Er folgt damit auf Josef Drexl, der seit 2024 Geschäftsführender Direktor war. Dietmar Harhoff ist seit 2013 Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb und hatte bereits in den Jahren 2015/2016 und 2022/2023 die Geschäftsführung inne.
Turnusgemäßer Wechsel der Geschäftsführung zum 1. Januar 2026
Zum 1. Januar 2026 wird Dietmar Harhoff, Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung “Innovation and Entrepreneurship Research”, turnusgemäß für zwei Jahre Geschäftsführender Direktor des Instituts.
Aufruf zur Nominierung: Direktor*innen
Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) plant, drei neue Direktor*innen für das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München zu berufen. Gemeinsam sollen sie die zukünftige Ausrichtung der Forschung zu Innovation und Wettbewerb innerhalb der MPG definieren. Wir laden daher zur Nominierung, einschließlich Selbstnominierung, geeigneter Personen ein. Wir suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zukunftsweisende Forschungsprogramme auf den Weg bringen und entsprechende Abteilungen leiten. Die Forschung der Neuberufenen sollte eine transformative Perspektive auf Innovation und Wettbewerb bieten und im Idealfall eine Brücke zwischen Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften sowie anderen relevanten Fachgebieten schlagen.
The Max Planck Society is planning to appoint three new Directors to the Max Planck Institute (MPI) for Innovation and Competition in Munich. Together, they will define the future direction of innovation and competition studies within the Society. To identify suitable candidates for these positions, the Society is inviting nominations, including self-nominations. We seek scholars that will pioneer high-impact research programs and lead corresponding departments. The appointees’ research should offer a transformative perspective on innovation and competition, ideally bridging law and economics or other pertinent fields. Central to this role is the contribution of intellectual leadership to the Institute’s ongoing re-orientation, helping to chart its future scientific course.
The MPI for Innovation and Competition has a distinguished reputation for its transdisciplinary analysis of innovation and competition. Its research program uniquely integrates law and economics to examine how rules and competition incentivize progress in an era of rapid social, economic, and technological change.
The Institute is located in Munich, Germany, and has close ties with other leading research institutions, including the Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Munich and the Technical University of Munich. It is part of the Max Planck Society, an independent non-governmental association dedicated to fundamental research in the natural sciences, life sciences, social sciences, and humanities.
The Max Planck Society, an equal opportunities employer, is firmly committed to diversity and inclusion in all aspects of recruitment and employment. The Max Planck Society especially aims at increasing the number of women as Directors at its Institutes and at eliminating discrimination on the basis of gender. We therefore welcome nominations of individuals from groups that are otherwise underrepresented in leadership positions in the Max Planck Society and its Institutes. We particularly encourage nominations of women. In case of equal qualification, women will receive preferential consideration, unless legally relevant interests based on the personal circumstances of the latter prevail.
Nominations, including self-nominations, should be sent to: nominations(at)ip.mpg.de.
A nomination should include:
- the candidate’s name and current affiliation;
- a brief motivational statement (200 words max.) specifying the reasons for nomination.
Note that this call is part of the Institute’s scouting procedure; its purpose is to inform the Institute about possible candidates. A formal appointment procedure will follow. As a result of this call, a selection of (self-)nominated candidates may be invited for a visit to the Institute.
All nominations will be treated in the strictest confidence.
This call will remain open until midnight (CET) on 15 January 2026.
Call for Nominations and Self-Nominations of Directors (f/m/d) as PDF.
Das Programm ist da! − RISE8 Workshop
Am 15. und 16. Dezember 2025 findet am Institut bereits der achte “Research in Innovation, Science and Entrepreneurship Workshop” von jungen Forschenden für junge Forschende statt. Die Teilnehmer*innen erwarten spannende Themen und ein anregender Austausch. Matt Marx, Bruce F. Failing Sr. Professor und Faculty Director of Entrepreneurship an der Cornell University, hält die Keynote zum Thema “Connecting Science to Innovation: Open Data and Machine Learning Approaches”.
