großen Herausforderungen beim Daten- und Urheberrecht. Es liefert hochrelevante Untersuchungen zu den Möglichkeiten, die stagnierende Wirtschaft durch Innovationen und staatliche Impulse zu aktivieren.“


Dominik Krause, 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München

„Die Max-Planck-Institute sind elementarer Bestandteil des Innovationsökosystems, das wir in München haben – ganz besonders gilt das natürlich für das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. Auch ich will Sie heute ganz herzlich beglückwünschen zu diesem Glückgriff hier im Herzog Max. Sie und die Kolleginnen und Kollegen leisten großartige Arbeit, jetzt auch in einem Gebäude, das zentraler nicht sein könnte und das beispielhaft ist für die Zukunft der Münchner Innenstadt. Herzlichen Glückwunsch auch von der Stadt München zum Einzug, wir sind sehr froh, dass wir Sie hier im Herzen der Stadt haben.“



Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“
 

Im Zentrum der Veranstaltung stand die mit herausragenden Persönlichkeiten besetzte Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“. Der Journalist und Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda sprach mit führenden Expertinnen und Experten über zentrale Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Die Podiumsgäste Prof. Dr. Irene Bertschek (Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation), Rafael Laguna de la Vera (Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND) und Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Mitglied der Monopol­kommission) diskutierten unter anderem, welche Rolle Innovationsforschung in der Politikberatung einnehmen kann und wo ihre Grenzen liegen, wie sich gesellschaftliche Werte mit ökonomischen Interessen in Einklang bringen lassen und welche Chancen und Risiken Innovationen für die großen Herausforderungen unserer Zeit bergen.


Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb


Im Nachgespräch zur Diskussion erörteten Josef Drexl und Dietmar Harhoff mit Jan-Martin Wiarda die Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Zentrale Impulse waren die weitere Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit – über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hinaus auch mit weiteren Disziplinen, wie möglicherweise Informatik –, um Innovationen, Märkte, und deren regulatorische Rahmenbedingungen besser zu verstehen. Recht wird dabei als Ermöglicher für Innovationen gesehen, während gegenseitiges Lernen und Austausch, etwa auch durch Networking mit Unternehmen, sowie die kontinuierliche Beobachtung technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen entscheidende Ansätze für die zukünftige Forschung bleiben.


Auf dem Programm standen auch Führungen durch das stadtbildprägende denkmalgeschützte Gebäude am Karlstor, das unter anderem die renommierte Bibliothek des Instituts beherbergt. Ihr Bestand umfasst derzeit mehr als 245.000 Bände, ist in seiner internationalen Ausrichtung und Vollständigkeit weltweit einmalig und stellt einen Anziehungspunkt für Forschende aus dem In- und Ausland dar.


Das neue HERZOG MAX


Während viele deutsche Innenstädte mit Leerstand und Bedeutungsverlust kämpfen, ist das „Herzog Max“ genannte Gebäude ein zukunftsweisendes Projekt, das Maßstäbe für die Transformation der Innenstädte setzt. Das stellten der Architekt Thomas Fechtner (OSA Ochs Schmidhuber Architekten) und der Eigentümervertreter Günter Koller (Wilhelm von Finck Hauptverwaltung GmbH) in einem Podiumsgespräch mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Prof. Dr. Josef Drexl und dem Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda dar. Der beeindruckende Umbau zeigt, wie sich urbane Zentren neu erfinden können. Das Institut will den neuen Standort auch zum Anlass nehmen, der Stadtgesellschaft zukünftig ein „Schaufenster zur Wissenschaft“ zu bieten und die Bedeutung komplexer wissenschaftlicher Themen für die Öffentlichkeit leichter fassbar zu machen.


Am zweiten Tag der Eröffnung fand ein wissenschaftliches Symposium zum Thema Innovation Research in Disruptive Times statt. 

