Hochhaus der Universidad Católica de la Santísima Concepción mit großem Banner und umliegenden Grünflächen
Veranstaltungsbericht  |  15.01.2026

SIPLA-Initiative: Veranstaltungen in Chile und Kolumbien

Die Initiative „Smart IP for Latin America“ (SIPLA) hat im Rahmen ihrer internationalen Kooperationsaktivitäten im Jahr 2025 eine Reihe von Veranstaltungen in Chile und Kolumbien durchgeführt. Damit bereitet sich die Initiative auf ihre Jahreskonferenz 2026 vor und sondiert neue Forschungsprojekte.

Hochhaus der Universidad Católica de la Santísima Concepción mit großem Banner und umliegenden Grünflächen
Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC), Chile

Jahreskonferenz: Vorbereitungstreffen in Concepción


Die Vorbereitungstreffen für die Jahreskonferenz 2026 fanden im November 2025 in Concepción, Chile, statt. Das Team besuchte das Energiezentrum der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) und führte Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich Energietechnologien und Immaterialgüterrecht. Die chilenische Universität gilt als wichtiger Partner für den wissenschaftlichen Austausch in Lateinamerika.
 

Fünf Workshops in Bogotá


In Bogotá, Kolumbien, organisierte SIPLA im November 2025 fünf Sondierungsworkshops, um Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit lokalen Experten bei neuen SIPLA-Forschungsprojekten zu identifizieren.


Upcycling und zirkuläre Innovation
Der Workshop zu Upcycling und zirkulärer Innovation beleuchtete die Rolle des geistigen Eigentums in nachhaltigen Wirtschaftsmodellen. Die Teilnehmenden diskutierten, wie Innovationen in der Kreislaufwirtschaft rechtlich geschützt und gefördert werden können. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Eigentumsrechte an traditionellen Immaterialgütern an neue Geschäftsmodelle angepasst werden müssen. Die Fachleute analysierten erfolgreiche Beispiele aus der Region und identifizierten Hindernisse, die der kreativen Wiederverwendung von Materialien im Wege stehen.


Greenwashing
Das Thema Greenwashing stand im Mittelpunkt eines weiteren Workshops. Expert*innen aus den Bereichen Recht, Wirtschaft und Zivilgesellschaft analysierten irreführende Umweltaussagen und entwickelten Ansätze für eine wirksamere Regulierung. Die Diskussionen zeigten, dass viele lateinamerikanische Länder noch nicht über ausreichende rechtliche Instrumente verfügen, um falsche Nachhaltigkeitsaussagen zu ahnden. Die Teilnehmenden entwickelten Vorschläge für Transparenzanforderungen und Sanktionsmechanismen, um Verbraucher*innen besser zu schützen.


Kunststoff und Mikroplastik
In einem dritten Workshop wurden die rechtlichen Herausforderungen durch Kunststoff und Mikroplastik diskutiert. Im Mittelpunkt standen Regulierungslücken und mögliche Lösungen für dieses wachsende Umweltproblem. Besonderes Augenmerk wurde auf die Frage gelegt, wie Haftungsregeln gestaltet werden können, um Hersteller zu verpflichten, Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen. Die Fachleute betrachteten internationale Beispiele und diskutierten, welche Ansätze auf lateinamerikanische Kontexte übertragen werden könnten.


Wasserstofftechnologien
Ein Workshop zu Wasserstofftechnologien untersuchte das Spannungsfeld zwischen Patentschutz, Regulierung und Innovation. Die Teilnehmenden diskutierten, wie lateinamerikanische Länder ihr Potenzial in diesem vielversprechenden Energiesektor ausschöpfen können. Eine zentrale Frage war, ob strenge Patentrechte die Verbreitung von Technologien hemmen oder ob sie notwendige Investitionsanreize schaffen. Die Diskussionen berücksichtigten auch staatliche Förderstrategien und die Bedeutung des Technologietransfers für die Region. Dieser Workshop diente als Auftakt für die bevorstehende Jahreskonferenz in Concepción im Jahr 2026.


Biologische Betriebsmittel
Der letzte Workshop konzentrierte sich auf biologische Betriebsmittel in der nachhaltigen Landwirtschaft. Zu den biologischen Betriebsmitteln gehören Produkte wie Biodünger, Biostimulanzien und Bodenverbesserungsmittel sowie biologische Pestizide. Die Expert*innen diskutierten regulatorische Rahmenbedingungen, Innovationsanreize und Wettbewerbsfragen im Agrarsektor. Ein Schwerpunkt lag auf der Zulassung biologischer Pestizide und Düngemittel, die oft langwierigen Verfahren unterliegen. Die Teilnehmenden untersuchten, wie die Regulierung vereinfacht werden kann, ohne Sicherheitsstandards zu beeinträchtigen. Sie diskutierten auch den Zugang von kleinbäuerlichen Betrieben zu innovativen biologischen Betriebsmitteln und mögliche Förderinstrumente.