Der Workshop wurde erstmals 2018 von jungen Forscherinnen und Forschern organisiert und wendet sich an Promovierende sowie Junior Postdocs weltweit. Er bietet jungen Wissenschaftler*innen die Gelegenheit, Ihre Arbeiten zu präsentieren, Feedback von erfahrenen Forschenden zu erhalten und sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Forschungsinstitutionen auszutauschen.
Hier zum Programm RISE8 (PDF).
Mehr auf der Website des RISE8 Workshop.
Dietmar Harhoff in den Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers berufen
Starkes Signal für Innovation: Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag, den 6. November 2025, zur Auftaktsitzung des Strategiekreises für Technologie und Innovation ins Bundeskanzleramt eingeladen. Dietmar Harhoff, Direktor am Institut und Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung, wird seine Expertise und Erfahrungen im Bereich der Politikberatung in das Gremium einbringen.
Der Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers ist das höchste technologie- und innovationspolitische Beratungsgremium der Bundesregierung. Er wurde vom Bundeskanzler für die 21. Wahlperiode berufen und setzt sich aus Mitgliedern der Bundesregierung und hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.
An der ersten Sitzung nahmen von Regierungsseite auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sowie der Chef des Bundeskanzleramts Thorsten Frei teil. Der Bundesfinanzminister als weiteres ständiges Mitglied und der Bundesverteidigungsminister wurden jeweils durch einen Staatssekretär vertreten.
Der Strategiekreis nimmt neue Entwicklungen, Erkenntnisse und Trends im Innovationskreislauf in den Blick und diskutiert konkrete Vorschläge zur Stärkung des Forschungs- und Innovationssystems, der Resilienz und der technologischen Souveränität. Sein Ziel ist es, die Potenziale aus wissenschaftlicher Forschung und Unternehmen für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts sowie zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu heben. Themen der Auftaktsitzung waren die Stärkung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie bei Künstlicher Intelligenz.
Die Schlüsselthemen der ersten Sitzung
Im Mittelpunkt der ersten Sitzung standen zwei Schlüsselthemen, die über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheiden werden:
- Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie für Produktivität und Wertschöpfung
- Sicherheits- und Verteidigungsindustrie und deren Bedeutung für Freiheit, Sicherheit und technologische Souveränität
Erstens wurde die weltweit hohe Entwicklungsdynamik der KI und ihre Potenziale für Produktivitätssteigerungen in Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung thematisiert. Die Mitglieder des Strategiekreises waren sich einig, dass der Stellenwert dieser Zukunftstechnologie nicht mehr ausschließlich unter dem Aspekt von Wertschöpfung und Wohlstand in Deutschland zu betrachten ist, sondern auch im Kontext aktueller gesellschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen diskutiert werden muss.
Zweitens wurden Innovationspotenziale im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie beleuchtet. Vor dem Hintergrund aktueller Initiativen der Bundesregierung wurden Möglichkeiten erörtert, den Beschaffungsprozess weiter zu beschleunigen, den Fähigkeitsaufbau durch Innovationsräume und iterative Vorgehensweisen zu stärken sowie Skaleneffekte in der Produktion auszulösen.
Auf Basis eines Benchmarkings zu den Stärken und Schwächen des Innovationssystems im internationalen Vergleich hat der Strategiekreis in seiner Auftaktsitzung sein Ambitionsniveau definiert. Es gilt, Transferpotenziale durch kraftvolle Initiativen und eine substanzielle Verbesserung der Rahmenbedingungen entlang der gesamten Innovationskette zu heben.
Der Steuerkreis und seine Mitglieder
Der Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers wird inhaltlich von einer Geschäftsstelle vorbereitet, die bei acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften angesiedelt ist.