Pedro Henrique D. Batista (links) bei der Preisübergabe mit Dr. Gert Würtenberger (GRUR)
Auszeichnung  |  20.10.2025

Pedro Batista erhält GRUR‑Dissertationspreis und Fakultätspreis für seine Arbeit zu genetischen Ressourcen und Patentrecht

Pedro Henrique D. Batista, wissenschaftlicher Referent am Institut, wurde gleich doppelt für seine Dissertation ausgezeichnet: Die Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht verlieh ihm den GRUR-Dissertationspreis 2025. Zudem erhielt er den Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Dr. Pedro Henrique D. Batista (links) mit Dr. Gert Würtenberger (GRUR) bei der Übergabe des GRUR-Dissertationspreises. Foto: Andreas Burkhardt
Dr. Pedro Henrique D. Batista (links) mit Dr. Gert Würtenberger (GRUR) bei der Übergabe des GRUR-Dissertationspreises. Foto: Andreas Burkhardt
Dr. Pedro Henrique D. Batista nach der Verleihung des Fakultätspreises in der großen Aula der LMU München.
Dr. Pedro Henrique D. Batista nach der Verleihung des Fakultätspreises in der großen Aula der LMU München.

Rechtlicher Rahmen für genetische Ressourcen

Genetische Ressourcen – etwa Gene von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen – spielen eine zentrale Rolle für Innovationen in biotechnologischen Bereichen, doch ihr Zugang ist häufig reguliert und mit Anforderungen zur Zustimmung des Herkunftslands und Vorteilsausgleich verbunden. Obwohl das internationale Recht – insbesondere die Biodiversitätskonvention und das Nagoya-Protokoll – die Einhaltung dieser Regeln durch ausländische Nutzer gewährleisten soll, bleibt der Vorteilsausgleich bislang weitgehend aus. Dies führt zu Konflikten, darunter zu umstrittenen patentrechtlichen Maßnahmen einiger Herkunftsländer, die bis zur Versagung des Patentschutzes reichen können.


In seiner Dissertation Das Recht an genetischen Ressourcen – Nagoya-Protokoll, Patentrecht und weitere regulatorische Optionen entwickelt Pedro Henrique D. Batista auf Grundlage einer präzisen methodischen Analyse konkrete regulatorische Optionen auf nationaler und internationaler Ebene, die einen wirksamen Schutz genetischer Ressourcen ermöglichen, ohne biotechnologische Innovation unangemessen zu hemmen. Dabei berücksichtigt er auch alternative Instrumente außerhalb des Patentrechts und aktuelle internationale Entwicklungen wie den neuen WIPO-Vertrag und die Debatten über digitale Sequenzinformationen.


Batistas Ergebnisse liefern Impulse für die internationale und nationale Regulierung genetischer Ressourcen. Sie schaffen eine Grundlage für faire Teilhabe, fördern Rechtssicherheit und verbinden den Schutz der Biodiversität mit den Anforderungen von Forschung und Wirtschaft.


GRUR‑Dissertationspreis

Der GRUR‑Dissertationspreis wird jährlich auf der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht (GRUR) vergeben. Er zeichnet hervorragende Dissertationen in vier unterschiedlichen Kategorien aus, nämlich (i) Patent‑ und Gebrauchsmusterrecht, (ii) Urheber‑ und Medienrecht, (iii) Marken‑, Wettbewerbs‑ und Designrecht sowie (iv) Daten‑ und Informationsrecht. Batista erhielt den Preis in der ersten Kategorie.


Fakultätspreis der LMU München

Die Juristische Fakultät der LMU München verleiht ihren Fakultätspreis jährlich an besonders herausragende Dissertationen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Fakultät die wissenschaftliche Exzellenz und den gesellschaftlichen Beitrag von Batistas Arbeit.


Das Max‑Planck‑Institut für Innovation und Wettbewerb gratuliert Pedro Henrique D. Batista herzlich zu diesen beiden Auszeichnungen.


Pedro Henrique D. Batista
Das Recht an genetischen Ressourcen – Nagoya-Protokoll, Patentrecht und weitere regulatorische Optionen 
GWR - Schriftenreihe zum gewerblichen Rechtsschutz

Prof. Dr. Heiko Richter, LL.M. (Columbia), Dipl.-Kfm.
Personalie  |  01.10.2025

Heiko Richter übernimmt Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Universität Speyer

Heiko Richter, seit 2020 Wissenschaftlicher Referent am Institut, hat einen Ruf der Universität Speyer angenommen und wurde zum Universitätsprofessor an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer (DUV) ernannt. Er ist seit 1. Oktober 2025 Inhaber des neu eingerichteten Lehrstuhls für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft.

Prof. Dr. Heiko Richter, LL.M. (Columbia), Dipl.-Kfm.
Heiko Richter übernimmt Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Universität Speyer.
Prof. Dr. Heiko Richter, LL.M. (Columbia), Dipl.-Kfm.
Heiko Richter übernimmt Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Universität Speyer.

Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Privatrecht und dem Recht der Digitalisierung (insbesondere auch der Daten- und Plattformregulierung) sowie der Regulierungs- und Rechtstheorie in der Schnittfläche zwischen Staat, Markt und Gesellschaft.
 

Heiko Richter war von 2014 bis 2020 als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht am Institut tätig. Seine von Heike Schweitzer betreute Dissertation an der Humboldt Universität zu Berlin trägt den Titel „Information als Infrastruktur“. Sie wurde mit dem Humboldt-Preis 2020 ausgezeichnet. Seit 2020 war Heiko Richter Senior Research Fellow am Institut in der Abteilung von Josef Drexl und Dozent für Privatrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Er bleibt dem Institut als Affiliated Research Fellow eng verbunden.

Postkarte mit Fotos von Haus und Umgebung der Max-Planck-Förderstiftung am Tegernsee
Auszeichnung  |  22.09.2025

Schreibstipendium für Liza Herrmann

Leben und arbeiten wie Max Planck im Sommerhaus des Physikers am Tegernsee: Was kann besser sein, als in der finalen Phase der Dissertation in Schreibklausur zu gehen? Liza Herrmann, Doktorandin am Institut, hat sich erfolgreich für ein Schreibstipendium der Max-Planck-Förderstiftung beworben und arbeitet im September in ländlicher Abgeschiedenheit an der Fertigstellung Ihrer Promotionsschrift.

Liza Herrmann in sonniger voralpenländischer Landschaft
Doktorandin Liza Herrmann. Foto: privat
Postkarte mit Fotos von Haus und Umgebung der Max-Planck-Förderstiftung am Tegernsee
Gruß vom Tegernsee

Liza Herrmann forscht dazu, ob Bots als Wettbewerbsbedrohung verstanden werden müssen und inwiefern sie durch den Gesetzgeber reguliert werden sollten. 


Dank der Max-Planck-Förderstiftung und ihren Förderinnen und Förderer können Max-Planck-Wissenschaftler*innen sich um ein Schreibstipendium für diesen wunderschön gelegenen Ort fast direkt am See bewerben. Und wo ließe es sich besser an einer wissenschaftlichen Arbeit wie einer Dissertation schreiben als am „Grundner“, wo der Quantenphysiker und Nobelpreisträger von 1885 bis 1943 jedes Jahr seinen Urlaub verbrachte?

Mit ein bisschen Glück treffen die Stipendiat*innen auch auf Gabriele Taylor, die Urenkelin von Max Planck, die dort das Dachgeschoss im ehemaligen Bauernhaus am Tegernsee bewohnt und die unteren Räumlichkeiten an die Förderstiftung vermietet. Das Haus ohne direkte Nachbarn gehört zur Gemeinde Bad Wiessee und ist zu jeder Jahreszeit geeignet, um sich in aller Ruhe wissenschaftlichem Arbeiten zu widmen: Rund 50 km südlich von München finden parallel bis zu drei Stipendiat*innen auf insgesamt 150 Quadratmetern, mit drei Arbeits- und drei Schlafzimmern sowie Gemeinschaftsräumen, Terrasse und Küche ausreichend Platz.

Informationen zum Schreibstipendium gibt es auf der Webseite der Max-Planck-Förderstiftung.
 

Drei Personen stehen vor einem weißen Hintergrund mit dem Logo und Schriftzug der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Die Person in der Mitte trägt ein hellblaues Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, graue Hose und schwarze Schuhe. Die beiden Personen links und rechts tragen jeweils schwarze Hosen und schwarze Schuhe. Die linke Person trägt ein weißes Hemd und weiße Sneaker, die rechte Person ein schwarzes Sakko über einem hellrosa Oberteil. Alle drei tragen Namensschilder an schwarzen Bändern um den Hals.
Verschiedenes  |  01.09.2025

Zwei junge Forscherinnen bei Lindauer Nobelpreisträger­tagung der Wirtschafts­wissen­schaften

Gleich zwei unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen wurden in diesem Jahr zur Lindauer Nobelpreisträgertagung der Wirtschafts­wissen­schaften eingeladen, die von 26. bis 30. August 2025 am Bodensee stattfand – ein besonderes Privileg und eine einzigartige Erfahrung für Elisabeth Hofmeister und Ulrike Morgalla. 