Über SIPLA
 

Smart IP for Latin America ist eine Forschungsinitiative des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Sie bietet ein neutrales Forum für den akademischen und rechtspolitischen Diskurs über Immaterialgüter-  und Wettbewerbsrecht in Lateinamerika. Ziel ist, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf der Grundlage unparteiischer und evidenzbasierter Grundlagenforschung zu informieren und zu beraten. Damit soll die Verwirklichung des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenzials Lateinamerikas unterstützt werden.

Teilnehmende des RISE8-Workshops.
Veranstaltungsbericht  |  17.12.2025

RISE8-Workshop 2025 − Förderung des wissenschaftlichen Austauschs für die nächste Generation von Forschenden

Die 8. Auflage unseres jährlichen Workshops “Research in Innovation, Science, and Entrepreneurship” (RISE), der mittlerweile zu einer beliebten Tradition vor Weihnachten geworden ist, fand am 15. und 16. Dezember 2025 statt. Der von jungen Forschenden unseres Instituts organisierte Workshop dient als Plattform für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die sich mit Innovationsforschung beschäftigen.

Teilnehmende des RISE8-Workshops.
Teilnehmende des RISE8-Workshops. Foto: Myriam Rion
Das Organisationsteam
Das Organisationsteam. Foto: Myriam Rion
Matt Marx bei der Keynote.
Matt Marx bei der Keynote. Foto: Myriam Rion.

Zum ersten Mal begrüßte die Abteilung Innovation and Entrepreneurship Research als Gastgeber der Veranstaltung mehr als 40 Vortragende, Diskutanten und Teilnehmende von über 20 internationalen Universitäten am neuen Standort des Instituts am Münchner Stachus. Das Programm umfasste zwölf Vorträge in sieben Sessions zu Themen wie Gender und Patente, grüne Technologien, Politik und Innovation, Technologietransfer, Science of Science und künstliche Intelligenz.


Ein Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war die Keynote von Matt Marx, Professor an der Cornell University und Department Editor der renommierten Fachzeitschrift Management Science. In seiner inspirierenden Rede stellte Matt Marx eine neue Initiative vor, die umfangreiche, frei zugängliche Datensätze bereitstellt. Diese Datensätze werden eine tiefgreifendere Forschung ermöglichen, die wissenschaftliche Entdeckungen mit Innovation und Unternehmertum verbindet. Diese neue Ressource verspricht, ein transformatives Werkzeug für die RISE-Teilnehmer*innen und die breitere Innovationsforschungs-Community zu werden.


Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die zum außerordentlichen Erfolg des RISE8-Workshops 2025 beigetragen haben. Wir sind unserem inspirierenden Hauptredner, den kenntnisreichen Diskutanten und den vielversprechenden Referierenden für ihre herausragenden Beiträge sehr dankbar.


Besonderer Dank gilt dem Organisationsteam mit Dietmar Harhoff, Dominik Asam, Johannes Könemann, Anastasiia Lutsenko und Ulrike Morgalla, deren harte Arbeit diese Veranstaltung ermöglicht hat.


Wir verlassen den diesjährigen Workshop hochmotiviert und freuen uns sehr auf RISE9 im Jahr 2026!


Das vollständige Programm zur Nachlese:

Programm RISE8 2025

Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times"
Veranstaltungsbericht  |  24.10.2025

Eröffnungssymposium zu Innovationsforschung in disruptiven Zeiten

Am Dienstag, den 21. Oktober 2025, fand als zweite Veranstaltung im Rahmen der feierlichen Eröffnung des neuen Standortes des Instituts am Stachus ein wissenschaftliches Symposium statt, das sich in zwei Paneldiskussionen Themen widmete, die für die Innovationsforschung in disruptiven Zeiten prägend sind. Über einhundert Gäste erhielten anregende Impulse und konnten sich mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen intensiv austauschen.

Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times"
Eröffnungssymposium "Innovation Research in Disruptive Times". Foto: Myriam Rion
Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research“
Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research“. Foto: Myriam Rion
Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”
Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”. Foto: Myriam Rion

Das erste Panel, das von Marina Chugunova moderiert wurde, die seit 2018 Senior Research Fellow in der wirtschafts­wissen­schaftlichen Abteilung des Instituts ist, befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen Innovation und neuer Geopolitik. Die Leitung des zweiten Panels übernahm Heiko Richter, der bis September dieses Jahres Wissenschaftlicher Referent in der juristischen Abteilung des Instituts war und im Oktober 2025 den Lehrstuhl für Privatrecht und Regulierung der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer übernommen hat. Er betrachtete mit seinen Gästen Fragen zur Regulierung zwischen geopolitischen Herausforderungen und Deglobalisierung.