In den Steuerkreis des Strategiekreises für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers wurden folgende Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft berufen:
- Prof. Dr.-Ing. Thomas Weber | acatech Präsident – Vorsitz des Steuerkreises
- Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka | Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft
- Prof. Dietmar Harhoff, Ph.D. | Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb
- Dr. Jarosław Kutyłowski | Gründer und CEO von DeepL SE
- Prof. Dr. Astrid Lambrecht | Vorstandsvorsitzende der Forschungszentrums Jülich GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft
- Peter Leibinger | Aufsichtsratsvorsitzender TRUMPF; Präsident BDI
- Prof. Dr. Özlem Türeci | Mitgründerin und CMO von BioNTech SE
- Grazia Vittadini | CTO und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa AG
Eröffnungssymposium zu Innovationsforschung in disruptiven Zeiten
Am Dienstag, den 21. Oktober 2025, fand als zweite Veranstaltung im Rahmen der feierlichen Eröffnung des neuen Standortes des Instituts am Stachus ein wissenschaftliches Symposium statt, das sich in zwei Paneldiskussionen Themen widmete, die für die Innovationsforschung in disruptiven Zeiten prägend sind. Über einhundert Gäste erhielten anregende Impulse und konnten sich mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen intensiv austauschen.
Das erste Panel, das von Marina Chugunova moderiert wurde, die seit 2018 Senior Research Fellow in der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung des Instituts ist, befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Innovation und neuer Geopolitik. Die Leitung des zweiten Panels übernahm Heiko Richter, der bis September dieses Jahres Wissenschaftlicher Referent in der juristischen Abteilung des Instituts war und im Oktober 2025 den Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer übernommen hat. Er betrachtete mit seinen Gästen Fragen zur Regulierung zwischen geopolitischen Herausforderungen und Deglobalisierung.
Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research”
- Prof. Dr. Fabian Gaessler (Universitat Pompeu Fabra)
- Prof. Dr. Carolin Haeussler (Universität Passau / Expertenkommission Forschung und Innovation)
- Prof. Dr. Hanna Hottenrott (TU München / Exzellenzcluster TransforM)
- Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Monopolkommission / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
- Dr. Marina Chugunova (Moderation)
Während der Podiumsdiskussion untersuchten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Wissenschaftspolitik, wie geopolitische Spannungen die globale Forschungszusammenarbeit, die Mobilität von Fachkräften und den technologischen Wettbewerb verändern. Die Diskussion stützte sich auf historische Parallelen, aktuelle regulatorische Debatten und die Realitäten, mit denen Universitäten, Forschungsinstitutionen und Unternehmen konfrontiert sind. Ein zentrales Thema war die wachsende Verantwortung der Forschungsgemeinschaft, sich aktiv mit der Gesellschaft und Entscheidungsträgern auseinanderzusetzen, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse klar und aussagekräftig kommuniziert werden – in einer Zeit, in der Fehlinformationen und politische Polarisierung die evidenzbasierte Politikgestaltung zunehmend herausfordern.
Die Podiumsteilnehmer betonten, dass wir eine Phase der Neuausrichtung in Forschung und Innovation durchlaufen, die durch Verschiebungen in globalen Allianzen, strengere Kontrollen sensibler Technologien und neue Fragen zum Gleichgewicht zwischen Offenheit und Sicherheit gekennzeichnet ist. Die Expertinnen und Experten diskutierten, ob Innovation heute eher durch Wettbewerb oder durch Zusammenarbeit vorangetrieben wird, und erörterten dabei die Rolle der Big Tech, die Herausforderungen bei der Regulierung von Technologien, die sich schneller entwickeln als die rechtlichen Rahmenbedingungen, sowie die wachsende Bedeutung der Dual-Use-Forschung. Die Diskussion unterstrich, dass Resilienz in einem sich schnell verändernden Umfeld nicht nur eine effektive Governance, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen erfordert.
Eine klare Erkenntnis kristallisierte sich heraus: Die Fähigkeit Europas, offen, glaubwürdig und strategisch agil zu bleiben, wird seine Position in der globalen Innovationslandschaft bestimmen.
Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”
- Prof. Dr. Michèle Finck (Universität Tübingen)
- Prof. Dr. Henning Grosse Ruse-Khan (University of Cambridge)
- Dr. Malte Toetzke (Net Zero Lab / Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb)
- Prof. Dr. Peter Yu (Texas A&M University)
- Prof. Dr. Heiko Richter (Moderation)
Das Panel befasste sich mit der sich wandelnden Regulierungslandschaft an der Schnittstelle zwischen globalen Herausforderungen und Deglobalisierungsdruck und ging dabei der Frage nach, wie transnationale Themen wie KI, Klimawandel, geistiges Eigentum und Handel angesichts der zunehmenden nationalen Fragmentierung angegangen werden. Die Teilnehmenden untersuchten zunächst die Rolle der EU bei der Regulierung des digitalen Bereichs und der KI, wobei sie den Wandel der Union hin zu einem selbstbewussteren Regulierungsparadigma hervorhoben, welches sich im Spannungsfeld zwischen den Interessen der Mitgliedstaaten und der Notwendigkeit globaler Standards behaupten muss.
Beim Thema Klimawandel wurden das transformative Potenzial der KI in der Forschung und die uneinheitlichen Fortschritte bei den internationalen Bemühungen zur Dekarbonisierung erörtert, was sowohl die Chancen als auch die Grenzen der derzeitigen Regulierungsinstrumente verdeutlichte. Die Diskussion zu regulatorischen Denkweisen der USA und Chinas, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und geistiges Eigentum, zeigte unterschiedliche Prioritäten und Strategien auf, die durch den wirtschaftlichen und geopolitischen Wettbewerb geprägt sind. Zum Abschluss sprach die Runde über die Zukunft multilateraler Institutionen wie der WTO und analysierte dabei kritisch deren Schwächen als auch Chancen, in einer fragmentierten Welt regulatorische Kohärenz zu fördern.
Die Erkenntnis aus der Diskussion war, dass eine wirksame Regulierung heute erfordert, zwischen globalen Koordinierungsbedürfnissen und einer zunehmenden nationalen Zurückhaltung zu navigieren und zu vermitteln. Letztendlich verdeutlichte das Panel, dass Regulierung zunehmend als Balanceakt positioniert wird – nicht rein globalistisch oder streng national, sondern als flexibles Instrument, das sich an veränderte politische, technologische und wirtschaftliche Dynamiken anpassen muss.
Innovationsforschung im Herzen Münchens
Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 20. Oktober hat das Institut seine neuen Räumlichkeiten am Stachus, im Herzen von München, eingeweiht. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Stadt und Gesellschaft würdigten den Umzug als wichtigen Meilenstein nicht nur für das Institut und die Stadt München, sondern auch für die Präsenz der Forschung in der Gesellschaft.
Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und hochranginge Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft adressierten vor rund 120 Gästen in Grußworten die Bedeutung der Forschung des Instituts und die Chancen, im neuen Umfeld Impulse zu setzen. Dabei wurde deutlich, dass Forschung nicht nur eine treibende Kraft für Innovation und Fortschritt ist, sondern angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mehr denn je in der Mitte der Gesellschaft verankert sein muss.
