Veranstaltungsbericht  |  10.01.2020

RISE2 Workshop 2019 – Zwei Tage intensiver wissenschaftlicher Austausch für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Am 16. und 17. Dezember 2019 nahmen 50 internationale Nachwuchsforscherinnen und -forscher von über 20 Universitäten aus ganz Europa und den USA am 2. Research in Innovation, Science and Entrepreneurship Workshop (RISE2) teil.

Foto: Myriam Rion

Bereits zum zweiten Mal wurde die zweitägige Veranstaltung von Promovierenden und Postdocs der Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research unter der Leitung von Dietmar Harhoff organisiert, um jungen Forschenden die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren und diskutieren.


Die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten zwei Workshop-Tage mit einem spannenden Programm, das aus 14 Vorträgen zu den Themen “Economics of Innovation, Science and Entrepreneurship” mit verschiedenen methodischen Ansätzen bestand, denen 14 Diskussionen mit erfahrenen Forscherinnen und Forschern folgten. Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die inspirierende Keynote von Pierre Azoulay, Professor an der MIT Sloan School of Management und Research Associate am National Bureau of Economic Research.


Am ersten Tag konzentrierte sich der Workshop auf Themen rund um die Determinanten wissenschaftlicher Produktivität. Die Referierenden stellten Forschungsergebnisse vor, wie interessante Forschungsfragen und potenzielle Koautorinnen und -autoren ausgewählt werden sowie welche Bedeutung der Zugang zu Fördermitteln und Forschungsausstattung hat. Der Nachmittag war Genderfragen im Bereich der Wissenschaft gewidmet, insbesondere der Analyse von Peer-Effekten und der Bedeutung weiblicher Rollenvorbilder. Zum Abschluss des Tages präsentierte der Hauptredner Pierre Azoulay interessante Forschungsergebnisse zum Thema “The Impact of Scientific Training on Today’s Trainers”. Er betonte, dass gezielte Ausbildungsprogramme für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag zur Förderung wissenschaftlicher Talente leisten sowie dazu beitragen, dass diese in der Wissenschaft aktiv bleiben.


Der Vormittag des zweiten Tages bot interessante Einblicke in die Themen Innovation und Entrepreneurship. Hier wurden Forschungen zur geografischen Verbreitung von Wissen sowie zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in kommerzielle Anwendungen präsentiert. Sie beleuchteten die Bedingungen, unter denen Universitäten und einzelne Forschende die Innovationskraft ihrer Communities fördern. Am Nachmittag konzentrierte sich der Workshop auf Fragen zur Gestaltung und zu Auswirkungen von Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler simulierten mögliche Folgen von Veränderungen im derzeitigen europäischen Patentsystem. Darüber hinaus lieferten sie evidenzbasierte Ergebnisse zu Auswirkungen von Patenten auf Start-ups sowie auf das Preisgestaltungsverhalten von Unternehmen.


Das komplette Programm mit allen Themen finden Sie hier sowie weitere Eindrücke auf Twitter unter #RISE2Workshop.


Die RISE Workshop-Reihe zielt darauf ab, eine ausgewählte Anzahl herausragender Forschungsarbeiten von Promovierenden und Junior Postdocs eingehend zu diskutieren, Feedback zu geben sowie sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Forschungsinstitutionen zu vernetzen.


Wir bedanken uns bei allen, die an der Organisation des Workshops mitgewirkt haben, sowie allen Teilnehmern, dem Hauptredner, den Diskutanten und Vortragenden für einen wirklich herausragenden RISE2 Workshop 2019. Wir freuen uns auf den RISE3 Workshop 2020.

Verbraucherrechtstage im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz
Veranstaltungsbericht  |  10.01.2020

Datenzugang, Verbraucherinteressen und Gemeinwohl

Anlässlich der Verbraucherrechtstage 2019, deren wissenschaftliche Betreuung das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb übernommen hatte, diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Politik, wie der Zugang zu Daten im digitalen Zeitalter verantwortungsvoll gestaltet werden sollte.

Verbraucherrechtstage im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz
Bei den Verbraucherrechtstagen tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema „Datenzugang, Verbraucherinteressen und Gemeinwohl“ aus. Foto: BMJV

Daten treiben die digitale Transformation an. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, sind das Futter für Künstliche Intelligenz und die Voraussetzung für Innovation.