Panel “Innovation and New Geopolitics – Implications for Research”
 

  • Prof. Dr. Fabian Gaessler (Universitat Pompeu Fabra)
  • Prof. Dr. Carolin Haeussler (Universität Passau / Expertenkommission Forschung und Innovation)
  • Prof. Dr. Hanna Hottenrott (TU München / Exzellenzcluster TransforM)
  • Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Monopolkommission / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
  • Dr. Marina Chugunova (Moderation)

Während der Podiumsdiskussion untersuchten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Recht und Wissenschaftspolitik, wie geopolitische Spannungen die globale Forschungszusammenarbeit, die Mobilität von Fachkräften und den technologischen Wettbewerb verändern. Die Diskussion stützte sich auf historische Parallelen, aktuelle regulatorische Debatten und die Realitäten, mit denen Universitäten, Forschungsinstitutionen und Unternehmen konfrontiert sind. Ein zentrales Thema war die wachsende Verantwortung der Forschungs­gemeinschaft, sich aktiv mit der Gesellschaft und Entscheidungsträgern auseinanderzusetzen, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse klar und aussagekräftig kommuniziert werden – in einer Zeit, in der Fehlinformationen und politische Polarisierung die evidenzbasierte Politikgestaltung zunehmend herausfordern.


Die Podiumsteilnehmer betonten, dass wir eine Phase der Neuausrichtung in Forschung und Innovation durchlaufen, die durch Verschiebungen in globalen Allianzen, strengere Kontrollen sensibler Technologien und neue Fragen zum Gleichgewicht zwischen Offenheit und Sicherheit gekennzeichnet ist. Die Expertinnen und Experten diskutierten, ob Innovation heute eher durch Wettbewerb oder durch Zusammenarbeit vorangetrieben wird, und erörterten dabei die Rolle der Big Tech, die Herausforderungen bei der Regulierung von Technologien, die sich schneller entwickeln als die rechtlichen Rahmenbedingungen, sowie die wachsende Bedeutung der Dual-Use-Forschung. Die Diskussion unterstrich, dass Resilienz in einem sich schnell verändernden Umfeld nicht nur eine effektive Governance, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen erfordert.


Eine klare Erkenntnis kristallisierte sich heraus: Die Fähigkeit Europas, offen, glaubwürdig und strategisch agil zu bleiben, wird seine Position in der globalen Innovationslandschaft bestimmen.  


Panel “Regulation Between Global Challenges and Deglobalization”
 

  • Prof. Dr. Michèle Finck (Universität Tübingen)
  • Prof. Dr. Henning Grosse Ruse-Khan (University of Cambridge)
  • Dr. Malte Toetzke (Net Zero Lab / Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb)
  • Prof. Dr. Peter Yu (Texas A&M University)
  • Prof. Dr. Heiko Richter (Moderation)

Das Panel befasste sich mit der sich wandelnden Regulierungslandschaft an der Schnittstelle zwischen globalen Herausforderungen und Deglobalisierungsdruck und ging dabei der Frage nach, wie transnationale Themen wie KI, Klimawandel, geistiges Eigentum und Handel angesichts der zunehmenden nationalen Fragmentierung angegangen werden. Die Teilnehmenden untersuchten zunächst die Rolle der EU bei der Regulierung des digitalen Bereichs und der KI, wobei sie den Wandel der Union hin zu einem selbstbewussteren Regulierungsparadigma hervorhoben, welches sich im Spannungsfeld zwischen den Interessen der Mitgliedstaaten und der Notwendigkeit globaler Standards behaupten muss.


Beim Thema Klimawandel wurden das transformative Potenzial der KI in der Forschung und die uneinheitlichen Fortschritte bei den internationalen Bemühungen zur Dekarbonisierung erörtert, was sowohl die Chancen als auch die Grenzen der derzeitigen Regulierungsinstrumente verdeutlichte. Die Diskussion zu regulatorischen Denkweisen der USA und Chinas, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und geistiges Eigentum, zeigte unterschiedliche Prioritäten und Strategien auf, die durch den wirtschaftlichen und geopolitischen Wettbewerb geprägt sind. Zum Abschluss sprach die Runde über die Zukunft multilateraler Institutionen wie der WTO und analysierte dabei kritisch deren Schwächen als auch Chancen, in einer fragmentierten Welt regulatorische Kohärenz zu fördern.


Die Erkenntnis aus der Diskussion war, dass eine wirksame Regulierung heute erfordert, zwischen globalen Koordinierungsbedürfnissen und einer zunehmenden nationalen Zurückhaltung zu navigieren und zu vermitteln. Letztendlich verdeutlichte das Panel, dass Regulierung zunehmend als Balanceakt positioniert wird – nicht rein globalistisch oder streng national, sondern als flexibles Instrument, das sich an veränderte politische, technologische und wirtschaftliche Dynamiken anpassen muss.