Prof. Dr. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft
„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht mit seiner Mission im Brennpunkt unserer Zeit. Es erforscht die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen von Innovation, Wettbewerb und Regulierung. In einer Phase, in der sich Deutschland neu erfinden muss zwischen digitalem Wandel, bürokratischer Erstarrung und geopolitischen Spannungen, ist diese Forschung – gerade diese Forschung – unverzichtbar. Sie stellt ja überhaupt erst die Fragen, bevor sie die Antworten gibt, durch die das Institut Orientierung für den gesellschaftlichen und politischen Prozess bietet, den wir nie ersetzen können, wir können ihn nur begleiten. Der Umzug ist ein Signal, dass Wissenschaft – und noch dazu eine so wichtige Forschung, wie sie hier läuft, die auch die Zukunft des Wirtschaftssystems einschließt – in die Mitte der Stadt gehört, in die Mitte der Gesellschaft.“
Dr. Johannes Eberle, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Abteilungsleiter Forschung / Wissenschaftssystem
„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht für alles, was sich ein Wissenschaftsminister, ein Wirtschaftsminister und eine Bundesministerin nur wünschen können: Es bietet herausragende Wissenschaft, die nicht im sprichwörtlichen Elfenbeinturm verharrt, sondern in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkt, und das seit fast 60 Jahren. Seit der Gründung im Jahr 1966 ist das Institut ein zentraler Impulsgeber bei den großen Fragen der Zeit. […] Doch ein Institut für Innovation und Wettbewerb lebt natürlich nicht vornehmlich von seinen Errungenschaften in der Vergangenheit, sondern von seiner Gestaltungskraft für das Jetzt und das Morgen. Und auch hier zeigt sich, es ist am Puls der Zeit und trägt heute mehr denn je zu einer Beantwortung gesellschaftlicher Schlüsselfragen bei. Es leistet wertvolle Beiträge zu den Jahrhundertumwälzungen durch das Thema KI, insbesondere bei den großen Herausforderungen beim Daten- und Urheberrecht. Es liefert hochrelevante Untersuchungen zu den Möglichkeiten, die stagnierende Wirtschaft durch Innovationen und staatliche Impulse zu aktivieren.“
Dominik Krause, 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München
„Die Max-Planck-Institute sind elementarer Bestandteil des Innovationsökosystems, das wir in München haben – ganz besonders gilt das natürlich für das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. Auch ich will Sie heute ganz herzlich beglückwünschen zu diesem Glückgriff hier im Herzog Max. Sie und die Kolleginnen und Kollegen leisten großartige Arbeit, jetzt auch in einem Gebäude, das zentraler nicht sein könnte und das beispielhaft ist für die Zukunft der Münchner Innenstadt. Herzlichen Glückwunsch auch von der Stadt München zum Einzug, wir sind sehr froh, dass wir Sie hier im Herzen der Stadt haben.“
Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“
Im Zentrum der Veranstaltung stand die mit herausragenden Persönlichkeiten besetzte Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“. Der Journalist und Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda sprach mit führenden Expertinnen und Experten über zentrale Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Die Podiumsgäste Prof. Dr. Irene Bertschek (Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation), Rafael Laguna de la Vera (Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND) und Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Mitglied der Monopolkommission) diskutierten unter anderem, welche Rolle Innovationsforschung in der Politikberatung einnehmen kann und wo ihre Grenzen liegen, wie sich gesellschaftliche Werte mit ökonomischen Interessen in Einklang bringen lassen und welche Chancen und Risiken Innovationen für die großen Herausforderungen unserer Zeit bergen.
Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb
Im Nachgespräch zur Diskussion erörteten Josef Drexl und Dietmar Harhoff mit Jan-Martin Wiarda die Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Zentrale Impulse waren die weitere Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit – über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hinaus auch mit weiteren Disziplinen, wie möglicherweise Informatik –, um Innovationen, Märkte, und deren regulatorische Rahmenbedingungen besser zu verstehen. Recht wird dabei als Ermöglicher für Innovationen gesehen, während gegenseitiges Lernen und Austausch, etwa auch durch Networking mit Unternehmen, sowie die kontinuierliche Beobachtung technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen entscheidende Ansätze für die zukünftige Forschung bleiben.
Auf dem Programm standen auch Führungen durch das stadtbildprägende denkmalgeschützte Gebäude am Karlstor, das unter anderem die renommierte Bibliothek des Instituts beherbergt. Ihr Bestand umfasst derzeit mehr als 245.000 Bände, ist in seiner internationalen Ausrichtung und Vollständigkeit weltweit einmalig und stellt einen Anziehungspunkt für Forschende aus dem In- und Ausland dar.
