Jahreskonferenz: Vorbereitungstreffen in Concepción
Die Vorbereitungstreffen für die Jahreskonferenz 2026 fanden im November 2025 in Concepción, Chile, statt. Das Team besuchte das Energiezentrum der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) und führte Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich Energietechnologien und Immaterialgüterrecht. Die chilenische Universität gilt als wichtiger Partner für den wissenschaftlichen Austausch in Lateinamerika.
Fünf Workshops in Bogotá
In Bogotá, Kolumbien, organisierte SIPLA im November 2025 fünf Sondierungsworkshops, um Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit lokalen Experten bei neuen SIPLA-Forschungsprojekten zu identifizieren.
Upcycling und zirkuläre Innovation
Der Workshop zu Upcycling und zirkulärer Innovation beleuchtete die Rolle des geistigen Eigentums in nachhaltigen Wirtschaftsmodellen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie Innovationen in der Kreislaufwirtschaft rechtlich geschützt und gefördert werden können. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Eigentumsrechte an traditionellen Immaterialgütern an neue Geschäftsmodelle angepasst werden müssen. Die Fachleute analysierten erfolgreiche Beispiele aus der Region und identifizierten Hindernisse, die der kreativen Wiederverwendung von Materialien im Wege stehen.
Greenwashing
Das Thema Greenwashing stand im Mittelpunkt eines weiteren Workshops. Expert*innen aus den Bereichen Recht, Wirtschaft und Zivilgesellschaft analysierten irreführende Umweltaussagen und entwickelten Ansätze für eine wirksamere Regulierung. Die Diskussionen zeigten, dass viele lateinamerikanische Länder noch nicht über ausreichende rechtliche Instrumente verfügen, um falsche Nachhaltigkeitsaussagen zu ahnden. Die Teilnehmenden entwickelten Vorschläge für Transparenzanforderungen und Sanktionsmechanismen, um Verbraucher*innen besser zu schützen.
Kunststoff und Mikroplastik
In einem dritten Workshop wurden die rechtlichen Herausforderungen durch Kunststoff und Mikroplastik diskutiert. Im Mittelpunkt standen Regulierungslücken und mögliche Lösungen für dieses wachsende Umweltproblem. Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage gelegt, wie Haftungsregeln gestaltet werden können, um Hersteller zu verpflichten, Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen. Die Fachleute betrachteten internationale Beispiele und diskutierten, welche Ansätze auf lateinamerikanische Kontexte übertragen werden könnten.
Wasserstofftechnologien
Ein Workshop zu Wasserstofftechnologien untersuchte das Spannungsfeld zwischen Patentschutz, Regulierung und Innovation. Die Teilnehmenden diskutierten, wie lateinamerikanische Länder ihr Potenzial in diesem vielversprechenden Energiesektor ausschöpfen können. Eine zentrale Frage war, ob strenge Patentrechte die Verbreitung von Technologien hemmen oder ob sie notwendige Investitionsanreize schaffen. Die Diskussionen berücksichtigten auch staatliche Förderstrategien und die Bedeutung des Technologietransfers für die Region. Dieser Workshop diente als Auftakt für die bevorstehende Jahreskonferenz in Concepción im Jahr 2026.
Biologische Betriebsmittel
Der letzte Workshop konzentrierte sich auf biologische Betriebsmittel in der nachhaltigen Landwirtschaft. Zu den biologischen Betriebsmitteln gehören Produkte wie Biodünger, Biostimulanzien und Bodenverbesserungsmittel sowie biologische Pestizide. Die Expert*innen diskutierten regulatorische Rahmenbedingungen, Innovationsanreize und Wettbewerbsfragen im Agrarsektor. Ein Schwerpunkt lag auf der Zulassung biologischer Pestizide und Düngemittel, die oft langwierigen Verfahren unterliegen. Die Teilnehmenden untersuchten, wie die Regulierung vereinfacht werden kann, ohne Sicherheitsstandards zu beeinträchtigen. Sie diskutierten auch den Zugang von kleinbäuerlichen Betrieben zu innovativen biologischen Betriebsmitteln und mögliche Förderinstrumente.
Über SIPLA
Smart IP for Latin America ist eine Forschungsinitiative des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Sie bietet ein neutrales Forum für den akademischen und rechtspolitischen Diskurs über Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht in Lateinamerika. Ziel ist, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf der Grundlage unparteiischer und evidenzbasierter Grundlagenforschung zu informieren und zu beraten. Damit soll die Verwirklichung des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenzials Lateinamerikas unterstützt werden.