Eingang in der Herzog-Max-Straße
Veranstaltungsbericht  |  23.10.2025

Innovationsforschung im Herzen Münchens

Mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung am 20. Oktober hat das Institut seine neuen Räumlichkeiten am Stachus, im Herzen von München, eingeweiht. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Stadt und Gesellschaft würdigten den Umzug als wichtigen Meilenstein nicht nur für das Institut und die Stadt München, sondern auch für die Präsenz der Forschung in der Gesellschaft.

Eingang in der Herzog-Max-Straße
Eingang in der Herzog-Max-Straße. Foto: Myriam Rion
Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft
Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Foto: Myriam Rion
Johannes Eberle (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst).
Johannes Eberle (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst). Foto: Myriam Rion
Der zweite Bürgermeister der Stadt München Dominik Krause mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Josef Drexl
Der zweite Bürgermeister der Stadt München Dominik Krause mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Josef Drexl. Foto: Myriam Rion

Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und hochranginge Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft adressierten vor rund 120 Gästen in Grußworten die Bedeutung der Forschung des Instituts und die Chancen, im neuen Umfeld Impulse zu setzen. Dabei wurde deutlich, dass Forschung nicht nur eine treibende Kraft für Innovation und Fortschritt ist, sondern angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mehr denn je in der Mitte der Gesellschaft verankert sein muss.


Prof. Dr. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft

„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht mit seiner Mission im Brennpunkt unserer Zeit. Es erforscht die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen von Innovation, Wettbewerb und Regulierung. In einer Phase, in der sich Deutschland neu erfinden muss zwischen digitalem Wandel, bürokratischer Erstarrung und geopolitischen Spannungen, ist diese Forschung – gerade diese Forschung – unverzichtbar. Sie stellt ja überhaupt erst die Fragen, bevor sie die Antworten gibt, durch die das Institut Orientierung für den gesellschaftlichen und politischen Prozess bietet, den wir nie ersetzen können, wir können ihn nur begleiten. Der Umzug ist ein Signal, dass Wissenschaft – und noch dazu eine so wichtige Forschung, wie sie hier läuft, die auch die Zukunft des Wirtschaftssystems einschließt – in die Mitte der Stadt gehört, in die Mitte der Gesellschaft.“


Dr. Johannes Eberle, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Abteilungsleiter Forschung / Wissenschaftssystem

„Das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb steht für alles, was sich ein Wissenschaftsminister, ein Wirtschaftsminister und eine Bundesministerin nur wünschen können: Es bietet herausragende Wissenschaft, die nicht im sprichwörtlichen Elfenbeinturm verharrt, sondern in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkt, und das seit fast 60 Jahren. Seit der Gründung im Jahr 1966 ist das Institut ein zentraler Impulsgeber bei den großen Fragen der Zeit. […] Doch ein Institut für Innovation und Wettbewerb lebt natürlich nicht vornehmlich von seinen Errungenschaften in der Vergangenheit, sondern von seiner Gestaltungskraft für das Jetzt und das Morgen. Und auch hier zeigt sich, es ist am Puls der Zeit und trägt heute mehr denn je zu einer Beantwortung gesellschaftlicher Schlüsselfragen bei. Es leistet wertvolle Beiträge zu den Jahrhundertumwälzungen durch das Thema KI, insbesondere bei den großen Herausforderungen beim Daten- und Urheberrecht. Es liefert hochrelevante Untersuchungen zu den Möglichkeiten, die stagnierende Wirtschaft durch Innovationen und staatliche Impulse zu aktivieren.“


Dominik Krause, 2. Bürgermeister der Landeshauptstadt München

„Die Max-Planck-Institute sind elementarer Bestandteil des Innovationsökosystems, das wir in München haben – ganz besonders gilt das natürlich für das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. Auch ich will Sie heute ganz herzlich beglückwünschen zu diesem Glückgriff hier im Herzog Max. Sie und die Kolleginnen und Kollegen leisten großartige Arbeit, jetzt auch in einem Gebäude, das zentraler nicht sein könnte und das beispielhaft ist für die Zukunft der Münchner Innenstadt. Herzlichen Glückwunsch auch von der Stadt München zum Einzug, wir sind sehr froh, dass wir Sie hier im Herzen der Stadt haben.“



Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“
 

Im Zentrum der Veranstaltung stand die mit herausragenden Persönlichkeiten besetzte Podiumsdiskussion „Informieren, beraten, gestalten – Innovationsforschung und Politik“. Der Journalist und Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda sprach mit führenden Expertinnen und Experten über zentrale Fragen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Die Podiumsgäste Prof. Dr. Irene Bertschek (Vorsitzende der Expertenkommission Forschung und Innovation), Rafael Laguna de la Vera (Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND) und Prof. Dr. Rupprecht Podszun (Mitglied der Monopol­kommission) diskutierten unter anderem, welche Rolle Innovationsforschung in der Politikberatung einnehmen kann und wo ihre Grenzen liegen, wie sich gesellschaftliche Werte mit ökonomischen Interessen in Einklang bringen lassen und welche Chancen und Risiken Innovationen für die großen Herausforderungen unserer Zeit bergen.


Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb


Im Nachgespräch zur Diskussion erörteten Josef Drexl und Dietmar Harhoff mit Jan-Martin Wiarda die Perspektiven für die Zukunft des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Zentrale Impulse waren die weitere Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit – über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften hinaus auch mit weiteren Disziplinen, wie möglicherweise Informatik –, um Innovationen, Märkte, und deren regulatorische Rahmenbedingungen besser zu verstehen. Recht wird dabei als Ermöglicher für Innovationen gesehen, während gegenseitiges Lernen und Austausch, etwa auch durch Networking mit Unternehmen, sowie die kontinuierliche Beobachtung technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen entscheidende Ansätze für die zukünftige Forschung bleiben.


Auf dem Programm standen auch Führungen durch das stadtbildprägende denkmalgeschützte Gebäude am Karlstor, das unter anderem die renommierte Bibliothek des Instituts beherbergt. Ihr Bestand umfasst derzeit mehr als 245.000 Bände, ist in seiner internationalen Ausrichtung und Vollständigkeit weltweit einmalig und stellt einen Anziehungspunkt für Forschende aus dem In- und Ausland dar.


Das neue HERZOG MAX


Während viele deutsche Innenstädte mit Leerstand und Bedeutungsverlust kämpfen, ist das „Herzog Max“ genannte Gebäude ein zukunftsweisendes Projekt, das Maßstäbe für die Transformation der Innenstädte setzt. Das stellten der Architekt Thomas Fechtner (OSA Ochs Schmidhuber Architekten) und der Eigentümervertreter Günter Koller (Wilhelm von Finck Hauptverwaltung GmbH) in einem Podiumsgespräch mit dem geschäftsführenden Direktor des Instituts Prof. Dr. Josef Drexl und dem Moderator Dr. Jan-Martin Wiarda dar. Der beeindruckende Umbau zeigt, wie sich urbane Zentren neu erfinden können. Das Institut will den neuen Standort auch zum Anlass nehmen, der Stadtgesellschaft zukünftig ein „Schaufenster zur Wissenschaft“ zu bieten und die Bedeutung komplexer wissenschaftlicher Themen für die Öffentlichkeit leichter fassbar zu machen.


Am zweiten Tag der Eröffnung fand ein wissenschaftliches Symposium zum Thema Innovation Research in Disruptive Times statt. 

Baustelleneingang zum neuen Institutsgebäude mit Hinweisschildern zur Veranstaltung
Veranstaltungsbericht  |  02.06.2025

Munich Summer Institute 2025

Die erste Veranstaltung am neuen Standort des Instituts war das Munich Summer Institute, das nun bereits zum neunten Mal abgehalten wurde. Das MSI zielt seit seiner Premiere im Jahr 2016 darauf ab, die Vernetzung innerhalb einer inter­natio­nalen und interdisziplinären Gemeinschaft von Forschenden zu fördern. Es wird gemeinsam vom Center for Law & Economics der ETH Zürich, dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wett­be­werb, der Technischen Universität München, dem ISTO der LMU München, der HEC Lausanne und der Cornell University organisiert. 

Gruppenfoto beim Munich Summer Institute 2025
Teilnehmende des Munich Summer Institute 2025. Foto: Myriam Rion
Baustelleneingang zum neuen Institutsgebäude mit Hinweisschildern zur Veranstaltung
Etwas Pioniergeist war bei der ersten Veranstaltung im neuen Institutsgebäude noch gefordert. Foto: Myriam Rion
Neuer Veranstaltungsraum beim Munich Summer Institute 2025.
Feuerprobe für das Auditorium im neuen Institutsgebäude. Foto: Myriam Rion

Das MSI 2025 fand von 26. bis 28. Mai 2025  mit rund 85 Teilnehmenden in den neuen Räumlichkeiten des Instituts statt – eine gelungene und auch lehrreiche Feuertaufe, was Technik und Abläufe betraf. Die diesjährige Veranstaltung bot eine inspirierende Synthese aus akademischem Austausch und Netzwerkbildung in den Forschungsfeldern Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Innovation, geistiges Eigentum, Organisationsgestaltung und digitale Governance.