Im digitalen Zeitalter sind Unternehmen, Verbraucher und auch der Staat auf den Zugang zu Daten angewiesen, die von anderen kontrolliert werden. Die Notwendigkeit und Rechtfertigung neuer Datenzugangsregeln sowie die Frage nach deren konkreter Ausgestaltung stellt deswegen nicht nur die Politik – auf nationaler und europäischer Ebene – vor neue Herausforderungen, sondern gewinnt jüngst auch im rechtswissenschaftlichen Diskurs an Bedeutung.


Vertreter aus Wissenschaft und Politik für eine Diskussion über Fragen des Datenzugangs zusammenzubringen, war deswegen das Ziel der Verbraucherrechtstage 2019. Die wissenschaftliche Betreuung der zweitägigen Veranstaltung im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hatte das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb unter Federführung seines Direktors Josef Drexl übernommen.


Im Rahmen von Vorträgen, Keynotes und einer Podiumsdiskussion erörterten die Teilnehmer, wie der Zugang zu Daten im digitalen Zeitalter gestaltet werden sollte, damit Innovation und Wettbewerb gefördert, gleichzeitig aber Privatsphäre und Geschäftsgeheimnisse angemessen geschützt werden. Die Veranstaltung beleuchtete die Frage des Datenzugangs nicht nur vor einem wettbewerbspolitischen Hintergrund, sondern rückte vor allem Gemeinwohl- und Verbraucherinteressen in den Fokus.


Die Keynote am ersten Veranstaltungstag übernahm Professor Christiane Wendehorst, die als Co-Sprecherin der Datenethikkommission der Bundesregierung die wichtigsten Ergebnisse der Kommissionsarbeit erläuterte. In der Keynote am zweiten Tag gab Malte Beyer-Katzenberger von der Europäischen Kommission mit seinem „Bericht aus der europäischen Werkstatt“ einen Einblick, welche Initiativen sich auf Kommissionsebene im Hinblick auf die Förderung von Datenzugang abzeichnen.


Vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb sprachen Professor Josef Drexl über die mögliche Einführung von Datenzugangsansprüchen von Verbrauchern in Bezug auf Daten, die von „Smart Products“ generiert werden, Jörg Hoffmann über das Potenzial bestehender und zukünftiger sektorspezifischer Zugangsansprüche von Wettbewerbern sowie Heiko Richter über Regeln, die dem Staat zum Zwecke der Verfolgung von Gemeinwohlbelangen den Zugang zu Daten der Privatwirtschaft eröffnen.


Die Beiträge der Tagung sollen in einem Sammelband dokumentiert werden, der noch im Jahr 2020 erscheinen soll. Die rechtspolitische Bedeutung der Veranstaltung wird nicht zuletzt durch den Umstand unterstrichen, dass Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2020 die Ratspräsidentschaft auf europäischer Ebene übernehmen wird. Unbestreitbar ist jedenfalls der Stellenwert, dem das Ziel der Förderung des Datenzugangs inzwischen auch in der Regierungspolitik eingeräumt wird. „Wir setzen uns für einen verbesserten Zugang zu Daten ein, und rücken mit den Verbraucherrechtstagen dabei das Gemeinwohl und die Verbraucherinteressen in den Fokus der Diskussion. Unerlässlich ist, dass dabei stets der Schutz der Rechte eines jeden Einzelnen gewährleistet wird“, sagte Staatssekretär Gerd Billen zum Ausklang der Veranstaltung.

Auszeichnung  |  19.12.2019

Dietmar Harhoff wird für sein berufliches Wirken mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt

Am Donnerstag, den 19. Dezember 2019, hat Dietmar Harhoff in Berlin im Bundesministerium für Bildung und Forschung im Beisein von Bundesministerin Anja Karliczek das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland entgegengenommen.

v.l.n.r. Dietmar Harhoff und Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek. Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh Dietmar Harhoff die Auszeichnung am 2. September 2019 auf Vorschlag des Bundesministeriums in Anerkennung seines beruflichen Wirkens.


