In seinem Forschungspapier “Access to the Frontier: Open Source AI and Downstream Innovation” befasst sich Dominik Asam mit den Auswirkungen offen zugänglicher KI-Modelle auf Innovationsdynamiken entlang der Wertschöpfungskette.
Dabei analysiert er die Folgen der Veröffentlichung des Meta-Modells Llama für die Entwicklung neuer Anwendungen auf der Plattform Hugging Face. Die Studie zeigt, dass nach diesem Leak neue Entwickler in den Markt eintreten und den Wettbewerb intensivieren, während etablierte Akteure ihre Aktivitäten zunehmend in Bereiche verlagern, in denen ihre spezifische Expertise weiterhin einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Insgesamt macht die Arbeit deutlich, wie sich Marktstrukturen und Innovationsstrategien durch den Zugang zu leistungsfähigen Basismodellen verändern – und welche potenziellen innovationsbezogenen Wohlfahrtsverluste entstehen können, wenn solche Frontier-Modelle ausschließlich geschlossen verfügbar sind.
Die Jury würdigte insbesondere den innovativen und hochaktuellen Forschungskontext sowie die überzeugende empirische Identifikationsstrategie, die auf dem unerwarteten Leak des Llama-Modells basiert. Hervorgehoben wurden zudem die große Relevanz der Fragestellung für die aktuelle Debatte um offene versus geschlossene KI-Modelle sowie die insgesamt hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit. Die Arbeit wurde als interessant, gut geschrieben und gute Forschung gelobt.
Der Best Young Scholar Paper Award der DRUID ist dem im Mai 2013 viel zu früh verstorbenen Steven Klepper, Professor of Economics and Social Sciences an der Carnegie Mellon University, gewidmet, der als international anerkannter Wissenschaftler fundamentale Beiträge zur Erforschung von Unternehmertum, Innovation und Industrieentwicklung leistete.
Die DRUID ist seit 1995 ein international anerkanntes Forum für Spitzenforschung zu Innovation und den Dynamiken strukturellen, institutionellen und geografischen Wandels. Hervorgegangen aus der Danish Research Unit for Industrial Dynamics und ursprünglich von Forschenden der Copenhagen Business School und der Aalborg University initiiert, hat sich die Konferenz zu einer der weltweit führenden Plattformen für den Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Bereichen Innovationsforschung, Management, Ökonomie und Entrepreneurship entwickelt. Die jährlich stattfindende Konferenz bringt etablierte Forschende ebenso wie den Forschungsnachwuchs zusammen und wird an wechselnden internationalen Standorten ausgerichtet – zuletzt unter anderem in Toronto, Nizza, Lissabon und Kopenhagen.