Der Hauptkonferenz voraus ging der vierte MSI Ph.D. Workshop am 25. Mai 2025 an der Ludwig-Maximilians-Universität. Diese eintägige Veranstaltung brachte Nachwuchsforschende aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen. Das Programm umfasste fünf Sessions, die sich mit Digitalisierung, Plattformwettbewerb, Unternehmertum und Öko-Innovation sowie Innovation und Lernen befassten. Die Projekte reichten von empirischen Studien zur Durchsetzung von Urheberrechten und algorithmischer Beeinflussung bis hin zu Untersuchungen zu Kohlenstoffmärkten und generationsübergreifendem Wissenstransfer.


Das Programm der diesjährigen Hauptkonferenz umfasste zwei Keynote-Vorträge, 16 Präsentationen vor dem Plenum und zwei Poster-Sessions, erneut mit vorhergehenden, sehr ansprechenden Poster Slams. Das Programm des ersten Tages startete mit einem geführten Stadtrundgang von der LMU durch die historische Altstadt von München hin zum neuen Institutsgebäude. Der wissenschaftliche Teil widmete sich drei Vorträgen zum Thema Organisation. Der Tag endete mit dem offiziellen Empfang.


Die Vorträge am zweiten Konferenztag befassten sich mit Themen aus den Bereichen Plattformen und Consumer-Computing-Technologien, KI und Innovation sowie kollaborative Forschung und Entwicklung. In ihrer Keynote unter dem Titel Innovation in Digital Platforms: How Can Regulation and Antitrust Help?” stellte Fiona Scott Morton, Theodore Nierenberg Professor of Economics an der Yale University School of Management und Adjunct Professor an der Yale Law School, in ihre neuesten Forschungsergebnisse zu Antitrust-Politik und Plattformregulierung vor.


In guter MSI-Tradition wurde der zweite Tag mit einem zünftigen Abendessen in einem typisch bayerischen Wirtshaus abgeschlossen. Hier erhielt Khwan Kim (INSEAD) den diesjährigen Best Paper Award für seine gemeinsam mit Manav Raj verfasste ArbeitKindle’s Shadow: How Digitization Dims Novelty in Creative Industries”, die neue Erkenntnisse zu unbeabsichtigten Folgen der digitalen Transformation liefert.


Am letzten Tag der Konferenz standen Präsentationen zu den Themen Patente sowie Datenschutz und Sicherheit auf dem Programm. Michela Giorcelli, Associate Professor an der University of California, Los Angeles, lieferte in ihrer Keynote zum ThemaThe Diffusion of Soft Technologies During and After World War II” eine historische Perspektive auf die Verbreitung von Innovationen in Nachkriegswirtschaften und stellte dabei dabei überzeugende Überlegungen zu langfristigem Wachstum und technologischem Wandel vor.


Alle an der Organisation beteiligten Personen danken den Referent*innen, Diskutanten und Teilnehmenden für ein spannendes Munich Summer Institute 2025. Wir freuen uns schon jetzt auf das Munich Summer Institute 2026, das dann zehnte MSI!


Weitere Informationen: http://munich-summer-institute.org

RISE7 Organisationsteam mit Alexander Oettl
Veranstaltungsbericht  |  13.01.2025

RISE7 Workshop 2024 – Zwei Tage inspirierender wissenschaftlicher Austausch für junge Forschende

Kurz vor Weihnachten fand der 7. Research in Inno­vation, Science and Entrepreneurship Workshop statt, der bereits seit 2018 von jungen Forschenden des Insti­tuts für junge Forschende aus aller Welt organisiert wird. Alexander Oettl vom Scheller College of Business des Georgia Institute of Technology konnte für die Keynote-Rede gewonnen werden.

RISE7 Organisationsteam mit Alexander Oettl
Das RISE7-Organisationsteam mit Keynote-Speaker Alexander Oettl (GA Tech). Foto: Myriam Rion
Teilnehmende des RISE7 Workshops
Teilnehmende des RISE7 Workshops. Foto: Myriam Rion

Mehr als 40 internationale Nachwuchsforscherinnen und -forscher von über 20 Universitäten aus der ganzen Welt nahmen am 17. und 18. Dezember 2024 am RISE Workshop teil. Bereits zum siebten Mal wurde die zweitägige Veranstaltung von Promovierenden der Abteilung  Inno­vation and Entrepreneurship Research organisiert, um jungen Forschenden die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren und  diskutieren.


Zwölf ausgewählte Promovierende sowie kürzlich Promovierte präsentierten ihre Arbeiten, die dann von erfahrenen Forscherinnen und Forschern diskutiert wurden. Die Präsentationen verteilten sich auf sieben Sessions und boten ein spannendes Programm zu den Themen Unternehmensinnovation, Wissensgenerierung und Innovation, grüne Innovation, Innovation in jungen Unternehmen, Science of Science, Innovation in den Lebenswissenschaften sowie Innovation jenseits von Patenten und Netzwerken.


Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die inspirierende Keynote von Alexander Oettl, Professor of Strategy & Innovation am Scheller College of Business des Georgia Institute of Technology und Research Associate am National Bureau of Economic Research. Er sprach zum Thema “Building Tomorrow’s Science: The Interplay of Talent, Geography, and AI” und erkundete die Zukunft der Wissenschaft im Zusammenspiel von Talent, Geographie und Künstlicher Intelligenz. Sein Vortrag bot reichlich Stoff für lebhafte Gespräche.


Zum kompletten Programm mit allen Themen.


Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden, dem Hauptredner, den Diskutanten und Vortragenden für einen wirklich herausragenden RISE7 Workshop 2024. Unser besonderer Dank gilt allen, die so engagiert an der Organisation mitgewirkt haben, vor allem Carolin Formella, Elisabeth Hofmeister, Anastasiia Lutsenko und Ulrike Morgalla. Der Workshop fand letztmalig am gegenwärtigen Standort des Instituts am Marstallplatz in München statt. Wir freuen uns bereits auf den RISE8 Workshop 2025 – dann am neuen Standort des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb am Münchner Stachus.

Veranstaltungsbericht  |  07.10.2024

Florence Conference on IP, Competition and Innovation

Am 3. und 4. Oktober fand in Florenz die Conference on IP, Competition and Innovation statt. Die Veranstaltung, die gemeinsam vom Europäischen Hochschulinstitut und dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb organisiert wurde, präsentierte eine Auswahl bisher unveröffentlichter Beiträge von Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern zu einer Vielzahl von Themen an der Schnittstelle von geistigem Eigentum und Wettbewerbsrecht.

Foto: Adobe Stock

Die Eröffnungsrede von Prof. Herbert Hovenkamp gab wertvolle Einblicke in die neuesten Fragen des Immaterialgüter- und Kartellrechts und stimmte auf die Konferenz ein. Die auf mehrere parallele Sitzungen verteilten Beiträge behandelten sowohl übergreifende Querschnittsthemen als auch spezifische Aspekte im Zusammenhang mit standardessenziellen Patenten, KI, Paten­tierungsstrategien im Pharmasektor oder den Rechten von Print­medien. Ein Roundtable mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Rechtspraxis trug dazu bei, die akademische Per­spek­tive mit den Marktgegebenheiten zu verknüpfen, während die Abschlussdebatte mit Hanna Anttilainen von der Generaldirek­tion Wettbewerb der Europäischen Kommission eine hervorragende Gelegenheit bot, sich über aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der innovationsbezogenen Wettbewerbspolitik zu informieren und diese zu diskutieren.

Teilnehmende des Munich Summer Institute 2024
Veranstaltungsbericht  |  03.06.2024

Munich Summer Institute 2024

Das Munich Summer Institute, das nun bereits zum achten Mal abgehalten wurde, zielt seit seiner Premiere im Jahr 2016 darauf ab, die Vernetzung innerhalb einer internationalen und interdisziplinären Gemeinschaft von Forschenden zu fördern. Es wird gemeinsam vom Center for Law & Economics der ETH Zürich, dem Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, der Technischen Universität München, dem ISTO der LMU München, der HEC Lausanne und der Cornell University organisiert.

Teilnehmende des Munich Summer Institute 2024
Teilnehmende des Munich Summer Institute 2024. Foto: Alexander Suyer.

Das MSI 2024 fand von 22. bis 24. Mai 2024  mit rund 100 Teilnehmenden in den Räumlichkeiten der Münchner Residenz statt. Voraus ging der dritte MSI Ph.D. Workshop am 21. Mai 2024.


Das Programm der diesjährigen Hauptkonferenz umfasste zwei Keynote-Vorträge, 17 Präsentationen vor dem Plenum und tägliche Poster-Sessions, einschließlich Poster Slam. Der erste Konferenztag, organisiert von Tobias Kretschmer (LMU), Christian Peukert (HEC Lausanne) und Imke Reimers (Cornell University), konzentrierte sich thematisch auf die Themen Plattformen, KI-Adoption und Personalisierung.


Unter dem Vorsitz von Dietmar Harhoff, Joachim Henkel (TUM) und Hanna Hottenrott (TUM) befassten sich die Präsentationen des zweiten Konferenztages mit Patenten, Gender, Talent und Geographie. Tim Simcoe, Professor an der Boston University Questrom School of Business, hielt einen Keynote-Vortrag zum Thema “Long Con or Righteous Claim? A Policy Debate over Patent Prosecution. In guter MSI-Tradition wurde der zweite Tag mit einem zünftigen Abendessen in einem typisch bayerischen Wirtshaus abgeschlossen.