Harhoff widmet seit vielen Jahren seine Expertise der unabhängigen und wissenschaftlichen Beratung der Bundesregierung zu den Themen Forschung und Innovation. Dietmar Harhoff trage mit seinem Engagement wesentlich dazu bei, insbesondere im Bereich der Digitalisierung innovative Ideen zu entwickeln, um somit den Wohlstand und die Lebensqualität in Deutschland zu sichern, so die Ministerin.


Von 2007 bis 2019 leitete Harhoff die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), die wissenschaftliche Politikberatung für die Bundesregierung leistet und jährlich Gutachten und Empfehlungen zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vorlegt. Seit 2010 ist Dietmar Harhoff zudem Mitglied im Steuerkreis des Innovationsdialogs der Bundeskanzlerin.


Seit 2019 ist er Leiter der Gründungskommission der neuen Agentur für Sprunginnovationen (SprinD), die Innovationen auf den Weg bringen soll, die technologisch radikal neu sind und ein hohes Potenzial für eine marktverändernde Wirkung mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten enthalten.


Zudem ist er seit diesem Jahr Leiter der Kommission Niedersachsen 2030, die im Auftrag der niedersächsischen Landesregierung Handlungsoptionen erarbeiten soll, wie das Bundesland auf aktuelle große gesellschaftliche und technologische Herausforderungen reagieren kann.


Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland verliehen. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für das Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst.

Feierliche Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Herkulesssaal der Münchner Residenz
Veranstaltungsbericht  |  19.12.2019

Wirtschaft, Gesellschaft und Recht im digitalen Wandel

In seinem Festvortrag anlässlich der feierlichen Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften widmete sich Josef Drexl der Frage, ob das gewachsene Recht noch in der Lage ist, neue digitale Geschäftsmodelle angemessen zu regeln.

Feierliche Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Herkulesssaal der Münchner Residenz
Feierliche Jahressitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der Münchner Residenz, Foto: BAdW
Josef Drexl bei seinem Festvotrag in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Josef Drexl bei seinem Festvotrag, Foto: BaDW

Wenn die Bayerische Akademie der Wissenschaften in der Vorweihnachtszeit ihre Mitglieder und ausgesuchte Gäste zu ihrer feierlichen Jahressitzung lädt, wird es traditionell festlich. In der stilvollen Kulisse des Herkulessaales der Münchner Residenz dreht sich die Debatte nicht nur um die 260jährige Geschichte der außeruniversitären Forschungseinrichtung, sondern auch um die Zukunft. Denn mit der Quantentechnologie-Forschung des Leibniz-Rechenzentrums, dem Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung als Teil der Hightech-Agenda Bayerns und dem 2018 gegründeten Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) spielt die Akademie auch bei Zukunftsthemen ganz vorne mit. „Die Akademie blickt auf eine ehrwürdige Historie zurück und betreibt gleichzeitig Zukunftsforschung auf höchstem Niveau“, fasste dies der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler in diesem Jahr in seinem Grußwort vor den Mitgliedern der Akademie und den geladenen Gästen zusammen.


Der wissenschaftliche Festvortrag – traditionell einer der Höhepunkte der Agenda – stand in diesem Dezember im Zeichen der digitalen Transformation. Professor Josef Drexl, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb und seit 2010 Mitglied der Akademie, sprach über die juristischen Herausforderungen, die digitale datenzentrierte Geschäftsmodelle mit sich bringen.


Denn die Digitalisierung verändert nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Neue technologische Entwicklungen stellen auch das geltende Recht vor vielfältige Herausforderungen. „Die liberale und demokratische Gesellschaft steht vor der großen Aufgabe, sich angesichts der technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen auf die eigenen Werte zurückzubesinnen und das Verhältnis von Staat, Wirtschaft und Bürgern neu zu durchdenken und zu ordnen“, stellte Josef Drexl als Grundthese in den Mittelpunkt seines Vortrags.


Anhand von drei Beispielen – der Proteste gegen die EU-Urheberrechtsreform, der Diskussion über die Einführung eines Dateneigentums und des Kartellrechts im Digitalbereich – zeigte er, dass die traditionellen Instrumente der Marktregulierung oft nicht mehr geeignet sind, die modernen Probleme der Digitalwirtschaft ohne Berücksichtigung der Freiheitsrechte der Bürger – insbesondere des Rechts auf Datenschutz – befriedigend zu lösen.