Drei Personen stehen vor einem weißen Hintergrund mit dem Logo und Schriftzug der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Die Person in der Mitte trägt ein hellblaues Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, graue Hose und schwarze Schuhe. Die beiden Personen links und rechts tragen jeweils schwarze Hosen und schwarze Schuhe. Die linke Person trägt ein weißes Hemd und weiße Sneaker, die rechte Person ein schwarzes Sakko über einem hellrosa Oberteil. Alle drei tragen Namensschilder an schwarzen Bändern um den Hals.
Elisabeth Hofmeister und Ulrike Morgalla mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger von 2024 Simon H. Johnson. (Foto: Ulrike Morgalla)
Eine junge Wissenschaftlerin und ein älterer Mann mit einem Namensschild, die bei den Lindauer Meetings an einem Hafen stehen. Der Mann trägt ein hellblaues Hemd, eine dunkelgraue Strickjacke locker um die Schultern gelegt und eine beige Hose. Die junge Frau trägt eine schwarze Jacke und ein Namensschild. Im Hintergrund sind Wasser, Boote und Bäume zu sehen.
Ulrike Morgalla beim Science Walk mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger von 2001 Joseph E. Stiglitz. (Foto: Torben Nuding)
Eine junge Wissenschaftlerin mit langen, glatten Haaren trägt ein hellblaues Hemd und hält ein Namensschild mit der Aufschrift 'Elisabeth Hofmeister' hoch. Das Namensschild ist an einem grauen Band befestigt. Im Hintergrund ist ein gelblich-brauner Vorhang zu sehen. Oben rechts befindet sich das Logo der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Unten links steht in einem dunkelroten Kreis der Text: 'What One Discussion at Lindau Will You Take With You? Elisabeth Hofmeister lindau-nobel.org'.
Elisabeth Hofmeister im Video zur Lindauer Nobeltagung. (Bild: Lindau Nobel Laureate Meetings)

Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zu einem einzigartigen internationalen Wissenschaftsforum entwickelt. Jedes Jahr kommen etwa 30 – 40 Nobelpreisträger*innen in Lindau zusammen, um sich über verschiedene Generationen, Kulturen und Disziplinen hinweg mit  der nächsten Generation führender Wissenschaftler*innen auszutauschen.


Der Schwerpunkt der Lindauer Tagungen wechselt jährlich zwischen den drei wissenschaftlichen Disziplinen des Nobelpreises, Physik, Chemie oder Physiologie/Medizin. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften. Die vielfältigen Formate des wissenschaftlichen Programms – Vorträge, Diskussionen und vieles mehr – ermöglichen den Dialog untereinander und regen den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen zwischen und unter Nobelpreisträger*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen an.


Im Sommer 2025 fanden die 74. Lindauer Tagung (Chemie) und die Lindauer Nobel-Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt.


Ulrike Morgalla ist seit Oktober 2023 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff. Seit Mai 2024 arbeitet Sie mit Benedict Probst im Net Zero Lab und untersucht die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels mit besonderem Schwerpunkt auf der Bepreisung von CO₂. Ihr persönliches Highlight der Lindauer Tagung war der Science Walk mit Joseph E. Stiglitz, der den Wirtschaftsnobelpreis (Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften) im Jahr 2001 erhielt. Er war gemeinsam mit George Akerlof und Michael Spence für die grundlegenden Beiträge zur Theorie der Märkte mit asymmetrischer Information ausgezeichnet worden.


Ulrike Morgalla betont, dass seine Werke wie z.B. “Globalization and Its Discontents” und “People, Power, and Profits” sie bereits im Bachelor-Studium geprägt und dazu motiviert hätten, die Mechanismen und Entwicklungen moderner Volkswirtschaften besser verstehen zu wollen. Durch seine Arbeiten habe sie zudem gelernt, kritisch zu hinterfragen, was im Studium der Volkswirtschaftslehre vermittelt wird. Besonders spannend war, nun mit ihm persönlich darüber zu sprechen, welche seiner Werke er selbst als am einflussreichsten einschätzt, wie er mit Rückschlägen umgeht oder wie er die Entwicklung der Umweltökonomik in der stark neoklassisch geprägten Lehre der VWL beurteilt.


Elisabeth Hofmeister ist seit Oktober 2021 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung des Instituts. Sie erforscht die Determinanten der F&E-Produktivität in forschungsintensiven Branchen, insbesondere in der Pharma- und Biotechnologieindustrie.