Der dritte und letzte Konferenztag – unter der Leitung von Stefan Bechtold (ETH Zürich), Christian Peukert (HEC Lausanne) und Imke Reimers (Cornell University) – deckte ein breites Spektrum von Themen im Zusammenhang mit Fragen des geistigen Eigentums ab, insbesondere zu Patenten, Urheberrecht und Franchising-Verträgen. Christopher Buccafusco, Edward & Ellen Schwarzman Distinguished Professor of Law an der Duke University, sprach in seiner Keynote zum Thema Beyond Supply-Side Innovation Incentives”, in der er dafür plädierte, sich mit Anreizmechanismen zu befassen, die sich auf die Nachfrage nach Produkten und nicht auf das Angebot von Produkten auswirken. Lennert Peede (IAB) wurde für seinen Beitrag über “Artificial Intelligence Technologies, Skills Demand and Employment: Evidence from Linked Job Ads Data” mit dem MSI Ph.D. Workshop Best Paper Award ausgezeichnet.


Alle an der Organisation beteiligten Personen danken den Referent*innen, Diskutanten und Teilnehmenden für ein spannendes Munich Summer Institute 2024. Wir freuen uns schon jetzt auf das Munich Summer Institute 2025, das von 26. bis 28. Mai 2025 stattfinden wird!


Weitere Infos: http://munich-summer-institute.org

Veranstaltungsbericht  |  17.05.2024

Opening up Data for Research on Ukraine – Roundtable

Am 14. Mai 2024 veranstaltete das Institut einen Roundtable unter dem Titel Opening up Data for Research on Ukraine. An der Veranstaltung in hybriden Format nahmen deutsche, ukrainische und weitere ausländische Gäste und Vortragende teil. Das übergeordnete Ziel dieses Austauschs in vier Panels war, einen Beitrag zur Verfügbarkeit und Eignung öffentlicher ukrainischer Daten für die Forschung zu leisten.

Veranstaltungsfoto vom Roundtable ‘Opening up Data for Research on Ukraine’
Roundtable ‘Opening up Data for Research on Ukraine’. Fotos: Myriam Rion

Die vier Panels der Veranstaltung waren folgenden Themenbereichen gewidnet:


  • Panel 1 – Intellectual Property Data in Ukraine
  • Panel 2 – Health and Medical Innovation Data
  • Panel 3 – Innovation Activity, Entrepreneurship and Industry Data in Ukraine
  • Panel 4 – Data for the Research on Science in Ukraine


Im Veranstaltungsposter sind die Ergebnisse des Roundtable zusammengefasst.


Auch das Programm ist als Download verfügbar.

Comparative Data Law, Konferenzimpression
Veranstaltungsbericht  |  12.01.2024

Konferenz “Comparative Data Law”

Rechts­fragen der globalen Datenrechtsentwicklung wurden am 7. und 8. Dezember 2023 auf der Konferenz “Comparative Data Law” behandelt. Die Forschungsstelle für Rechtsfragen der Digitalisierung (FREDI) der Universität Passau, das Institut für Medien- und Informationsrecht (Abteilung Privatrecht) der Uni­versität Freiburg und das Max-Planck-Institut für Inno­vation und Wettbewerb haben die Konferenz im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München gemeinsam ausgerichtet und organisiert. Die inhaltliche Leitung oblag Moritz Hennemann (Freiburg) und Josef Drexl.

Comparative Data Law, Konferenzimpression
Comparative Data Law, Konferenzimpression. Foto: Moritz Hennemann
Teilnehmende der Konferenz “Comparative Data Law”
Teilnehmende der Konferenz “Comparative Data Law”. Foto: Delia Zirilli

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt diskutierten die internationale Datenregulierung auf verschiedenen Kontinenten und loteten zukünftige Handlungsoptionen kritisch aus. Das in thematischer Hinsicht vielfältige Programm widmete sich zentralen datenrechtlichen Fragestellungen und wurde mit einer Keynote Speech von Michal Gal (Universität Haifa) zum Thema “The Effects of Legal Data Regimes on the Global Data Race” eröffnet.


Im Rahmen der darauffolgenden vier Abschnitte der Konferenz wurden unter anderem Datentreuhandmodelle, Fragen der Datenlokalisierung und des Datenteilens sowie geeignete internationale Regulierungsforen vorgestellt und kontrovers diskutiert. Auch die Frage des richtigen Umgangs mit dem Phänomen des sog. Datenkolonialismus war Gegenstand von Vortrag und Diskussion.


Josef Drexl stellte zum Abschluss der Veranstaltung die Instituts-Projektgruppe “Data Governance in Emerging Economies to Promote the Sustainable Development Goals” vor, der mehrere Forscherinnen und Forscher des Instituts angehören. Zahlreiche Posterpräsentationen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt und mit interessierten Konferenzteilnehmern diskutiert haben, rundeten die Veranstaltung ab.