In seinem Vortrag machte der Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb ebenfalls deutlich, dass gegenwärtig alle Staaten der Welt eine Entscheidung über den Stellenwert der Grundrechte ihrer Bürgerinnen und Bürger, auch in Hinblick auf das Funktionieren der Demokratie in der Zukunft, zu treffen haben. Der Ansicht, Datenschutz sei ein Hindernis für digitale Innovationen und beeinträchtige die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Vergleich vor allem zu den USA und China, erteilte er in diesem Zusammenhang eine klare Absage. „Es wäre falsch, den Schutz von personenbezogenen Daten einseitig als Innovationshemmer zu verstehen. Er setzt die Maßstäbe, wie mit Daten im digitalen Zeitalter umzugehen ist. Gleichzeitig schafft er die notwendigen Anreize für digitale Innovationen, die gebraucht werden, um Datenschutz technisch zu ermöglichen“, so Josef Drexl in der Münchner Residenz.


Den kompletten Festvortrag zum Nachlesen finden Sie  hier


Den Vortrag zum Nachhören gibt es im Podcast


Weitere Informationen zur Jahressitzung am 7. Dezember 2019 finden Sie  hier

Professor Josef Drexl, Geschäftsführender Direktor beim Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb
Personalie  |  17.12.2019

Josef Drexl übernimmt Geschäftsführung des Instituts

Turnusmäßiger Wechsel der Geschäftsführung: Zum 1. Januar 2020 wird Josef Drexl Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb.

Professor Josef Drexl, Geschäftsführender Direktor beim Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb
Josef Drexl wird zum 1. Januar Geschäftsführender Direktor des Instituts

Er folgt damit auf Reto M. Hilty, der die Geschäftsführung des Instituts seit 2017 innehatte, und wird die Funktion für zwei Jahre ausüben. Josef Drexl ist seit 2002 Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. Er war bereits in den Jahren 2009/2010 und 2013/2014 Geschäftsführender Direktor.


Josef Drexl dankt Reto Hilty für dessen unermüdlichen Einsatz für alle Belange des Instituts. Reto Hilty habe die vergleichende Evaluierung des Instituts im Jahre 2018 mit großen Geschick vorbereitet und begleitet sowie diese zu einem positiven Ergebnis geführt. Unter seiner Geschäftsführung waren zahlreiche Herausforderungen zu bestehen und die ersten Weichen für die weitere Zukunft des Instituts zu stellen. Josef Drexl freut sich, auf das von Reto Hilty Erreichte aufbauen zu können.

Verschiedenes  |  05.12.2019

Call for Papers - Munich Summer Institute 2020

Forscher, die ein Paper präsentieren möchten, sind eingeladen, dieses bis zum 29. Februar 2020 online einzureichen.

From 2 to 4 June 2020, the Center for Law & Economics at ETH Zurich, the Chair for Technology and Innovation Management at TUM, the Institute for Strategy, Technology and Organization at LMU Munich and the Max Planck Institute for Innovation and Competition will jointly organize the fifth Munich Summer Institute.


The Summer Institute will focus on three areas:

The goal of the Munich Summer Institute is to stimulate a rigorous in-depth discussion of a select number of research papers and to strengthen the interdisciplinary international research community in these areas. Researchers in economics, law, management and related fields at all stages of their career (from Ph.D. students to full professors) may attend the Munich Summer Institute as presenters in a plenary or a poster session, as discussants or as attendants. The Munich Summer Institute will feature three keynote lectures, 18 plenary presentations and a daily poster session (including a poster slam). Paper presentations will be grouped by topics, not discipline or method. The Munich Summer Institute will be held at the Bavarian Academy of Sciences and Humanities in the heart of Munich. Participation is by invitation only. The organizers will fund travel and hotel expenses for all plenary speakers and hotel expenses for all poster presenters and invited discussants.


Keynote speakers are:

Paper submission procedure

Researchers who would like to present a paper are invited to submit their paper online until 29 February 2020, at  http://editorialexpress.com/conference/msi2020. The Munich Summer Institute only considers papers which have not been published or accepted for publication at the date of submission. Paper selections will be announced in early April 2020. The program of the Munich Summer Institute will be available in early May 2020. Final papers will be made available to conference participants on a public website, and are due on 1 May 2020. Researchers who would like to attend the Munich Summer Institute without giving a presentation should contact one of the organizers by 1 May 2020.