Mit Hilfe ökonometrischer Methoden untersucht sie Fragen zu verschiedenen Phasen des Innovationsprozesses, von der Entscheidung über erste F&E-Investitionen bis hin zur Markteinführung einer Erfindung. Oft betrachtet sie diese Fragen aus der Perspektive von Unternehmen, berücksichtigt dabei aber auch die Rolle einzelner Forschender. Sie hatte die besondere Gelegenheit, ihre Forschung in einer Next Gen Science Session vorzustellen und sprach dabei über “Strategic Reserves – Shelved Innovation as a Real Option”.


Sie wurde ausgewählt, im Blog “Women in Research #LINOecon” der Lindauer Tagung in einem inspirierenden Interview über ihren bisherigen Weg, ihre Motivation und weiteren Pläne zu berichten:  Interview mit Elisabeth Hofmeister. Zudem spricht sie in einem kurzen Video für den LinkedIn-Kanal der Lindau Nobel Laureate Meetings darüber, welche ganz spezielle Erkenntnis sie während der Tagung für Ihre weitere Arbeit mitgenommen hat: Kurzvideo mit Elisabeth Hofmeister.


Die beiden jungen Forscherinnen hat besonders beeindruckt, wie nahbar sich die 20 Nobelpreisträger und eine Nobelpreisträgerin, die alle gleichzeitig vor Ort waren, gezeigt haben. Während der gemeinsamen Mahlzeiten und Pausen ergaben sich immer wieder informelle Gespräche mit ihnen. Diese persönlichen Austauschmöglichkeiten haben die Nachwuchswissenschaftlerinnen sehr bereichert.

Verschiedenes  |  01.07.2025

Call for Contributions: National Innovation Systems in Central Asia – Ein interdisziplinärer Sammelband

Wir laden Sie ein, Kapitelkonzepte für das demnächst erscheinende Buch National Innovation Systems across Central Asia, einzureichen. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, durch eine reflektierende, kontextbezogene Analyse ein umfassendes Verständnis dafür zu entwickeln, wo die zentralasiatischen Staaten hinsichtlich ihrer Visionen und Strategien für Innovation stehen.

Zwar hat die Region in den letzten Jahrzehnten erhebliche soziale, wirtschaftliche und rechtliche Reformen durchgeführt, doch mangelt es nach wie vor an einer kritischen Bewertung auf der Grundlage einer systematischen Analyse, insbesondere in der englischsprachigen Literatur.


Um diese Lücke zu schließen, werden für die Sammlung vielfältige, fundierte Perspektiven eingeworben und präsentiert, die Folgendes bieten:
 

  • Interpretative Analysen der Entwicklung der nationalen Innovationssysteme in Zentralasien samt Untersuchung bestimmter Phänomene und prägender Faktoren („Wie sind wir dahin gekommen, wo wir heute stehen?“)
  • Normative Bewertungen der Frage, wie die nationalen Innovationssysteme in der Region weiterentwickelt werden sollten („Wie geht es weiter?“)


Alle Details und Themenvorschläge finden Sie in der Concept Note.
 

  • Die Deadline für das Kurzkonzept (300–500 Wörter) ist der 10. August 2025.
  • Bitte senden Sie Ihre Vorschläge und einen kurzen Lebenslauf an Dr. Daria Kim (Herausgeberin) daria.kim(at)ip.mpg.de
  • Benachrichtigung: 25. August 2025
  • Abgabe der fertigen Kapitel (6.000 - 8.000 Wörter): 31. Oktober 2025

  • Wir erwarten die Veröffentlichung des Buchs im Jahr 2026.
Baustelleneingang zum neuen Institutsgebäude mit Hinweisschildern zur Veranstaltung
Veranstaltungsbericht  |  02.06.2025

Munich Summer Institute 2025

Die erste Veranstaltung am neuen Standort des Instituts war das Munich Summer Institute, das nun bereits zum neunten Mal abgehalten wurde. Das MSI zielt seit seiner Premiere im Jahr 2016 darauf ab, die Vernetzung innerhalb einer inter­natio­nalen und interdisziplinären Gemeinschaft von Forschenden zu fördern. Es wird gemeinsam vom Center for Law & Economics der ETH Zürich, dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wett­be­werb, der Technischen Universität München, dem ISTO der LMU München, der HEC Lausanne und der Cornell University organisiert. 