Das neue HERZOG MAX
Während viele deutsche Innenstädte mit Leerstand und Bedeutungsverlust kämpfen, ist das „Herzog Max“ genannte Gebäude ein zukunftsweisendes Projekt, das Maßstäbe für die Transformation der Innenstädte setzt. Das stellten der Architekt Thomas Fechtner (OSA Ochs Schmidhuber Architekten) und der Eigentümervertreter Günter Koller (Wilhelm von Finck Hauptverwaltung GmbH) in einem Podiumsgespräch mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Prof. Dr. Josef Drexl und dem Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda dar. Der beeindruckende Umbau zeigt, wie sich urbane Zentren neu erfinden können. Das Institut will den neuen Standort auch zum Anlass nehmen, der Stadtgesellschaft zukünftig ein „Schaufenster zur Wissenschaft“ zu bieten und die Bedeutung komplexer wissenschaftlicher Themen für die Öffentlichkeit leichter fassbar zu machen.
Am zweiten Tag der Eröffnung fand ein wissenschaftliches Symposium zum Thema Innovation Research in Disruptive Times statt.
Pedro Batista erhält GRUR‑Dissertationspreis und Fakultätspreis für seine Arbeit zu genetischen Ressourcen und Patentrecht
Pedro Henrique D. Batista, wissenschaftlicher Referent am Institut, wurde gleich doppelt für seine Dissertation ausgezeichnet: Die Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht verlieh ihm den GRUR-Dissertationspreis 2025. Zudem erhielt er den Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Rechtlicher Rahmen für genetische Ressourcen
Genetische Ressourcen – etwa Gene von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen – spielen eine zentrale Rolle für Innovationen in biotechnologischen Bereichen, doch ihr Zugang ist häufig reguliert und mit Anforderungen zur Zustimmung des Herkunftslands und Vorteilsausgleich verbunden. Obwohl das internationale Recht – insbesondere die Biodiversitätskonvention und das Nagoya-Protokoll – die Einhaltung dieser Regeln durch ausländische Nutzer gewährleisten soll, bleibt der Vorteilsausgleich bislang weitgehend aus. Dies führt zu Konflikten, darunter zu umstrittenen patentrechtlichen Maßnahmen einiger Herkunftsländer, die bis zur Versagung des Patentschutzes reichen können.
In seiner Dissertation Das Recht an genetischen Ressourcen – Nagoya-Protokoll, Patentrecht und weitere regulatorische Optionen entwickelt Pedro Henrique D. Batista auf Grundlage einer präzisen methodischen Analyse konkrete regulatorische Optionen auf nationaler und internationaler Ebene, die einen wirksamen Schutz genetischer Ressourcen ermöglichen, ohne biotechnologische Innovation unangemessen zu hemmen. Dabei berücksichtigt er auch alternative Instrumente außerhalb des Patentrechts und aktuelle internationale Entwicklungen wie den neuen WIPO-Vertrag und die Debatten über digitale Sequenzinformationen.
Batistas Ergebnisse liefern Impulse für die internationale und nationale Regulierung genetischer Ressourcen. Sie schaffen eine Grundlage für faire Teilhabe, fördern Rechtssicherheit und verbinden den Schutz der Biodiversität mit den Anforderungen von Forschung und Wirtschaft.
GRUR‑Dissertationspreis
Der GRUR‑Dissertationspreis wird jährlich auf der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtschutz und Urheberrecht (GRUR) vergeben. Er zeichnet hervorragende Dissertationen in vier unterschiedlichen Kategorien aus, nämlich (i) Patent‑ und Gebrauchsmusterrecht, (ii) Urheber‑ und Medienrecht, (iii) Marken‑, Wettbewerbs‑ und Designrecht sowie (iv) Daten‑ und Informationsrecht. Batista erhielt den Preis in der ersten Kategorie.
Fakultätspreis der LMU München
Die Juristische Fakultät der LMU München verleiht ihren Fakultätspreis jährlich an besonders herausragende Dissertationen. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Fakultät die wissenschaftliche Exzellenz und den gesellschaftlichen Beitrag von Batistas Arbeit.
Das Max‑Planck‑Institut für Innovation und Wettbewerb gratuliert Pedro Henrique D. Batista herzlich zu diesen beiden Auszeichnungen.