Further information

More information is available at the MSI website. Any questions concerning the Munich Summer Institute should be directed to Stefan Bechtold, Jörg Claussen, Dietmar Harhoff, Joachim Henkel, Hanna Hottenrott or Tobias Kretschmer.

Verschiedenes  |  27.11.2019

Zukunftskommission analysiert Chancen und Herausforderungen für Politik und Gesellschaft

Digitalisierung, Klimawandel, Migration – die Kommission Niedersachsen 2030 schaut aufs große Ganze. Dietmar Harhoff, Leiter des Gremiums, spricht über Chancen und Herausforderungen.

Foto: Jasper Erich, Staatskanzlei Niedersachsen.

Ein wissenschaftliches Expertenteam unter Leitung von Dietmar Harhoff soll im Auftrag der niedersächsischen Landesregierung Handlungsoptionen erarbeiten, wie das Bundesland auf aktuelle große gesellschaftliche Herausforderungen reagieren kann. In den nächsten Jahren werden wesentliche Weichen für zukünftige Entwicklungen gestellt. Bis Ende 2020 sollen zwölf renommierte Experten Chancen und Herausforderungen analysieren.


Mögliche Ergebnisse will Harhoff nicht vorwegnehmen. Die Kommission wolle aber „Handlungsoptionen aufzeigen, Schwachstellen offenlegen und Empfehlungen geben“ – und das mit langfristiger Perspektive. „Wer nur bis zum Ende der Legislaturperiode denkt, kann keine großen Pläne umsetzen“, sagt Harhoff. „Die Zeit bis zum Jahr 2030 ist für die Landespolitik ein guter mittelfristiger Planungshorizont.“


Digitalisierung


Ministerpräsident Stephan Weil hatte schon beim ersten Fachtreffen beschrieben, dass von allen Veränderungen die Digitalisierung wohl die tiefgreifendste sei. Wie es weitergeht, darüber streiten die Experten, sagt Harhoff. Im Bereich der Mobilität etwa seien Neuerungen aber wahrscheinlich. „Viele Experten erwarten beispielsweise, dass sich das autonome Fahren, bei dem Fahrerinnen und Fahrer zu Passagieren werden, aber noch eingreifen können, in fünf bis zehn Jahren durchsetzen wird.“ Neben Bund und Kommunen müsse sich auch das Bundesland darauf vorbereiten – etwa mit Reallaboren zur Erprobung des autonomen Fahrens.


Klimawandel


Laut Harhoff sei Niedersachsen als Küstenland besonders vom Klimawandel betroffen – und daher im Besonderen gefordert, sich für den Klimaschutz zu engagieren. „Das Land kann beispielsweise mit Fördermitteln eine Richtung in der Forschung vorgeben und sagen: Das ist relevant.“ Die Kommission könne die Politik zudem nach dem Best-Practice-Prinzip auf gute Vorbilder aufmerksam machen. Das Nachbarland Niederlande etwa beschäftige sich schon seit Jahrhunderten mit dem Küstenschutz. Zuletzt machten die Nachbarn mit einem Tempolimit von 100 km/h zur Senkung von Stickoxiden auf sich aufmerksam, zudem gilt das Land als Vorreiter beim Ausbau des Radverkehrs.


Migration


Um das alles bestimmende Thema Migration ist es mittlerweile in der Politik ruhiger geworden – die Kommission wird es trotzdem behandeln. „Die Frage der Zuwanderung ist auch eine kulturelle Frage“, sagt Harhoff und erläutert: „In Japan beispielsweise wird die Robotik auch deswegen so stark gefördert, weil die Bürger angesichts der älter werdenden Gesellschaft in der Pflege lieber auf Roboter als auf Zuwanderer ausweichen wollen.“ Für Niedersachsen gehe es vor allem darum, wie die Eingliederung von Zugewanderten unterstützt oder wie der Fachkräftemangel aufgefangen werden kann.