Gruppenfoto beim Munich Summer Institute 2025
Teilnehmende des Munich Summer Institute 2025. Foto: Myriam Rion
Baustelleneingang zum neuen Institutsgebäude mit Hinweisschildern zur Veranstaltung
Etwas Pioniergeist war bei der ersten Veranstaltung im neuen Institutsgebäude noch gefordert. Foto: Myriam Rion
Neuer Veranstaltungsraum beim Munich Summer Institute 2025.
Feuerprobe für das Auditorium im neuen Institutsgebäude. Foto: Myriam Rion

Das MSI 2025 fand von 26. bis 28. Mai 2025  mit rund 85 Teilnehmenden in den neuen Räumlichkeiten des Instituts statt – eine gelungene und auch lehrreiche Feuertaufe, was Technik und Abläufe betraf. Die diesjährige Veranstaltung bot eine inspirierende Synthese aus akademischem Austausch und Netzwerkbildung in den Forschungsfeldern Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Innovation, geistiges Eigentum, Organisationsgestaltung und digitale Governance.


Der Hauptkonferenz voraus ging der vierte MSI Ph.D. Workshop am 25. Mai 2025 an der Ludwig-Maximilians-Universität. Diese eintägige Veranstaltung brachte Nachwuchsforschende aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen. Das Programm umfasste fünf Sessions, die sich mit Digitalisierung, Plattformwettbewerb, Unternehmertum und Öko-Innovation sowie Innovation und Lernen befassten. Die Projekte reichten von empirischen Studien zur Durchsetzung von Urheberrechten und algorithmischer Beeinflussung bis hin zu Untersuchungen zu Kohlenstoffmärkten und generationsübergreifendem Wissenstransfer.


Das Programm der diesjährigen Hauptkonferenz umfasste zwei Keynote-Vorträge, 16 Präsentationen vor dem Plenum und zwei Poster-Sessions, erneut mit vorhergehenden, sehr ansprechenden Poster Slams. Das Programm des ersten Tages startete mit einem geführten Stadtrundgang von der LMU durch die historische Altstadt von München hin zum neuen Institutsgebäude. Der wissenschaftliche Teil widmete sich drei Vorträgen zum Thema Organisation. Der Tag endete mit dem offiziellen Empfang.


Die Vorträge am zweiten Konferenztag befassten sich mit Themen aus den Bereichen Plattformen und Consumer-Computing-Technologien, KI und Innovation sowie kollaborative Forschung und Entwicklung. In ihrer Keynote unter dem Titel Innovation in Digital Platforms: How Can Regulation and Antitrust Help?” stellte Fiona Scott Morton, Theodore Nierenberg Professor of Economics an der Yale University School of Management und Adjunct Professor an der Yale Law School, in ihre neuesten Forschungsergebnisse zu Antitrust-Politik und Plattformregulierung vor.


In guter MSI-Tradition wurde der zweite Tag mit einem zünftigen Abendessen in einem typisch bayerischen Wirtshaus abgeschlossen. Hier erhielt Khwan Kim (INSEAD) den diesjährigen Best Paper Award für seine gemeinsam mit Manav Raj verfasste ArbeitKindle’s Shadow: How Digitization Dims Novelty in Creative Industries”, die neue Erkenntnisse zu unbeabsichtigten Folgen der digitalen Transformation liefert.


Am letzten Tag der Konferenz standen Präsentationen zu den Themen Patente sowie Datenschutz und Sicherheit auf dem Programm. Michela Giorcelli, Associate Professor an der University of California, Los Angeles, lieferte in ihrer Keynote zum ThemaThe Diffusion of Soft Technologies During and After World War II” eine historische Perspektive auf die Verbreitung von Innovationen in Nachkriegswirtschaften und stellte dabei dabei überzeugende Überlegungen zu langfristigem Wachstum und technologischem Wandel vor.


Alle an der Organisation beteiligten Personen danken den Referent*innen, Diskutanten und Teilnehmenden für ein spannendes Munich Summer Institute 2025. Wir freuen uns schon jetzt auf das Munich Summer Institute 2026, das dann zehnte MSI!


Weitere Informationen: http://munich-summer-institute.org

Logo des Exzellenzclusters TransforM, das einen abstrahierten Schmetterling zeigt.
Verschiedenes  |  23.05.2025

TransforM erhält Förderung als Exzellenzcluster

Am 22. Mai 2025 wurde bekannt gegeben, dass das Munich Center for Transformative Technologies and Societal Changes (TransforM) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder in den nächsten sieben Jahren als einer von 70 Exzellenzclustern von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Das Institut ist am Exzellenzcluster beteiligt, Dietmar Harhoff war Mitantragsteller.