Pedro Henrique D. Batista
Das Recht an genetischen Ressourcen – Nagoya-Protokoll, Patentrecht und weitere regulatorische Optionen
GWR - Schriftenreihe zum gewerblichen Rechtsschutz
Heiko Richter übernimmt Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Universität Speyer
Heiko Richter, seit 2020 Wissenschaftlicher Referent am Institut, hat einen Ruf der Universität Speyer angenommen und wurde zum Universitätsprofessor an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer (DUV) ernannt. Er ist seit 1. Oktober 2025 Inhaber des neu eingerichteten Lehrstuhls für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Privatrecht und dem Recht der Digitalisierung (insbesondere auch der Daten- und Plattformregulierung) sowie der Regulierungs- und Rechtstheorie in der Schnittfläche zwischen Staat, Markt und Gesellschaft.
Heiko Richter war von 2014 bis 2020 als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht am Institut tätig. Seine von Heike Schweitzer betreute Dissertation an der Humboldt Universität zu Berlin trägt den Titel „Information als Infrastruktur“. Sie wurde mit dem Humboldt-Preis 2020 ausgezeichnet. Seit 2020 war Heiko Richter Senior Research Fellow am Institut in der Abteilung von Josef Drexl und Dozent für Privatrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Er bleibt dem Institut als Affiliated Research Fellow eng verbunden.
Schreibstipendium für Liza Herrmann
Leben und arbeiten wie Max Planck im Sommerhaus des Physikers am Tegernsee: Was kann besser sein, als in der finalen Phase der Dissertation in Schreibklausur zu gehen? Liza Herrmann, Doktorandin am Institut, hat sich erfolgreich für ein Schreibstipendium der Max-Planck-Förderstiftung beworben und arbeitet im September in ländlicher Abgeschiedenheit an der Fertigstellung Ihrer Promotionsschrift.
Liza Herrmann forscht dazu, ob Bots als Wettbewerbsbedrohung verstanden werden müssen und inwiefern sie durch den Gesetzgeber reguliert werden sollten.
Dank der Max-Planck-Förderstiftung und ihren Förderinnen und Förderer können Max-Planck-Wissenschaftler*innen sich um ein Schreibstipendium für diesen wunderschön gelegenen Ort fast direkt am See bewerben. Und wo ließe es sich besser an einer wissenschaftlichen Arbeit wie einer Dissertation schreiben als am „Grundner“, wo der Quantenphysiker und Nobelpreisträger von 1885 bis 1943 jedes Jahr seinen Urlaub verbrachte?
Mit ein bisschen Glück treffen die Stipendiat*innen auch auf Gabriele Taylor, die Urenkelin von Max Planck, die dort das Dachgeschoss im ehemaligen Bauernhaus am Tegernsee bewohnt und die unteren Räumlichkeiten an die Förderstiftung vermietet. Das Haus ohne direkte Nachbarn gehört zur Gemeinde Bad Wiessee und ist zu jeder Jahreszeit geeignet, um sich in aller Ruhe wissenschaftlichem Arbeiten zu widmen: Rund 50 km südlich von München finden parallel bis zu drei Stipendiat*innen auf insgesamt 150 Quadratmetern, mit drei Arbeits- und drei Schlafzimmern sowie Gemeinschaftsräumen, Terrasse und Küche ausreichend Platz.
Informationen zum Schreibstipendium gibt es auf der Webseite der Max-Planck-Förderstiftung.
Zwei junge Forscherinnen bei Lindauer Nobelpreisträgertagung der Wirtschaftswissenschaften
Gleich zwei unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen wurden in diesem Jahr zur Lindauer Nobelpreisträgertagung der Wirtschaftswissenschaften eingeladen, die von 26. bis 30. August 2025 am Bodensee stattfand – ein besonderes Privileg und eine einzigartige Erfahrung für Elisabeth Hofmeister und Ulrike Morgalla.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zu einem einzigartigen internationalen Wissenschaftsforum entwickelt. Jedes Jahr kommen etwa 30 – 40 Nobelpreisträger*innen in Lindau zusammen, um sich über verschiedene Generationen, Kulturen und Disziplinen hinweg mit der nächsten Generation führender Wissenschaftler*innen auszutauschen.