Das Ziel der Kommission


„Wissenschaftler sind nicht die besseren Politiker“, sagt Harhoff. „Wir können die Politik aber bei schwierigen Entscheidungen beraten.“ Dabei wird ein langer Atem vonnöten sein. Viele Themen der Kommission sind so groß, dass es dauern wird, bis sich die Wirkung einzelner Veränderungen zeigt. „Bis 2025 können wir sehen, ob unsere Empfehlungen aufgegriffen werden und es zum Beispiel intensive politische Diskussionen im Landtag darüber gibt“, sagt Harhoff. „Bis 2030 würde ich mir erhoffen, dass einige der Maßnahmen auch erste Effekte zeigen. Gerade bei Ernährung und Klimawandel benötigen die Veränderungen viel Zeit, daher muss man früh anfangen.“


Mehr Informationen:
Pressespiegel
Kommission Niedersachsen 2030

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Aktuelles aus dem Institut  |  26.11.2019

Verbraucherrechtstage 2019: Datenzugang, Verbraucherinteressen und Gemeinwohl

Am 12. und 13. Dezember finden im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz die Verbraucherrechtstage 2019 statt, deren wissenschaftliche Betreuung das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb übernommen hat. Durch Beiträge namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern sollen der Reformbedarf und mögliche Lösungsansätze im Hinblick auf die Förderung des Zugangs zu Daten im digitalen Zeitalter diskutiert werden.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Die Verbraucherrechtstage 2019 finden im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin statt, Foto: Xander Heinl/photothek

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft in rasantem Tempo. Um von ihren Vorteilen profitieren zu können, ist der Zugang zu Daten für Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher, Staat und Zivilgesellschaft essentiell. Wie dieser Zugang unter Berücksichtigung der ökonomischen Grundlagen und des bestehenden Ordnungsrahmens geregelt werden sollte, diskutieren Vertreter vor allem aus Wissenschaft und Politik bei den Verbraucherrechtstagen 2019 in Berlin.


Die Veranstaltung, deren wissenschaftliche Betreuung beim Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb unter Leitung seines Direktors Josef Drexl liegt, findet am 12. und 13. Dezember im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz statt. Während etwa die OECD und die Europäische Kommission schon vor einigen Jahren auf die Bedeutung des freien Datenflusses für die Entwicklung der digitalen Wirtschaft, die Förderung von Innovation und zahlreicher Gemeinwohlbelange hingewiesen haben, entwickelt sich erst seit Kurzem eine rechtswissenschaftliche Diskussion zur Notwendigkeit neuer Datenzugangsregeln und ihrer Ausgestaltung.


Die Verbraucherrechtstage 2019 setzen sich zum Ziel, diese Diskussion nicht nur zu intensiveren, sondern auch im Austausch mit politischen Entscheidungsträgern die wissenschaftlichen Grundlagen für zukünftige Reforminitiativen zu erarbeiten. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auch auf die Rechtsposition der Verbraucherinnen und Verbraucher gelegt werden. Denn sie sind nicht nur auf den Schutz ihrer personenbezogenen Daten angewiesen. Um die Vorteile konkurrierender Anbieter in der digitalen Wirtschaft optimal nutzen zu können, haben Verbraucherinnen und Verbraucher auch ein ökonomisches Interesse am Zugang und an der Portabilität von Daten, die im Rahmen der Nutzung von vernetzten Geräten und der Inanspruchnahme digitaler Dienstleitungen von Unternehmen gesammelt werden.


Zum Programm geht es hier

Professor Hilty bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde
Auszeichnung  |  22.11.2019

Reto M. Hilty erhält Ehrendoktorwürde der Universität von Buenos Aires

Für seine Verdienste auf dem Gebiet des Immaterialgüter- und Wettbewerbsrechts bekommt Reto M. Hilty die Ehrendoktorwürde der Universität von Buenos Aires. Die Auszeichnung wurde ihm am 31. Oktober durch den Rektor der Universität, Alberto Barbieri, verliehen.

Professor Hilty bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde
Reto M. Hilty (links) mit Alberto Barbieri bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde. Foto: UBA

Der Titel Doctor honoris causa (h.c.) ist die höchste Auszeichnung, die die Universidad de Buenos Aires (UBA) in Anerkennung besonderer Verdienste verleiht. „Dr. Hilty hat mit seinen klaren Analysen die Gestaltung der öffentlichen Ordnung beeinflusst und zur Ordnung sozialer und kultureller Prioritäten beigetragen“, sagte Mariano Genovesi, Generalsekretär der Universität, anlässlich der Verleihung des Titels. Anschließend hielt Reto M. Hilty einen Vortrag mit dem Titel „Potencial de la Propiedad Intelectual en América Latina".