Logo des Exzellenzclusters TransforM, das einen abstrahierten Schmetterling zeigt.
Logo des Exzellenzclusters TransforM, das einen abstrahierten Schmetterling zeigt.

TransforM soll die Sozialwissenschaften für hochtechnisierte Gesellschaften vorantreiben, um die transformative Kraft von Technologie besser verstehen und gestalten zu können. Ziel ist, zu erforschen, warum, wann und wie Technologien gesellschaftliche Veränderungen bewirken, und Transformationspfade durchgängig – von den frühen Phasen ihrer Entstehung bis hin zu ihren weitreichenden sozioökonomischen Auswirkungen – kritisch zu bewerten und zu begleiten.


Der Antrag wurde von der Technischen Universität München (TUM) eingereicht. Weitere beteiligte Institutionen sind das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, und an der Ludwig-Maximilians-Universität das Institut für Leadership und Organisation mit Prof. Martin Högl sowie das ifo Zentrum für Innovationsökonomik und Digitale Transformation mit Prof. Oliver Falk. Kooperationspartner sind Bayern Innovativ, das Bayerische Forschungsinstitut für digitale Transformation – bidt, DEEP Ecosystems, das Deutsche Museum, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und UnternehmerTUM.


TransforM stellt sich der doppelten Herausforderung, die Grundlagenforschung in den Sozialwissenschaften für technologisierte Gesellschaften voranzubringen und die Technologieentwicklung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive neu zu denken. Im interdisziplinären sozialwissenschaftlichen Cluster mit Schwerpunkt auf Technologie sollen bestehende Theorien und Methoden erweitert werden, um transformative Technologien so entwickeln zu können, dass sie den vielfältigen gesellschaftlichen Bedürfnissen besser gerecht werden.


Weitere Informationen: https://transform-cluster.de/

Paul Katzenberger
Verschiedenes  |  15.05.2025

Zum Tod von Paul Katzenberger

Am 24. April 2025 verstarb kurz vor seinem 88. Geburtstag unser langjähriger Kollege und Freund Dr. Paul Katzenberger. Er gehörte zum Mitarbeiterkreis der ersten Stunde: Paul Katzenberger begann 1956 am Institut für Gewerblichen Rechtsschutz der Universität München und machte alle Stationen in der Geschichte des Instituts mit.

Paul Katzenberger
Dr. Paul Katzenberger im Jahr 2008
Paul Katzenberger
Dr. Paul Katzenberger im Jahr 2008

Im Jahr 1967 promovierte er bei Eugen Ulmer mit einer Arbeit zum Recht am Unternehmen, die als eine der ersten in der Grünen Reihe zum Gewerblichen Rechtsschutz erschien. Später wandte er sich dem Urheberrecht und dem Internationalen Privatrecht zu und wurde als Wissenschaftlicher Referent zu einem gefragten Experten auf diesen Gebieten. Unter seinen vielen Veröffentlichungen sind besonders die Herausgabe der Quellen des Urheberrechts und die Mitarbeit am Schricker-Kommentar zum Urheberrecht zu nennen. Schon früh baute er mit großer Akribie die Dokumentation des Instituts auf, eine in den Zeiten vor der Digitalisierung einzigartige und unverzichtbare Quelle für Recherchen im Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht.


Als Leiter des Deutschlandreferats des Instituts begleitete und unterstützte Paul Katzenberger Generationen von Doktorandinnen und Doktoranden während der schwierigen Phase der Promotion und blieb ihnen oftmals ein verlässlicher Ratgeber. Selbst nach dem Renteneintritt im Jahr 2002 wirkte er weiterhin für das Institut, zunächst noch als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann als Affiliated Research Fellow. Seine Tätigkeit als auf Urheberrecht spezialisierter Anwalt gab er erst vor wenigen Jahren auf.


Mit Paul Katzenberger verlieren wir einen wissenschaftlich hochgeschätzten Kollegen, der in seiner aktiven Zeit das Bild des Instituts nach außen mitgeprägt und dessen Ruf gefördert hat. Für viele von uns war er außerdem ein zuverlässiger Ansprechpartner in fachlichen Dingen und guter Freund. Wir werden ihn vermissen und sein Andenken stets bewahren.