Der Schwerpunkt der Lindauer Tagungen wechselt jährlich zwischen den drei wissenschaftlichen Disziplinen des Nobelpreises, Physik, Chemie oder Physiologie/Medizin. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften. Die vielfältigen Formate des wissenschaftlichen Programms – Vorträge, Diskussionen und vieles mehr – ermöglichen den Dialog untereinander und regen den Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen zwischen und unter Nobelpreisträger*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen an.
Im Sommer 2025 fanden die 74. Lindauer Tagung (Chemie) und die Lindauer Nobel-Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt.
Ulrike Morgalla ist seit Oktober 2023 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff. Seit Mai 2024 arbeitet Sie mit Benedict Probst im Net Zero Lab und untersucht die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels mit besonderem Schwerpunkt auf der Bepreisung von CO₂. Ihr persönliches Highlight der Lindauer Tagung war der Science Walk mit Joseph E. Stiglitz, der den Wirtschaftsnobelpreis (Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften) im Jahr 2001 erhielt. Er war gemeinsam mit George Akerlof und Michael Spence für die grundlegenden Beiträge zur Theorie der Märkte mit asymmetrischer Information ausgezeichnet worden.
Ulrike Morgalla betont, dass seine Werke wie z.B. “Globalization and Its Discontents” und “People, Power, and Profits” sie bereits im Bachelor-Studium geprägt und dazu motiviert hätten, die Mechanismen und Entwicklungen moderner Volkswirtschaften besser verstehen zu wollen. Durch seine Arbeiten habe sie zudem gelernt, kritisch zu hinterfragen, was im Studium der Volkswirtschaftslehre vermittelt wird. Besonders spannend war, nun mit ihm persönlich darüber zu sprechen, welche seiner Werke er selbst als am einflussreichsten einschätzt, wie er mit Rückschlägen umgeht oder wie er die Entwicklung der Umweltökonomik in der stark neoklassisch geprägten Lehre der VWL beurteilt.
Elisabeth Hofmeister ist seit Oktober 2021 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung des Instituts. Sie erforscht die Determinanten der F&E-Produktivität in forschungsintensiven Branchen, insbesondere in der Pharma- und Biotechnologieindustrie.
Mit Hilfe ökonometrischer Methoden untersucht sie Fragen zu verschiedenen Phasen des Innovationsprozesses, von der Entscheidung über erste F&E-Investitionen bis hin zur Markteinführung einer Erfindung. Oft betrachtet sie diese Fragen aus der Perspektive von Unternehmen, berücksichtigt dabei aber auch die Rolle einzelner Forschender. Sie hatte die besondere Gelegenheit, ihre Forschung in einer Next Gen Science Session vorzustellen und sprach dabei über “Strategic Reserves – Shelved Innovation as a Real Option”.
Sie wurde ausgewählt, im Blog “Women in Research #LINOecon” der Lindauer Tagung in einem inspirierenden Interview über ihren bisherigen Weg, ihre Motivation und weiteren Pläne zu berichten: Interview mit Elisabeth Hofmeister. Zudem spricht sie in einem kurzen Video für den LinkedIn-Kanal der Lindau Nobel Laureate Meetings darüber, welche ganz spezielle Erkenntnis sie während der Tagung für Ihre weitere Arbeit mitgenommen hat: Kurzvideo mit Elisabeth Hofmeister.
Die beiden jungen Forscherinnen hat besonders beeindruckt, wie nahbar sich die 20 Nobelpreisträger und eine Nobelpreisträgerin, die alle gleichzeitig vor Ort waren, gezeigt haben. Während der gemeinsamen Mahlzeiten und Pausen ergaben sich immer wieder informelle Gespräche mit ihnen. Diese persönlichen Austauschmöglichkeiten haben die Nachwuchswissenschaftlerinnen sehr bereichert.