Der Schweizer Rechtswissenschaftler ist einer der führenden Experten im Bereich des Immaterialgüterrechts und international gefragter Berater für die Gesetzgebung namentlich in jüngeren, aufstrebenden Volkswirtschaften. Er ist seit 2002 Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München sowie Ordinarius ad personam an der Universität Zürich und Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.


Im Rahmen der Forschungsinitiative „Smart IP for Latin America” untersucht derzeit ein achtköpfiges Forscherteam unter seiner Leitung, welche Schutzstandards in Lateinamerika für die wirtschaftliche Entwicklung sinnvoll sind. Ziel der verschiedenen Einzelprojekte ist es, die Schutzsysteme so weiterzuentwickeln, dass den historischen, kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Länder angemessen Rechnung getragen werden kann.


Die Universidad de Buenos Aires mit derzeit rund 122.000 Studierenden ist die größte Universität Argentiniens. Im „QS World University Ranking“ belegt die Hochschule 2019 weltweit Platz 73 und ist damit die führende Universität in Lateinamerika und die weltweit führende spanischsprachige Universität. 


Für die Max-Planck-Gesellschaft liegt einer der Schwerpunkte in Forschungskooperationen mit Lateinamerika. Die Bedeutung der Universität von Buenos Aires manifestiert sich etwa in einem Kooperationsrahmenvertrag zwischen den beiden Einrichtungen. Seit März 2014 unterhält die Max-Planck-Gesellschaft zudem eine eigene Repräsentanz für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires. Aufgabe dieses Büros ist es, die Beziehungen zu Partnerorganisationen, Forschungsinstituten und Universitäten in wichtigen Ländern der Region zu pflegen und weiter auszubauen.


Zur Meldung der Universität von Buenos Aires

Verschiedenes  |  25.10.2019

Identity Valley: Digitale Revolution braucht digitale Verantwortung – Eine Münchner Initiative für wertebasierte Digitalisierung

Die Initiative Identity Valley (IDV) ist als europäische Reaktion auf die Dominanz des amerikanischen Silicon Valley entstanden und bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einen Tisch, um persönliche Identität zu schützen und dennoch digitale Innovation zu ermöglichen. Dietmar Harhoff unterstützt die Initiative als Mitglied einer Expertenkommission.

Abbildung: IDV.

IDV bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an einen Tisch, um sich für Europa als „das Valley“ für eine glaubwürdige, transparente und wertebasierte Digitalökonomie einzusetzen. Ziel der gemeinnützigen Plattform ist, persönliche Identität zu schützen, gemeinsames Vertrauen zu fördern und digitale Innovation zu ermöglichen. Im Verständnis von Identität als Nukleus einer wertebasierten Digitalisierung soll Identity Valley Chancen für eine deutsch-europäische Digitalökonomie schaffen.


Die Initiative schafft ein Forum für Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Bürger in Europa und will das Vertrauen zwischen Mensch und Maschine im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz fördern. Es geht um wertebasierte Ökonomie, unternehmerische Verantwortung, ein würdiges Miteinander von Mensch und Maschine und Identität. Digitale Identität sowie Produkte und Services, die Identitäten respektieren und schützen, sind ein kritischer Erfolgsfaktor für die Zukunft.


Die Initiative wird von mehreren Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie vom Bundesverband KI e.V. unterstützt.


Dietmar Harhoff, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb und Leiter der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung, erläutert: „Wir müssen jetzt neue Geschäftsmodelle entwickeln, die auf der Basis eines kontrollierten Umgangs mit Daten funktionieren, aber gleichzeitig auch Anreize für Innovationen bereithalten. Dafür sind neue technische wie rechtliche Voraussetzungen zu schaffen. Das Identity Valley startet hierzu als eine neue Organisation, die sich für eine auf Vertrauen, Privatheit und persönliche Identität gestützte Datenwirtschaft einsetzt, abgeleitet aus der humanistischen Tradition Europas.“


Mehr Informationen unter identityvalley.org.